Es geht um mehr, als nur einen Verwaltungsbau. So viel sei vorweg gesagt. Oder, wie Bürgermeister Detlev Bührer sich am Mittwoch in der Sitzung des Gemeinderates ausdrückte: "Es geht nicht nur um einen Teil, sondern um das Ganze." Darum steht am Ende der Rechnung für die Konversion des ehemaligen Militärgeländes Mangin auch die stolze Summe von 83,2 Millionen Euro. Nachdem der Gemeinderat Anfang des Jahres der Zusammenlegung der Verwaltung auf dem Gelände für rund 42 Millionen Euro zugestimmt hatte, hat die Stadt nun erstmals Zahlen präsentiert, wie teuer die gesamte Entwicklung des Geländes werden könnte – also inklusive der Kosten beispielsweise für den Kauf der Gebäude, die Altlasten-Entsorgung, den Bau der rund 100 geplanten Wohnungen, sowie die Erschließung des dann entstehenden Wohngebietes.

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Stoff für Diskussionen. Sollte man meinem. Doch es kam anders. Bürgermeister Bührer hatte gleich zu Beginn darauf hingewiesen, dass einige der Zahlen sich noch ändern könnten. So wisse man heute beispielsweise noch nicht, was mit dem ehemaligen Offiziers-Casion geschieht – wird es verkauft oder anderweitig genutzt werden. Auch bei den Erschließungskosten für die Wohnungen "müssen wir noch mal mit der BIma nachverhandeln". Bei den Berechnungen wolle man sich darum Zeit nehmen, um das Risiko für die Stadt bei solch einem Millionenprojekt überschaubar und eben auch berechenbar zu machen. "Ich kann nicht alle Fragen beantworten, weil ich selber noch nicht auf alle Fragen eine Antwort weiß", so Bührer.

Der Vorschlag der Verwaltung lautete schließlich: Jeder im Gremium kann seine Fragen in den kommenden Wochen schriftlich stellen. Und daran hielten sich die Gemeinderäte dann am Mittwoch auch. Diskussion Fehlanzeige. Wohl auch deshalb, weil sich zu Beginn des nächsten Jahres, mit dem neuen Oberbürgermeister Jürgen Roth noch einiges ändern könnte. Er hatte im Wahlkampf bereits angekündigt, eine Bürgerbefragung durchführen zu wollen.

OB Kubon warf dann noch ein, wie wichtig es sei, die Beschlüsse nächstes Jahr zu fassen. Und zwar so schnell wie möglich. "Wir brauchen dringend die Wohnungen." Allein, dann liegt es nicht mehr in seiner Hand.

  • Das weitere Vorgehen: Die Fraktionen werden nun ihre Fragen zu dem Projekt schriftlich formulieren und der Stadtverwaltung zukommen lassen. Bürgermeister Detlev Bührer wird sich Anfang des Jahres mit dem neuen Oberbürgermeister, Jürgen Roth, zusammensetzten, ihn informieren und seine Meinung abfragen. Erst dann soll eine Sondersitzung des Gemeinderats einberufen werden, in der die ersten Beschlüsse für das Millionen-Projekt gefällt werden.
  • Die Kosten: Zu den Kosten für den Verwaltungsbau in Höhe von 41,5 Millionen Euro kommen unter anderem noch 4,5 Millionen Euro für den Kauf der Grundstücke von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIma), 8,4 Millionen Euro für die Altlastensanierung, knapp 700 000 Euro für Parkplätze, rund acht Millionen Euro Erschließungskosten, sowie 7,2 Millionen Euro für das Stadtarchiv, 1,7 Millionen Euro für die Kantine, vier Millionen Euro für den Ratssaal, 3,6 Millionen Euro für öffentliche Grünanlagen und 50 000 Euro für die geplante Kindertagesstätte.
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