Eigentlich sollte der Abriss des alten Technologiezentrums Allensbach (TZA) in der letzten Märzwoche erfolgen. Aber in der Corona-Krise ist bekanntlich fast nichts mehr so wie in normalen Zeiten. Das Gebäude ist zwar als Baustelle umzäunt, eine Dixi-Toilette steht parat für die Arbeiter. Doch von denen ist nichts zu sehen. Bürgermeister Stefan Friedrich erklärt auf Nachfrage, der beauftragten Abbruchfirma fehle schlicht das Personal – wohl wegen Corona.

Kein Datum für den Abbruch

Die genauen Hintergründe wisse er nicht – und auch nicht, wann der Abbruch nun erfolgen werde. Aktuell wäre es aber wohl auch nicht sinnvoll, wenn mehrere Arbeiter dort tätig wären, meint Friedrich. Immerhin wurden Bäume und Buschwerk bereits abgeholzt, was aus naturschutzrechtlichen Gründen aber auch vor Beginn des Frühlings erfolgen musste.

Stehen an der Spitze der Wohnbaugesellschaft: Sparkassendirektor Johann Roth (links) und Bürgermeister Stefan Friedrich.
Stehen an der Spitze der Wohnbaugesellschaft: Sparkassendirektor Johann Roth (links) und Bürgermeister Stefan Friedrich. | Bild: Zoch, Thomas

22 Wohnungen an Kaltbrunner Straße

Klar ist: Solange das alte TZA und die Garagen dort stehen, kann die vor gut einem Jahr gegründete Wohnbaugesellschaft der Gemeinde Allensbach und der Sparkasse Reichenau nicht mit ihrem ersten großen Projekt starten. Auf dem Areal an der Kaltbrunner Straße plant diese drei Mehrfamilienhäuser mit circa 22 Wohnungen sowie ein lang gezogenes Gebäude mit rund 800 Quadratmeter Gewerbefläche.

Baubeginn sollte im zweiten Quartal sein

„Das ist nicht unmöglich. Wir sind noch im Plan“, sagt der Bürgermeister. Ein paar Wochen Verzögerung könne man auch wieder aufholen, sagt er gegenüber dem SÜDKURIER. Selbst wenn der Baubeginn nun erst im dritten Quartal sein sollte. Doch wie lange die Corona-Krise das Vorhaben bremsen werde, könne er auch nicht sagen: „Ich bin kein Hellseher.“

Das alte Technologiezentrum: Der Bebauungsplan ist eigentlich abgeschlossen, aber wegen Corona konnte der Gemeindersat noch nicht darüber beschließen.
Das alte Technologiezentrum: Der Bebauungsplan ist eigentlich abgeschlossen, aber wegen Corona konnte der Gemeindersat noch nicht darüber beschließen. | Bild: Zoch, Thomas

Gemeinderat in Warteschleife

Das Verfahren für die Änderung des dort gültigen Bebauungsplans Kaltbrunner Straße sei jedenfalls abgeschlossen, so Friedrich. Und auch wenn der Gemeinderat darüber noch nicht beschließen konnte, weil – ebenfalls wegen der Corona-Krise – die jüngste Sitzung ausfiel, werde die Verwaltung nun den Bauantrag beim Landratsamt einreichen, kündigt der Bürgermeister an. „Das wird in der nächsten Sitzung durchgehen“, meint er, nachdem die Pläne im Aufsichtsrat der Gesellschaft und im Technischen Ausschuss schon beraten worden seien. Und bei der Offenlage seien keine Einwände mehr eingegangen.

Geduld bei Wohnungssuchenden

Friedrich rechnet mit eineinhalb bis zwei Jahren Bauzeit. Interessierte Gewerbetreibende könnten sich schon jetzt melden, dann könnte man deren Wünsche beim Bau berücksichtigen. Wohnungssuchende bräuchten sich aber nicht vor Sommer 2021 zu melden, so Friedrich. Aktuell wäre das „einfach viel zu früh“.