Jetzt sind sie da: Mehrere Hügel aus lehmhaltiger Erde (englisch: Dirt) verteilen sich neben dem Parkplatz am Sportplatz Ludwigshafen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können sie mit ihren Mountain-Bikes befahren. Einige künftige Nutzer packen bei der Eröffnung kräftig mit an, um der Bahn den letzten Schliff zu geben.

Ursprünglich wollte Bürgermeister Matthias Weckbach die Anlage in der Mulde unterhalb des Parkplatzes positionieren. Das sei jedoch aus Sicherheitsgründen abgelehnt worden, erzählt er. Erosionen durch stehendes Wasser in der Mulde stellten eine zu große Gefahr dar, so Weckbach. Daher wurde im September mit dem Bau der sogenannten Dirt Jumps auf der Ebene begonnen.

Mehrere Anlagen für unterschiedliche Altersstufen

Die Firma Paul Saum hat die Fläche in Absprache mit Landschaftsarchitekt Philipp Feldschmid in Menge, Abständen und Höhen wie vom Architekten kalkuliert angelegt. Es gibt nun eine Strecke für die Jüngsten, also für Kinder bis etwa fünf Jahre. Sie soll sanft wie eine Murmelbahn befahrbar sein.

„Hier kann mit dem (ersten) Fahrrad oder auch schon mit dem Laufrad geübt werden“, erklärt der Planer, der selbst passionierter Mountain-Biker ist. Die Wellen auf der Strecke ermöglichen es, spielerisch erste Erfahrungen mit dem Fahrrad zu sammeln. Beim Überrollen der Wellen trainieren die Kleinen ihr Gleichgewicht und gewinnen an Selbstvertrauen.

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Die andere Strecke ist etwas anspruchsvoller und richtet sich an Anfänger und Fortgeschrittene ab etwa sechs Jahren. Auf den drei „Table-Sprüngen“ – das bedeutet, dass es keine Lücke zwischen Absprung und Landung gibt – kann das Springen sicher geübt werden.

Am Eröffnungstag bessern Kinder noch nach

Am Eröffnungstag legen ein paar Jungen, Mitarbeiter Ali Polat vom Bauhof, Bürgermeister Matthias Weckbach und Philipp Feldschmid gemeinsam Hand an. Denn erst einmal geht es darum, die Hügel und die Auslaufkurve der Strecke anzupassen, zu „shapen“, wie der Fachbegriff lautet. Der Planer erklärt: „Wir wollen einen sanften Absprung mit Rundung und eine flüssige Landung ermöglichen.“

Die Anlage wird sich im Laufe der Zeit verändern. Häufig befahrene Stellen verdichten sich, vielleicht bilden sich Fahrrinnen und die Hügel erodieren etwas durch Regenwasser. Und möglicherweise nehmen die Nutzer irgendwann selbst die Schaufeln in die Hand, um die Strecke zu verändern.

Philipp Feldschmid zeigt den Mountain-Bikern Lasse, Vincent und Henry (von links), wie sie die Erdhügel abflachen müssen. Die Dirt Jumps werden sich mit der Zeit verändern – durch Benutzung, Wettereinflüsse und Umbaumaßnahmen.
Philipp Feldschmid zeigt den Mountain-Bikern Lasse, Vincent und Henry (von links), wie sie die Erdhügel abflachen müssen. Die Dirt Jumps werden sich mit der Zeit verändern – durch Benutzung, Wettereinflüsse und Umbaumaßnahmen. | Bild: Claudia Ladwig

Das kennt er von anderen Anlagen und es gehört dazu, erklärt Feldschmid. Eine solche Bahn brauche Pflege, das sei anders als bei Asphalt auf einem fest angelegten Pump Track. „Dirt Jumps entwickeln sich. Die Anlage lebt davon, dass sie sich verändert.“

Material kommt von Baugebiet

Das Material war kostenlos verfügbar, denn es handelt sich um Aushub aus dem örtlichen Baugebiet Haiden. „Damit sind wir hier sehr nachhaltig unterwegs“, sagt Bürgermeister Matthias Weckbach.

Er schlägt vor, eine weitere Lastwagen-Ladung des lehmhaltigen Aushubbodens vor Ort abzukippen, um die Anlage später weiter modellieren zu können. „Das können die Jugendlichen selbst machen und selbst gestalten. Es geht hier auch um Eigenverantwortung. Bei dieser Anlage können sich die jungen Nutzer selbst einbringen.“

Vincent testet die Strecke, die er mit Helfern noch einmal nachbearbeitet hat. So merkt er, ob noch irgendwo ausgebessert werden muss. Das Springen klappt schonmal.
Vincent testet die Strecke, die er mit Helfern noch einmal nachbearbeitet hat. So merkt er, ob noch irgendwo ausgebessert werden muss. Das Springen klappt schonmal. | Bild: Claudia Ladwig

Nachdem sie die Erde der Hügel etwas abgegraben und neu modelliert haben, probieren die Jungen die Strecke direkt aus. So spüren sie am besten, wo noch nachgearbeitet werden muss. Sie seien schon oft über solche Strecken gefahren, sagen sie. In Wahlwies gebe es ja zum Beispiel auch so eine Anlage.