Fahrräder, Schlüssel, Sonnenbrillen – die Liste der beim Triberger Fundbüro gelagerten Gegenstände ist lang. Vieles findet nie zurück zu seinem Besitzer. Und manchmal, das zeigen Regina Klausmanns Ausführungen, hilft nur der pure Zufall.

Es ist ein Ort, an dem all das Vergessene zusammentrifft: Ein geliebtes Kleidungsstück, das man auf einer Parkbank hat liegen lassen. Das Smartphone mit den Erinnerungsfotos von der letzten Urlaubsreise. Oder, in besonderen Fällen: Die dritten Zähne, die man aus unerfindlichen Gründen auf einem Fenstersims vergisst.

Ein Gebiss wartet immer noch auf seinen Besitzer

„Das war tatsächlich kurios“, sagt Regina Klausmann über das vor einigen Monaten eingegangene Fundstück. Das Gebiss sei in einer Lokalität in Triberg gefunden worden. Der Besitzer habe sich bislang nicht gemeldet. Für die Fundsachen ist bei der Stadt Triberg seit 2014 der damals neu eingerichtete Bürgerservice zuständig. Hier landen sowohl die bei der Polizei abgegebenen Gegenstände als auch jene, die direkt bei der Stadtverwaltung vorbeigebracht werden.

Der unangefochtenen Sieger unter den Fundstücken? Schlüssel. „Davon haben wir eine ganze Dose“, erzählt Klausmann. Meist meldeten sich genau jene, deren Schlüssel nicht abgegeben wurde. Bei der genauen Beschreibung falle dann auf, dass es kein passendes Fundstück gibt.

Wollmütze, Handschuh, Schnuffeltuch - alles wird verwahrt

Darüber hinaus erhalte man viele weitere Gegenstände – mal einige pro Woche, dann eine Zeit lang wieder keine. „Von der Wollmütze über den Handschuh bis hin zum Schnuffeltuch ist alles dabei“, so Klausmann. Einige Kleidungsstücke seien kaputt oder schmutzig. Auch Fahrräder seien meist nicht mehr im besten Zustand.

Aufgehoben werden die Dinge dennoch. Denn was mit einem Fund geschieht, ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) genauestens geregelt. Ein halbes Jahr muss die zuständige Behörde – in diesem Fall das Fundbüro in Triberg –­ den Gegenstand aufbewahren. Nach Ablauf der Frist erwirbt der Finder das Eigentum an der Sache.

Die Suche nach dem Eigentümer hat auch Erfolg

Die Aussicht, den Besitzer zu finden oder dass sich dieser meldet, ist laut Klausmann relativ gering. Manchmal forsche man allerdings auch nach – etwa bei Geldbeuteln. Vor einiger Zeit habe man so einem amerikanischen Soldaten, der in Deutschland stationiert ist und in der Wasserfallstadt zu Besuch war, sein Portemonnaie wiedergeben können.

„Wenn der Finder keinen Anspruch erhebt, heben wir den Fundgegenstand noch etwas länger auf“, erklärt Klausmann das Vorgehen in erfolglosen Fällen. Dass sich das allerdings auch einmal lohnen kann, schildert die Stadtmitarbeiterin anhand eines abgegebenen Handys. Ende Januar wurde es in Triberg auf einem Parkplatz gefunden und abgegeben.

„Und plötzlich stand er vor mir“

Die Mitarbeiter konnten es nicht entsperren. Auf dem Sperrbildschirm allerdings waren ein älterer und ein jüngerer Mann zu erkennen sowie fremdländische Schriftzeichen. Das Bild brannte sich in Klausmanns Kopf. Während der Festivitäten zum Jubiläum der Triberger Fasnet arbeitete sie an einem Getränkestand. „Und plötzlich stand er vor mir.“

Sie sprach den Mann an, der sich völlig verblüfft darüber zeigt, dass sie von seinem verlorenen Handy wusste. Einige Zeit später – während des Wochenendes hatte das Fundbüro zu – erhielt der Mann aus Israel sein verloren geglaubtes Handy per Post. Manchmal also hilft dann doch nur der pure Zufall.