Jetzt gilt er: Bodman-Ludwigshafen hat zum ersten Mal einen qualifizierten Mietspiegel. Dieser werde nach zwei Jahren fortgeschrieben. Er gibt Aufschluss über die ortsübliche Vergleichsmiete und Rechtssicherheit in der Mietpreisgestaltung – allerdings nur in einem gewissen Rahmen. Der Gemeinderat hatte im März 2021 die Erstellung des Mietspiegels beschlossen.

Oliver Trinkhaus vom EMA-Institut für empirische Marktanalysen stellte die Entstehung, Hintergründe und Einschränkungen des Mietspiegels in der jüngsten Gemeinderatssitzung vor. Eine Umfrage stelle die Basis für den Mietspiegel dar. In Bodman-Ludwigshafen gebe es 43 Prozent Mietwohnungen oder umgerechnet 1156 Wohnungen, wobei Leerstände nicht eingerechnet würden. Zum Vergleich: Der Durchschnitt von Mietwohnungen liege bei 52 Prozent, erklärte Trinkhaus.

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Ludwigshafen vom Schlösslepark aus der Luft gesehen. Im Hintergrund am Hang oberhalb der Überlinger Straße liegt der Bereich, den der Bebauungsplan „Ost“ umfasst. Dieses Bild ist aus Ludwigshafen360Grad. | Bild: Achim Mende

121 von 1000 Fragebögen kamen zurück

Für die Umfrage in der Seegemeinde seien 1000 Haushalte stichprobenartig angeschrieben worden. Der Rücklauf habe bei 121 ausgefüllten Fragebögen gelegen, von denen 97 mietpreisrelevant gewesen seien. „Es war eine freiwillige Befragung“, erläuterte er. Allerdings werde ab dem 1. Juli dieses Jahres durch den Gesetzgeber eine Auskunftspflicht festgelegt.

Trinkhaus schilderte verschiedene Zusammenhänge zwischen den Wohnungen und den Preisen. Die Fläche mache 65 Prozent des umgerechneten Quadratmeterpreises aus. Auch das Baujahr spiele zum Beispiel eine Rolle. Dazu gebe es eine ganze Reihe von Faktoren, die Einfluss hätten. In den Fragebögen seien verschiedene Dinge zu den Wohnungen abgefragt worden.

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Erklärungen und Fragen

Zum Vergleich zwischen den Orten, die sich für die jeweilige Mietspiegel-Erstellung zusammengetan haben, erläuterte Bürgermeister Matthias Weckbach, es gebe in Stockach und Radolfzell den ältesten Gebäudebestand. „In Bodman-Ludwigshafen gibt es relativ viele neue Häuser.“

Im Rahmen einer Debatte mit Rückfragen an Oliver Trinkhaus ging es auch um das Thema Baukosten bei Wohnungen und die Frage, ob kleine oder große Wohnungen auf die Quadratmeter gesehen teurer sind. Hauptamtsleiter Stefan Burger warf ein, Küche und Bad, die es in jeder Wohnung gibt, würden die Kosten in die Höhe treiben.

Bei einer Enthaltung entschied das Gremium schließlich, den qualifizierten Mietspiegel für die Gemeinde anzuerkennen. Weckbach merkte noch an, es komme nun viel Arbeit auf das Rechnungsamt zu, da Berechnungen für die Zweitwohnungen notwendig seien.

Mietspiegel als hilfreiches und aussagekräftiges Instrument

Der Mietspiegel steht inzwischen zum Download auf der Internetseite von Bodman-Ludwigshafen bereit. Er umfasst 22 Seiten. Auf den ersten Seiten gibt es Angaben zu seiner Erstellung. Außerdem sind rechtliche Grundlagen sowie der Zweck und der Anwendungsbereich erklärt. Weiter sind Arbeitsschritte zur Berechnung der ortsüblichen Vergleichsmiete und verschiedene andere Elemente enthalten.

Weckbach schildert im Grußwort des Mietspiegels, „der erstmals erstelle Mietspiegel 2022 ist ein hilfreiches und aussagekräftiges Instrument“. Er sei von Haus und Grund Radolfzell Stockach, dem Deutschen Mieterbund Bodensee sowie dem Gemeinderat als qualifiziert anerkannt.

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„Ich wünsche mir, dass der Mietspiegel zu einer fairen, rechtssicheren und umsichtigen Preisgestaltung auf dem örtlichen Wohnungsmarkt beiträgt und es auch in Zukunft in Bodman-Ludwigshafen attraktiv ist, genügende Mietwohnungen zu Ertrag bringenden und doch bezahlbaren Preisen anzubieten“, schließt er das Grußwort.