Rolf Hauff plant für sein Urweltmuseum im Torkelgebäude in Bodman ein Eingangsschild und eine Stele. In den Uferanlagen möchte er außerdem drei Fahnenmasten errichten und das Modell eines Allosaurus als Blickfang für Gäste aufstellen. Der Saurier soll knapp vier Meter hoch und fast zehn Meter lang werden.

Das aber ist dem Gemeinderat zu viel: Er lehnte die Pläne für das Dino-Modell mehrheitlich ab. Den Plänen für die Fahnenmasten stimmte er zwar zu, aber auch hier gab es Kritik. Nur Schild und Stele gingen einstimmig durch.

Gemeinderat stimmt über Baugesuche ab

Weil das für den Saurier- und den Fahnenmast-Standort angedachte Grundstück der Gemeinde gehört, braucht Hauff neben der baurechtlichen auch die liegenschaftliche Zustimmung der Gemeinde. Deshalb und wegen der besonderen städtebaulichen Bedeutung des Baugesuchs musste der Gemeinderat darüber abstimmen.

Bürgermeister Matthias Weckbach erklärte, für das Grundstück, auf dem das Museum steht, gelte der Bebauungsplan „Am Torkel“ sowie das Sanierungsrecht. Stele und Eingangsschild direkt am Gebäude fielen dabei unter „sonstige Werbeanlagen“.

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Eigentlich sei pro Betrieb nur eine Werbeanlage auf einer Gebäudeseite zulässig. Da hier beide Anlagen auf der Nordwestseite geplant seien und es sich um ein Museum in einem historisch bedeutsamen Gebäude handele, das von zwei Seiten durch Nachbarhäuser zugebaut ist, befürworte die Verwaltung eine Befreiung. Für das Grundstück in den Uferanlagen gebe es keinen Bebauungsplan.

Für die Grünen ist klar: „Wir stimmen da nicht zu“

Christoph Leiz (B90/Grüne) kritisierte, der Saurier sei viel zu groß und würde vom Ufer her die Sicht auf das tolle Gebäude verstellen: „Wir stimmen da nicht zu.“ Er schlug vor, das Modell deutlich kleiner auszuführen. Auch die Fahnenmasten sah er kritisch.

Michael Koch (CDU) wollte dagegen Schild, Stele und Fahnenmasten bedenkenlos zustimmen, hatte aber Anmerkungen zum Sauriermodell. Ob man diese Größe brauche, könne man diskutieren. Ansonsten könne er damit leben, dass das Modell dort steht. Er wies darauf hin, dass witterungsbeständiges Material verwendet werden müsse, damit das Modell auch in zehn Jahren noch ein Blickfang sei.

Mächtige Figur soll das Torkelgebäude nicht verdecken

Alessandro Ribaudo (CDU) machte klar, man habe über Jahre einen Bebauungsplan erarbeitet, damit man das Torkelgebäude aus allen unterschiedlichen Lagen sehen könne. „Jetzt sollen wir dort etwas hinstellen, das 450 Kilogramm Gewicht hat und riesig ist?“

Die Fahnenmasten auf dem Gemeindegrundstück sah er ebenfalls kritisch und fragte, ob es nicht direkt beim Museum einen Platz dafür gebe.

„Jetzt sollen wir dort etwas hinstellen, das 450 Kilogramm Gewicht hat und riesig ist?“ – CDU-Rat Alessandro Ribaudo ist gegen die große Saurier-Figur.
„Jetzt sollen wir dort etwas hinstellen, das 450 Kilogramm Gewicht hat und riesig ist?“ – CDU-Rat Alessandro Ribaudo ist gegen die große Saurier-Figur. | Bild: Löffler, Ramona

Auch Claudia Brackmeyer (SPD) möchte das Gebäude nicht mit dem Dino-Modell zustellen. „Er soll doch Werbung für die Ausstellung machen. Wäre ein Platz früher im Ort nicht sinnvoller?“, regte sie an.

„Er soll doch Werbung für die Ausstellung machen. Wäre ein Platz früher im Ort nicht sinnvoller?“ – Auch SPD-Rätin Claudia Brackmeyer spricht sich gegen das Dino-Modell in der geplanten Form aus.
„Er soll doch Werbung für die Ausstellung machen. Wäre ein Platz früher im Ort nicht sinnvoller?“ – Auch SPD-Rätin Claudia Brackmeyer spricht sich gegen das Dino-Modell in der geplanten Form aus. | Bild: Löffler, Ramona

Weckbach fasste zusammen, man müsse über die einzelnen Bereiche abstimmen. Eingangsschild und Stele seien unproblematisch, bei den anderen Punkten diskutiere man über Größe und Standort. „Baurechtlich müssen wir den Antrag ablehnen, können die Entscheidung aber teilweise zurücknehmen“, erklärte er.

Das Gremium war einstimmig für das Anbringen eines Eingangsschildes und einer Stele. Sieben Ratsmitglieder stimmten für die Fahnenmasten, fünf dagegen, zwei enthielten sich. Das Sauriermodell wurde in der geplanten Größe mit acht Nein- und vier Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen abgelehnt.

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