Herr Moosmann, macht Ihnen die Arbeit als stellvertretender Ortsvorsteher Spaß?

Ein klares Ja. Ich bin mit Freude und Engagement bei der Sache. Das Amt ist sehr vielfältig und spannend.

Wie viele Stunden pro Woche wenden Sie für das Amt auf?

Ich führe nicht genau Buch, aber ich schätze, dass es so etwa zehn Stunden pro Woche sein werden. Ich habe einmal wöchentlich meine Sprechstunde. Davor oder danach kläre ich mit den Mitarbeitern im Rathaus ab, was zu tun ist. Die Gespräche mit den jeweiligen Fachbereichen in Schramberg laufen tagsüber neben meiner eigentlichen Arbeitszeit. Glücklicherweise bin ich selbstständig und bekomme deswegen keinen Ärger mit einem Vorgesetzten, wenn ich während der Arbeitszeit telefoniere (lacht). Schriftliche Sachen erledige ich meist abends oder am Wochenende.

Was sind denn die hauptsächlichen Aufgaben als Ortsvorsteher-Stellvertreter?

Als Stellvertreter ist man genauso für alles zuständig wie ein Hauptamtlicher. Die Anliegen aus den Sprechstunden werden, in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachbereichen, bearbeitet. Dann müssen die ganzen Veranstaltungen vorbereitet werden, wie zuletzt der Volkstrauertag. Und viel unterschreiben, von Glückwunschkarten bis Finanzanweisungen. Ich muss genehmigen, welche Ausgaben über die Ortsverwaltung laufen. Dann sind es die Sitzungen, die vor Ort zu leiten oder in Schramberg zu besuchen sind. Im Wesentlichen unterscheidet sich die Arbeit nicht von einem Hauptamtlichen, außer, dass dieser vielleicht weniger Aufgaben delegiert. Das Ganze ist für mich auch nur durch einen guten Stellvertreter wie Patrick Fleig zu bewerkstelligen. Er nimmt mir einige Termine, die tagsüber stattfinden, ab.

Müssen auch die Rathausmitarbeiter mehr Aufgaben übernehmen?

Ja, sicherlich sind die Mitarbeiter im Rathaus auch mehr gefordert. Und ich freue mich, dass sie mich hier unterstützen und engagiert sind und den Spaß nicht verloren haben.

Mit welchen Themen müssen Sie sich derzeit am intensivsten auseinandersetzen?

Bei uns sind drei Themen am wichtigsten. Das ist einmal ganz klar das Baugebiet Bergacker IV. Wir müssen im nächsten Frühjahr unbedingt erschließen, um endlich die 13 Bauplätze zur Verfügung stellen zu können. In der Ortschaftsratssitzung im Januar werden wir die Vergaberichtlinien besprechen. Zweites Thema ist die Festhalle. Hier laufen Gespräche verschiedenster Art. Und beim Freibad sind wir zwar nur am Rande dabei, aber wir gucken drauf und sind mit der Stadt Schramberg im Gespräch, damit das Freibad im Mai 2021 wieder öffnen kann. Das ist für uns sehr wichtig. Ursprünglich wollten wir keine Saison schließen, jetzt sind es zwei. Mehr dürfen es auf keinen Fall werden.

Gibt es Aufgaben, die nicht so angenehm sind?

Das sind immer die Dinge, bei denen man weiß, dass man nichts erreichen oder nichts positiv beeinflussen kann. Zum Beispiel, wenn einem die Hände gebunden sind, weil man gar nicht zuständig ist, das Gegenüber aber das so nicht sieht.

Haben Sie das Gefühl, dass die Tennenbronner Bürger hinter Ihrer Arbeit stehen?

Das spüre ich sehr deutlich, allein in den vielen, vielen Aufforderungen, das Amt des Ortsvorstehers endlich zu übernehmen. Auch nach den Sitzungen oder Veranstaltungen bekomme ich öfters positive Rückmeldungen.

Wie geht es denn weiter mit der Suche nach einem hauptamtlichen Ortsvorsteher?

Wir hoffen, dass der neue Suchlauf was bringt. Bis 8. Dezember ist noch Zeit, sich zu bewerben, dann hoffen wir, dass unser Bewerberkonto gut gefüllt ist und wir dann die Richtige oder den Richtigen finden.

Um das einmal deutlich hervorzuheben: Sie haben keine Ambitionen, Ortsvorsteher von Tennenbronn zu werden?

Also, es heißt ja immer, sag niemals nie. Ich habe auch immer gesagt, ich werde niemals stellvertretender Ortsvorsteher. Aber zur Sache: als hauptamtlicher Ortsvorsteher könnte ich nicht antreten, da ist Beamtenlaufbahn und ein Studium in Public Management Pflicht. Das habe ich nicht, von daher scheide ich schon mal aus. Es gibt nur einen kleinen Kreis, der dem Anforderungsprofil entspricht. Wir hoffen, dass wir jetzt einen finden, ansonsten müssen wir eine andere Lösung erarbeiten. Bis dahin werde ich unseren schönen Ort nicht hängen lassen.

Fragen: Roland Sprich