Ein Teil im Verkehrskonzept der Gemeinde Bodman-Ludwigshafen, das im Lauf dieses Jahres umgesetzt werden soll, ist die Ausweitung des Verleihs von E-Bikes, E-Laufrädern und normalen Fahrrädern durch Gerhard Maier. Seit fünf Jahren bietet er bereits am Bahnhof in Ludwigshafen Räder in unterschiedlichen Varianten an. In der Garage stehen 20 E-Bikes und 40 Fahrräder – 20 neue und 20 Retroräder, wie er sie nennt. Zehn Räder warten in Bodman auf Nutzer. Denn momentan darf Gerhard Maier keine Fahrzeuge vermieten: „Wir zählen zur Tourismusbranche und die darf momentan nicht öffnen.“

Wenn das neue Multifunktionsgebäude auf dem Weilerkapellen-Parkplatz gebaut ist, wird es einen Automaten geben, in dem die E-Bikes und E-Laufräder zur Vermietung bereitstehen. Die kann man schon unterwegs per Handy ein Rad reservieren. „Am besten ist ein Anruf. Dann frage ich nach der Größe und der geplanten Fahrstrecke und buche es für den Kunden“, so Maier.

Gerhard Maier fährt mit seiner E-Rikscha durch Ludwigshafen und Bodman und verkauft italienisches Eis. Da immer noch alle Cafés und Restaurants geschlossen sind, freuen sich viele Spaziergänger über sein Angebot.
Gerhard Maier fährt mit seiner E-Rikscha durch Ludwigshafen und Bodman und verkauft italienisches Eis. Da immer noch alle Cafés und Restaurants geschlossen sind, freuen sich viele Spaziergänger über sein Angebot. | Bild: Claudia Ladwig

Viele der Fahrzeuge gehören ihm, ein Teil wird von Partnern zur Verfügung gestellt. Vor Ort soll dann von zehn bis 18.30 Uhr ein Helfer sein, der eine kurze Einführung in die Benutzung des Fahrzeugs gibt und Fragen beantwortet. Maier sagt: „Das ist wichtig, denn die Kunden müssen zufrieden sein. Wir haben gute Fahrzeuge und wenig Schäden. Höchstens zweimal im Jahr hat jemand einen Plattfuß.“ Die Kunden seien entspannt. Wenn bei der Rückgabe etwas fehle und defekt sei, meldeten sie es.

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Ein Fahrzeug, das es nur hier gibt

Auf sein E-Laufrad, das es so nirgendwo gibt, ist Gerhard Maier besonders stolz. Der Prototyp steht in Ludwigshafen, weitere Exemplare werden gerade hergestellt. Man kann das E-Laufrad nutzen wie einen Roller, indem man sich mit einem Fuß am Boden nach vorne kickt, während der andere auf der Trittfläche steht. Wenn man genug Tempo aufgenommen hat, kann man gemütlich im Sitzen rollen, denn es gibt einen bequemen Sattel. Dadurch können auch Senioren das Gerät problemlos für eine Spazierfahrt nutzen und ihren Rollator stehen lassen. Sie können sich sitzend im Wechsel mit beiden Füßen im eigenen Tempo vorwärts schieben oder sie stellen beide Füße ab und fahren elektrisch.

Gerhard Maier erklärt: „Mit dem E-Laufrad kann man bis zu 20 Kilometer pro Stunde schnell unterwegs sein. Man darf es ab 14 Jahren benutzen und es besteht keine Helmpflicht.“ Bis zu 40 Kilometer Reichweite hat man mit einer Akkuladung, ein Ladegerät kann ebenfalls ausgeliehen werden, um den Akku unterwegs aufzuladen. E-Bikes schaffen in der Spitze 25 Stundenkilometer. Auch sie dürfen ohne Führerschein und ohne Helm benutzt werden. „Sie haben 100 Kilometer Reichweite, aber die meisten Kunden fahren etwa 60 Kilometer weit. Das sieht man dann am Tacho“, sagt Gerhard Maier.

Am Weilerkapellen-Parkplatz wird ein Multifunktionsgebäude entstehen. Es soll auch einen Verleih von E-Rädern geben.
Am Weilerkapellen-Parkplatz wird ein Multifunktionsgebäude entstehen. Es soll auch einen Verleih von E-Rädern geben. | Bild: Löffler, Ramona

Eisverkauf mit einer E-Rikscha

Eine weitere Besonderheit ist Maiers mobiler Eisverkauf. Mit einer E-Rikscha fährt er durch Ludwigshafen und Bodman. „Ich habe die Genehmigung der Gemeinde und halte an, wo Schatten ist und Leute sind.“ Vier Sorten hochwertiges italienisches Eis hat er in der Kühlbox dabei. Mit offenem Eis startet er erstmals in diesem Jahr. In der Hauptsaison will er Minijobber beschäftigen.

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Gerhard Maier sagt: „Ich habe im Kundenkreis Leute, die Spaß daran haben und sich anbieten.“ Und gerade jetzt, wo die Temperaturen steigen und die Cafés weiter geschlossen sind, freuten sich viele Menschen, wenn er mit seiner Rikscha auftauche. Der Eisverkauf kam kürzlich in einer Ratssitzung auf, als es um das Verkehrskonzept ging.

Worum es im Verkehrskonzept eigentlich geht

Durch das Verkehrskonzept und ein elektronisches Parkleitsystem soll der Parksuchverkehr gelenkt beziehungsweise vermieden werden. Besucher sollen ihre Fahrzeuge auf großen Parkplätzen wie dem Weilerkapellen-Parkplatz abstellen. Wo sie freie Parkflächen finden, wird ihnen dann im Internet oder über das Navigationsgerät und Apps angezeigt. Die Umsetzung ist bis zum Spätsommer dieses Jahres geplant.

Bis dahin greifen folgende Maßnahmen: die Erhöhung der Parkgebühren als Anreiz für eine alternative Anreise oder Nutzung der großen Parkplätze am Ortsrand, weitere Mitarbeiter im Gemeindevollzugsdienst zur Überwachung sowie Banner, die auf einen vollen Parkplatz hinweisen, in Ludwigshafen Ausweichparkplätze auf einer Wiese am Ortseingang sowie die Sperrung der Sernatingenstraße für den Durchgangsverkehr.

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