Die Gemeinde Gottmadingen unternimmt Einiges, um das Radfahren auf der eigenen Gemarkung attraktiver zu machen. Sie will erreichen, dass die Menschen öfter ihr Auto stehen lassen und aufs Rad und den öffentlichen Verkehr umsteigen. So soll das umweltschädliche CO² verringert und ein Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel geleistet werden. In einer Bürgerwerkstatt sollen Ideen für ein besseres Radwegenetz in der Gemeinde gesammelt und Lösungen gesucht werden. Mit einem Fahrradhaus wollen Gemeinderat und Bürgermeister die Bereitschaft erhöhen, Fahrräder sicher am Bahnhof abzustellen.

Land engagiert sich für besseres Radwegenetz

Nun kommt auch noch Unterstützung vom Land Baden-Württemberg. Unter dem Motto „RadNetz“ finanziert das Land entlang der Hauptverkehrsachsen die Radwegbeschilderung. Die Gemeinden beteiligen sich mit entsprechendem Sachverstand. Den haben in Gottmadingen Urban Gramlich und Joachim Dutt vom Bauamt beigesteuert. Sie haben die Punkte definiert, an denen die weißen Schilder mit grüner Schrift aufgestellt werden sollen.

Ideen der Freien Wähler kommen später dran

Es geht in diesem Fall noch nicht um die Anregungen aus der Freie-Wähler-Initiative. Die hatten vor einigen Wochen eine Fahrradexkursion mit Gästen veranstaltet, um die Schwachstellen im Radwegenetz aufzuspüren und nach Verbesserungen zu suchen. Dabei war eine Erkenntnis, dass das Dorf besser beschildert werden müsse, wenn sich Radfahrer hier zurechtfinden sollen.

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Losgelöst davon kümmert sich auch die Landesinitiative „RadNetz“ um eine bessere Wegführung entlang der Hauptrouten im Land. Zur Zeit ist der Landkreis Konstanz dran und aktuell gerade die Strecke zwischen Bietingen und dem Ortsausgang von Gottmadingen Richtung Singen an der B34.

157 Pfosten im Landkreis und 30 für Gottmadingen

Denny Lange von der Gießener Firma Radwegbeschilderung setzt mit seinem kleinen Montagetrupp in diesen Tagen 157 neue Pfosten im Landkreis Konstanz, an denen dann in etwa zwei Wochen die Schilder befestigt werden sollen. In Gottmadingen werden künftig 30 Schilder den Radlern den Weg weisen. Joachim Dutt hat nachgezählt. Er weiß auch, dass es jeweils Hinweise zu den Bahnhöfen gibt. An den Ortseingängen sollen besondere Ortsschilder aufgestellt werden.

Joachim Dutt (links) und Urban Gramilich (rechts) vom Gottmadinger Bauamt haben sich mit Denny Lange den Standort des neuen Radwegschildes angesehen.
Joachim Dutt (links) und Urban Gramilich (rechts) vom Gottmadinger Bauamt haben sich mit Denny Lange den Standort des neuen Radwegschildes angesehen. | Bild: Trautmann, Gudrun

Manchmal müssen Probleme aus der Welt geschafft werden

„Von Mühlingen bis Gottmadingen sind wir schon fertig“, sagt Denny Lange. In Engen arbeiten gerade zwei weitere Monteure. „Die Pfosten müssen einbetoniert werden“, erklärt Lange. Erst wenn der Beton durchgehärtet ist, können die Schilder angebracht werden. Manchmal gebe es mit Grundstückseigentümern etwas Ärger. In Engen musste ein Problem aus der Welt geschafft werden. Weil die Schilder 2,50 Meter hoch angebracht werden, wäre ein großer Traktor nicht daran vorbeigekommen, ohne das Schild zu beschädigen. Denny Lange konnte sich schnell mit der Stadt auf einen neuen Standort einigen. „Wir schauen, dass alle zufrieden sind“, sagt er.

Im ganzen Land gibt es mehr Radwege und mehr Radfahrer

Lange ist selbst Radfahrer. In den vergangenen Jahren ist ihm aufgefallen, dass die Zahl der Radwege in Deutschland zugenommen hat und dass auch mehr Radfahrer unterwegs sind. Die Stadt Singen habe hier schon eine Vorreiterrolle übernommen und die neuen Schilder aufgestellt. Während in Nordrhein-Westfalen die Schilder rot auf weißem Grund sind, ist die Schrift auf den Schildern in Baden-Württemberg grün auf weißem Grund. Wenn Lange mit seinem Trupp in Gottmadingen fertig ist, kommt die Strecke zwischen Singen und Konstanz dran.

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