Sind sie in den Tod gerast, zu viel Übermut, zu viel Gas, zu wenig Kontrolle? Die Parallelität der Ereignisse ist: Schockierend. Am Samstag verstirbt ein 18-jähriger Fahrer frühmorgens auf seiner „Kawa“, am Sonntagnachmittag kracht es 100 Meter weiter, tot ist ein 24-Jähriger, der, so die ersten Vermutungen, ebenfalls mit zu viel Tempo unterwegs gewesen sein soll, wie Zeugenaussagen schließen lassen. Beide Fahrer starben beim Aufprall auf runde Pfosten, im ersten Fall von einem Verkehrszeichen, im zweiten Fall von einem Laternenmasten. Vermutungen von Passanten, im Ring würden jetzt womöglich illegale Rennen auf Zeit gefahren, weisen Polizisten zurück. Nichts deute auf einen wie auch immer gelagerten Zusammenhang der beiden Vorfälle hin, schildert ein Beamter vor Ort.

Am Samstag ist in den frühen Morgenstunden zunächst ein 18-jähriger Motorradfahrer vom Klosterring abgekommen und tödlich verunglückt. Der junge Mann befuhr laut Polizei gegen 3 Uhr mit seinem Motorrad der Marke Kawasaki die Straße Klosterring in Richtung Oberes Tor. In einer Linkskurve kam er nach rechts von der Fahrbahn ab und prallte gegen den Metallpfosten eines Verkehrsschildes, wodurch er sich tödliche Verletzungen zuzog. Sein Zweirad prallte gegen ein Betonfundament samt Metallzaun. Das Fundament wurde durch den Aufprall ebenerdig abgebrochen. Bislang ist niemand bekannt, der den Unfallhergang beobachtet hat. Vorbeifahrende Autofahrer hatten den Verunglückten bereits regungslos aufgefunden und sofort Hilfe verständigt. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Verunglückten feststellen. Zur weiteren Klärung des Unfallhergangs wurde ein Sachverständiger hinzugezogen.

Am Sonntag dann eine fast identische Szene, wohl nur 100 Meter entfernt vom Unglücksort Nummer zwei, etwa in Höhe des Mauerdurchgangs zur Realschule. Zeugen berichten nach SÜDKURIER-Informationen der Polizei, der Fahrer habe von der Ampel sehr stark beschleunigt. Die Maschine, breiter Hinterreifen, sportliche Applikationen, sei erst gegen den Bordstein links geraten und dann wohl geradeaus an der Querungshilfe vorbei am Laternenmasten eingeschlagen.

Am Sonntagabend präzisierte die Polizei, der Verunglückte solle von der Ampel weg „50 bis 60 Meter nur auf dem Hinterrad“ gefahren sein. Beim Aufsetzen des Vorderrades sei offenbar die Kontrolle über das Fahrzeug verloren gegangen. Der Fahrer sei, wie im ersten Todesfall auch, mit einem Helm geschützt gewesen. Die Polizei untersuchte die Spurenlage Sonntagabend akribisch, war sich aber schon sicher, dass es – wie im ersten Fall – keinen Unfallgegner gegeben habe.

Der polizeiliche Unfalldienst sucht nun nach Zeugen. Wer sachdienliche Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich umgehend beim Polizeirevier Villingen, Telefon 07721-6010, zu melden.