Obwohl die Jagd eine der ältesten kulturprägenden Handlungen der Menschheit ist, verändert sie sich bis in die heutige Zeit hinein. Dabei verliert sie offenbar nichts von ihrer Attraktivität und findet stetig Nachwuchs. Davon konnte man sich beim 20-jährigen Jubiläum der Landesjagdschule auf dem Dornsberg überzeugen. Nach einem offiziellen Festakt für geladene Gäste am Freitag gehörte der Samstag den Jungjägern.

Dass dieser Begriff relativ ist, erklärte Ludger Feldt als Leiter der Landesjagdschule: "Der älteste Jungjäger, den ich kenne, war 75 Jahre alt." Denn Jungjäger ist ein Jäger für die ersten drei Jahre nach Abschluss der Jagdprüfung. Es ist quasi eine Gesellenzeit zum Erfahrung sammeln, anschließend können Jäger sich um ein Revier bewerben – früher nicht. Doch nicht nur Jungjäger besuchen die Fortbildungen auf der Landesjagdschule. "Diese bieten wir je nach Bedarf an", sagt Feldt. So gab es schon Kurse für den französischen Jagdschein, aktuell gibt es Wissenswertes rund um das neue Jagdgesetz.

Beliebt bei den Besuchern des Festwochenendes waren auch die Jagdhundvorführungen.
Beliebt bei den Besuchern des Festwochenendes waren auch die Jagdhundvorführungen.

Frettchen werden nur im Norden zur Jagd eingesetzt

Zur Jagd gehören auch Tiere. So konnten die Besucher des Festwochenendes sowohl Jagdhund- als auch Greifvögelvorführungen bestaunen. "Das dritte Jagdtier, das Frettchen, spielt bei uns im Süden keine Rolle. Es wird vor allem im Norden zur Kaninchenjagd eingesetzt", berichtete Feldt. Der Anteil an Jagdhundbesitzer gehe zurück. Denn nicht jeder Jäger habe die Zeit und den Raum, einen Hund artgerecht zu halten, bedauerte er. Und der Anteil derer, die auf Beizjagd gehen, sei sowieso schon sehr gering. Da Jäger sich heutzutage eher als Schützer der Kulturlandschaft sehen, konnte man auf dem gesamten Gelände viele heimische Tiere entdecken. Beispielsweise im Anhänger von Lernort Natur, der vor allem Kinder anzog. Auch die präparierten Tiere in der Landesjagdschule wurden bestaunt.

Am Stand des Lernorts Natur konnten nicht nur Kinder Interessantes erleben.
Am Stand des Lernorts Natur konnten nicht nur Kinder Interessantes erleben.

Weniger angeschaut, sondern mehr gefühlt, wurden Felle. "Wir wollen Wege finden, die Tiere, die wir aus der Natur entnehmen, nachhaltig zu verwerten", erklärte Ludger Feldt. Dazu gehöre nicht nur die Vermarktung von Wildbret, sondern auch die Verwertung der Felle. Hierbei fiel vor allem Frederik Daniels von Fellwechsel auf. Fellwechsel ist ein Pilotprojekt der Jagdverbände. Bei ihm sollen die Felle von Tieren wie Füchse, Marderhunde, Waschbären, Stein- und Baummarder, Iltis, Mink, Nutria und Bisam nachhaltig sowie möglichst transparent verwertet werden. Diese kommen aus der freien Wildbahn und nicht aus Zuchtbetrieben, bevor sie gegerbt, getrocknet oder anderweitig verarbeitet werden.

Der Leiter der Landesjagdschule, Ludger Feldt, und Frederik Daniels von Fellwechsel (von links) präsentierten nachhaltige und transparente Verwertung heimischer Tierfelle aus freier Wildbahn.
Der Leiter der Landesjagdschule, Ludger Feldt, und Frederik Daniels von Fellwechsel (von links) präsentierten nachhaltige und transparente Verwertung heimischer Tierfelle aus freier Wildbahn.

Statt zur Jagd ruft Parforcehorn zur Hubertusmesse

Die Hubertusmesse beim Tag der offenen Tür am Sonntag wurde auch von der Parforcehorngruppe Hegau-Bodensee musikalisch unterstützt. Das Parforcehorn ist charakteristisch für die Hetzjagd und diente dort als Signalinstrument, heute erklingt es auch in Gesellschaft anderer Blechinstrumente. Gerne blieben die Besucher bei den verschiedenen Vorführungen und Ausstellern stehen und informierten sich über Facetten der Jagd. Und weil Jäger mit der Natur bestens vertraut sind, ließen sie sich auch nicht vom zwischenzeitlich schlechten Wetter am Sonntag abschrecken.

Auch Parforcegruppen gehören zur Jagd. Besucher konnten sie nicht nur bei der Hubertusmesse hören. Bilder: Susanne Schön
Auch Parforcegruppen gehören zur Jagd. Besucher konnten sie nicht nur bei der Hubertusmesse hören. Bilder: Susanne Schön