Der Bedarf an Bauplätzen in Tennenbronn sei da, berichtete der stellvertretende Ortsvorsteher Manfred Moosmann. Für die 13 Bauplätze lägen 21 Anfragen vor. „Die Leute wollen ein Einfamilienhaus mit Garten drumrum.“ Dieser Wunsch soll nun erfüllt werden, entschied der Rat bei zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen.

Angst vor „Staub und Dreck“

In der Beratung zu Hinweisen aus der öffentlichen Auslegung hatte Stadtplaner Bent Liebrich auf die Stellungnahmen zweiter Bürger hingewiesen, die große Nachteile bei einer dreistöckigen Bebauung sahen. Sie fürchteten „riesige Wohnblocks“, „Staub und Dreck“ oder eine „inakzeptable Veränderung des Orts- und Landschaftsbildes“. Auch Liebrich fand „aus fachlicher Sicht“ seien drei Vollgeschosse in der Steilhanglage „nicht verträglich“.

Die Grenzen des neuen Baugebiets in Tennenbronn.
Die Grenzen des neuen Baugebiets in Tennenbronn. | Bild: MArtin Himmelheber

Josef Günter (SPD/Buntspecht) hatte sich für den ursprünglichen Beschluss des Rates, drei Vollgeschosse zuzulassen stark gemacht. In Tennenbronn fehlten nicht nur Bauplätze für Häuser sondern auch Mietwohnungen. Die Stadt erfasse immer nur die Hausbauinteressenten, aber nicht die Wohnungssuchenden. Angesichts der Klimakatastrophe forderte Günter ein grundsätzliches Umsteuern: „Wie ökologisch wollen wir bauen?“ Die bedenken der Bürger seien weit übertrieben. „Es geht um drei Meter.“ Schließlich wies er drauf hin, dass niemand die drei Vollgeschosse bauen müsse.

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Patrick Fleig (CDU) stimmte Günter in punkto Wohnungsmangel zu. Allerdings sei der Bergacker der höchste Punkt in Tennenbronn. „Eine verdichtete Bauweise gehört in die Talsohle.“ Städtebaulich würden Gebäude mit 18 Meter Firsthöhe „optisch unmöglich“ aussehen. Man würde damit andere Hausbauinteressenten vergraulen.

Einwohnerschwund

Sein Fraktionskollege Thomas Brantner pflichtete Josef Günter bei, dass man sich um ökologische Bauweisen kümmern müsse. Um „unsere liebenswerte Stadt“ zu erhalten und dem Einwohnerschwund entgegen zu wirken, müssten aber Wohnbaugebiete ausgewiesen werden. Weitere Argumente für die Reduzierung auf die ursprünglich vorgeschlagenen zwei Geschosse waren, dass Anwohnerklagen das Projekt weiter verzögern könnten. Auch hatte Stadtbrandmeister Werner Storz darauf hingewiesen, dass bei drei Vollgeschossen zusätzliche Stellflächen für die große Drehleiter eingeplant werden müssten.

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Bernd Richter (ÖDP) sprang Günter bei und forderte beim ursprünglichen Beschluss zu bleiben. Wir sollten uns nicht die Möglichkeit der drei Geschosse nehmen, wenn es ein Bauherr machen will.“ Bei der Abstimmung allerdings entschied sich die große Mehrheit für die zwei Vollgeschosse mit der Möglichkeit drei Wohnungen in einem Gebäude unterzubringen. Die technische Planung wurde einstimmig genehmigt.

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