Wer kein Wasser hat, der hat ein Problem. Das kennen die Bürger im Eigeltinger Ortsteil Homberg. Hier ist der Wasserdruck manchmal so niedrig, dass beispielsweise bei einer Jahresübung der Feuerwehr schon mal das Wasser ausgeht – im Ernstfall fatal.

Wasserspeicher reicht kaum aus

Auch reicht der Wasserspeicher kaum aus, um eventuell nötige Arbeiten an der Wasserversorgung zu überbrücken. Die Verwaltung kann nur wenig dagegen tun, da Homberg und Münchhöf nicht über die Bodenseewasserversorgung abgedeckt werden, sondern die Wasserversorgung aus Quellen gespeist wird, für die die Stadt Aach zuständig ist.

Aach ist für die Dachsquelle verantwortlich

Grundstückseigentümer der Dachsquellen ist das gräfliche Haus Douglas. Laut einem Vertrag aus dem Jahr 1926 darf die Stadt Aach die beiden Quellen nutzen. Allerdings muss sie Wasser an Schloss Langenstein und Homberg abgeben. Das Quellwasser der unteren Dachsbühlquelle muss in den Bach abgeleitet werden, da es nicht den Maßgaben der Trinkwasserverordnung entspricht.

Da aber sowohl in Aach als auch in Homberg der Bedarf an Wasser eher gestiegen ist und zudem in Homberg sehr geringer Wasserdruck herrscht, beschlossen die beiden Kommunen gemeinsam, die Wasserversorgung der Dachsquellen auszubauen. Dann wären wieder beide Quellen nutzbar.

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Nach der Planung des Ingenieurbüro Eckard Freese fallen insgesamt Kosten von 315.500 Euro brutto an. Mit 71,50 Prozent also 225.575 Euro trägt Eigeltingen den Löwenanteil. „Wir haben schon vorsorglich einen Zuschussantrag gestellt, aber noch keinen Bescheid bekommen“, erklärte Hauptamtsleiter Walter Braun. Er rechnet mit 42 Prozent Hilfe nach den Förderrichtlinien Wasserwirtschaft.

Zudem beschloss der Gemeinderat, die Erhebung einer Wasserverbrauchsgebühr für Homberg nach Inbetriebnahme. Bisher floss das Wasser kostenlos nach Homberg. „Die Mehrausgabe war so nicht geplant“, fügte Bürgermeister Alois Fritschi hinzu. Doch sei sie sehr sinnvoll.

Anschluss an allgemeine Versorgung wäre zu teuer

Dem schloss sich mit Ortsvorsteher Sven Römer auch der Ortsteil Homberg an: „Es ist bitter nötig, wie Feuerwehrproben immer wieder beweisen.“ Der Bürgermeister betonte, dass der Anschluss an die Bodenseewasserversorgung wie in den anderen Ortsteilen die Gemeinde etwa das Vierfache kosten würde. Damit mache es auch finanziell keinen Sinn gewachsene, regionale Strukturen aufzugeben.

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Gemeinderat Reiner Müller fragte nach, ob denn gewährleistet sei, dass nach der Sanierung das Wasser auch in hundert Jahren noch ausreichend nach Homberg fließe, selbst wenn der Bedarf in Aach und Homberg steige. Gewährleistet sei dies durch die wieder mögliche Nutzung der zweiten Quelle dank UV-Bestrahlung. Die Vorgaben an den Wasserdruck können durch Druckpumpen erfüllt werden.