Lobende und aufmunternde Worte hatte der ehemalige stellvertretende Redaktionsleiter der „Welt“, Peter Issig, beim Neujahrsempfang der Stadt Engen für die Lokalpresse. Der Festredner widmete sich dem Thema "Pressefreiheit – ein Grundrecht unter Druck". Auch das Ehrenamt als ein wichtiges Element des gesellschaftlichen Lebens einer Gemeinde stand im Mittelpunkt des Empfangs. Zwei engagierte Bürger und ein Arbeitskreis wurden geehrt.

Bürgermeister Johannes Moser blickte zunächst auf ein spannendes und erfolgreiches Jahr 2018 zurück und stellte wichtige Vorhaben im neuen Jahr vor. Musikalisch würdevoll umrahmt wurde der Neujahrsempfang von der Stadtkapelle unter der Leitung des Dirigenten Florian Dold.

Bürgermeister ist glücklich

„Für mich sind die glücklichen Gesichter der Menschen bei der Abschlussfeier des Integrationsprojektes 'Unser buntes Engen' eine der schönsten Erinnerungen an das vergangene Jahr“, schwärmte der Bürgermeister. In Momenten in denen er schon mal „politische Streicheleinheiten“ brauche, nehme er sich das Integrationsprojekt begleitende Buch zur Hand, verriet der Bürgermeister. Allerdings sei dazu 2018 wenig Anlass gewesen, denn "das vergangene war ein ausgesprochen gutes Jahr", so der Bürgermeister. Und das neue Jahr lasse sich gut an: „Heute dürfen wir besonders ehrenamtlich engagierte Mitbürgerinnen und Mitbürger ehren.“

Weitere bemerkenswerte Bilder, die ihm im Gedächtnis haften bleiben, seien die Gedenkfeier mit der Partnerschaft Trillport zum Ende des Ersten Weltkrieges und das Jubiläum mit Pannonhalma als besondere Zeichen der freundschaftlichen Verbundenheit und europäischen Versöhnung, so der Bürgermeister. Gemeinsam seien 2018 zahlreiche Vorhaben umgesetzt worden, um die hohe Lebensqualität für die Einwohner, die Wirtschaftskraft und die natürliche Umwelt zu stärken und zu erhalten sowie die Attraktivität der Stadt zu erhöhen. Er dankte dafür seinem Team im Rathaus, dem Gemeinderat, Handwerkern und Industrie sowie den Bürgern.

Folgen des gesellschaftlichen Rechtsrucks

„Freiheit der Presse ist nicht nur ein demokratisches Grundrecht, sondern bedeutet das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Information der Bürger“, verdeutlichte der Gastredner, Peter Issig, leidenschaftlicher Journalist mit familiären Wurzeln aus Engen. „Freiheit der Presse bedeutet demnach nicht nur Freiheit für uns Journalisten, sondern auch Freiheit für Sie, die Bürger.“ Leider gerate diese Freiheit immer stärker unter Druck, werde angezweifelt, verdammt, ausgenutzt und eingeschränkt. Folgen seien Angriffe auf Journalisten, oft sogar mit Todesfolge, Verhaftungen und Druck auf Redaktionen. Hintergründe sind nach Meinung und Erfahrung des Referenten ein deutlicher Rechtsruck in den politischen Führungen und in der Bevölkerung, Unverständnis für Entscheidungen und daraus resultierende Politikverdrossenheit, aber auch wirtschaftliche Zwänge bei den Bürgern und den Medien.

Mitbürger mit besonderen Verdiensten

  • Ohne die Bereitschaft zum Ehrenamt würde vieles in der Gesellschaft nicht funktioneren. Vier Beispiele dazu aus Engen:
  • Thomas Maier war langjähriger Stadtbrandmeister mit Herz und Blut. Während seiner Zeit als Kommandant wurden wichtige Weichen für die Entwicklung der Feuerwehr Engen gestellt. Besonders wichtig war ihm die Einheit der Mannschaft. „Zusammenhalten und zusammenführen“ lautete seine Devise, so hieß es beim Neujahrsempfang.
  • Markus Ziegler, ehemaliger Kommandant der Abteilungswehr Welschingen, ist seit 44 Jahren im aktiven Feuerwehrdienst tätig. Zehn Jahre übernahm er dabei das Amt des stellvertretenden Abteilungskommandanten, 25 Jahre war er als Kommandant tätig. Während seiner gesamten Zeit in der Führungsriege der Feuerwehr Welschingen hat Markus Ziegler immer wieder bedeutende und aufwendige Veranstaltungen federführend organisiert. Einer der Höhepunkte war die Organisation der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Abteilung sowie die Veranstaltung des historischen Spritzentreffen des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg.
  • Peter Kamenzin und Wolfgang Hess stehen an der Spitze des „Arbeitskreises Hohen Hewen“. 1998 wurde der Arbeitskreis gegründet, der sich darum kümmerte, den Hausberg von Welschingen und Engen wieder begehbar zu machen und die Aussichtsplattform neu zu beleben. Der Arbeitskreis hat seit seiner Gründung unzählige Stunden zur Entbuschung und Freilegung der Ruine aufgewendet. Ebenfalls werden mehrmals jährlich die Freiflächen gemäht und der Weg zur Ruine gepflegt. (jw)

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