Das abgelaufene Jahr 2020 könnte man in Aach mit der berühmten guten und schlechten Nachricht vergleichen. Das heißt, auf der positiven Seite steht die rege öffentliche sowie private Planungs- und Bautätigkeit. Als schlechte Nachricht stand die Corona-Pandemie ganz im Mittelpunkt des Geschehens. Insbesondere das Vereinsleben mit den dazugehörenden Aktivitäten und Veranstaltungen wurde praktisch auf Null zurückgefahren.

Größtes Bauvorhaben in Aach

Nach der Fertigstellung der Erschließungsstraße für das Pflegeheim konnten im April die Bauarbeiten für das Pflegeheim an der Längenbergstraße begonnen werden. Für dieses vermutlich größte Bauvorhaben in der Aacher Geschichte mussten zunächst ein paar tausend Kubikmeter Erdaushub abgefahren werden. Inzwischen ist der Rohbau fast fertiggestellt. Eine weitere Tiefbaumaßnahme war die Erschließung des Neubaugebiets Längenberg Ost mit den Teilbereichen drei und vier. Die Vergabe der 20 gemeindeeigenen Bauplätze nach einem speziellen Vergabeverfahren erfolgte bereits im Februar. Die offizielle Einweihung des Neubaugebiets erfolgte im Corona-bedingt kleinen Rahmen Ende Oktober.

Eine weitere größere Baustelle war auch der Anbau des Kindergartens und die Sanierung des Altbestandes. „Was lange währt, wird endlich war!“, so könnte man die Geschichte der nun doch noch vor Weihnachten installierten Fußgängerbrücke über die Aach im Bereich der ehemaligen Weberei umschreiben.

Die Aachquelle war im Sommer ein Besuchermagnet.
Die Aachquelle war im Sommer ein Besuchermagnet. | Bild: Roland Ragg

„Planerisch wurden 2020 ebenfalls wichtige Weichen gestellt“, so Bürgermeister Manfred Ossola. Dabei konnte das Genehmigungsverfahren für die Straßenumgestaltung in der Ortsmitte abgeschlossen werden. Hier geht es um die Hauptstraße, den Mühlenplatz und den Fußweg zur Aachquelle. Der Gesamtauftrag über 1,87 Millionen Euro wurde vom Gemeinderat bereits vergeben. Für den Klimaschutz wurden bei einer von Revierförster Werner Hornstein organisierten Aufforstungsaktion mit freiwilligen Helfern 1100 Bäume gepflanzt.

In Aach hofft man, dass im kommenden Juni wieder das Altstadtfest stattfinden kann.
In Aach hofft man, dass im kommenden Juni wieder das Altstadtfest stattfinden kann. | Bild: Roland Ragg

Die Aacher Narren konnten Ende Februar noch unbeschwert und ausgelassen Fasnacht feiern. Doch bereits ein paar Tage später lähmte der erste Lockdown das öffentliche Leben im Städtchen. Das traf insbesondere die Vereine und die Gastronomie sehr hart. Sämtliche Veranstaltungen und Versammlungen mussten abgesagt werden. Im Sommer ging es dann wieder etwas lockerer zu. Die Aachquelle erwies sich wie immer als Besuchermagnet. Dem zweiten Lockdown fiel sogar der traditionelle Aacher Klosemarkt (Nikolausmarkt) zum Opfer. Die Vereine, die immer mit Ständen und Wirtschaftsbetrieben vertreten waren, traf diese Absage besonders hart.

Stadtsanierung hat oberste Priorität

  • Bauarbeiten: Die Stadtsanierung, sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich, steht für Bürgermeister Manfred Ossola 2021 ganz oben auf der Prioritätenliste. Die Arbeiten sollen im Februar beginnen und im November abgeschlossen werden. Ebenfalls oberste Priorität haben die Versorgungssicherheit und die Qualitätssicherung der Aacher Trinkwasserversorgung. Dazu soll die Wasserversorgungsanlage bei den Dachsbühlquellen erweitert werden. Die Planungen für den Um- und Erweiterungsbau Mühlenstraße 1 zu einem Vereinszentrum sollen ebenfalls vorangebracht werden. Die Umsetzung könnte dann 2022 erfolgen.
  • Schnelles Internet: Mit der „Unsere grüne Glasfaser GmbH“ (UGG) wurde kurz vor Weihnachten eine Absichtserklärung abgeschlossen, dass im Jahr 2021 die gesamte bebaute Fläche in Aach (Privat und Gewerbe) an ein Glasfasernetz kostenlos angeschlossen werden soll.
  • Kulturlandschaft: Die Maßnahmen zur Pflege der Kulturlandschaft mit der Beweidung und der Umsetzung der Baumschnittmaßnahmen sollen weiterhin vorangetrieben werden.
  • Vereine: Bürgermeister Manfred Ossola hat immer noch die Hoffnung auf Vereinsfeste und Konzerte in diesem Jahr. „Schön wäre es, wenn wir das geplante Stadtfest im Juni 2021 feiern könnten“, so der Aacher Verwaltungschef. Der auch noch den Vereinen einen wichtigen Beitrag in der Kinder- und Jugendarbeit sowie im täglichen Ablauf des Zusammenlebens in Aach bescheinigte.