Auf Schloss Randegg ist am Freitagabend die Jubiläums-Kunstausstellung "Experimentelle 20" eröffnet worden. Trotz anfänglich schlechter Wetterbedingungen fanden sich circa 250 Besucher zu dieser Vernissage ein, um die Werke von insgesamt 21 Künstlern im einmaligen Ambiente des Schlosses zu betrachten. Zu dieser 20. Experimentelle gab es natürlich auch viele Glückwünsche, so unter anderem auch von der Schirmherrin, Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer.

Zunächst hieß Bernd Gassner, Vorsitzender des veranstaltenden Förderkreises für Kultur und Heimatgeschichte (FöKuHei) die Gäste mit launigen Worten willkommen. Neben der Kunstausstellung warb er auch für das besonders Rahmenprogramm zur Jubiläums-Experimentelle, das noch bis in den September laufen wird. Sein Amtsvorgänger Axel Feigenbutz machte noch einmal auf die Anfänge der Experimentelle aufmerksam. Dazu stellte er die jeweiligen Kataloge zu den 20 Kunstausstellungen vor. "Es ging stetig bergauf", so der ehemalige Vorsitzende von FöKuHei.

Die südbadische Regierungspräsidentin und Schirmherrin der Experimentelle 20, Bärbel Schäfer, machte zunächst darauf aufmerksam, dass Kunst und Kultur sowohl in den Städten als auch auf dem Land gepflegt werden müssten. Sie dienten unter anderem auch der sozialen Integration. Kunst und Kultur hätten auch das Potenzial zur Überwindung von gesellschaftlichen Differenzen. Deshalb werde die Kunst von der Landesregierung gestärkt und gefördert. Die Experimentelle bezeichnete Bärbel Schäfer als hervorragendes Beispiel, wie ein kleiner Kunstverein über die Landesgrenzen hinaus etwas bewegen kann. Sie kam aber nicht mit leeren Händen. Aus ihrer Handtasche zog die Regierungspräsidentin einen Zuschussbescheid, den Bernd Gassner unter dem Beifall des Publikums gerne entgegennahm.

"Als Gottmadinger bin ich stolz auf die Experimentelle", mit diesen Worten leitete Bürgermeister Michael Klinger seine kurze Ansprache ein. Sein besonderer Dank galt Schlossherr Titus Koch und Bernd Gassner. Gerade in diesen Wochen, wo sich viele wieder in das Denken der Nationalstaaten flüchteten, sei er froh, dass man mit der Internationalität der Experimentelle wieder ein Stück weit gegen den Storm schwimme. Diese Aussage wurde mit sehr viel Beifall bedacht.

Axel Heil, Professor für Experimentelle Transfer-Verfahren an der Kunstakademie Karlsruhe und langjähriger Wegbegleiter der Experimentelle, hielt die Laudatio. Er beschäftigte sich dabei weniger mit den in den elf Schlossräumen ausgestellten Werken, als mit der Kunst im Allgemeinen. "Kunst ist das, was wir nicht können", diese These belegte Axel Heil mit Anekdoten von Pablo Picasso. Und in Anlehnung an die laufende Fußballweltmeisterschaft heiße es in der Kunst anstatt das nächste Spiel ist immer das schwerste, das nächste Werk ist immer das schwerste.

Besuchszeiten: Immer samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr im Schloss Randegg.