Der ehrenamtliche Verein Bürger für Bürger (BfB) wirkt stets unauffällig im Hintergrund, bestätigt die Vorsitzende Irene Moosmann. Damit er aber den Tennenbronnern dennoch im Gedächtnis bleibt, veranstaltet BfB in loser Folge Vortragsabende mit Themen von allgemeinem Interesse. „Lebenslust – Lebensfrust“, darum dreht sich der aktuelle Vortragsabend mit Martina Weiss.

Mehr Freiräume

In Kooperation mit der EGT konnte der Bürgerverein den Abend kostenlos anbieten und zahlreiche Tennenbronner nutzten dann auch die Gelegenheit, sich die Denkanstöße anzuhören, um sich in einer schnellen Welt mehr Freiräume zu schaffen. In sechs Punkten zeigte die Erzieherin und Heilpraktikerin der Psychologie ihren Zuhörern auf, wo aktiv an der Lebensfreude gearbeitet werden kann.

Tipp: Genieße den Moment

„Der Teller ist leer, aber ich weiß nicht, wie es geschmeckt hat“, nannte sie das Mittagessen als Beispiel der Gedankenlosigkeit. Genieße den Moment und nutze den Tag, lautete ihre erste Empfehlung. In diesem Zusammenhang riet Martina Weiss dazu, Dinge nicht schlimmer zu machen, als sie tatsächlich sind. Mit Pausen könne die Stressintensität gebrochen werden und alte, erlernte Weisheiten gehörten auf den Prüfstand, erläuterte sie. Der Leitsatz „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ sei zwar nicht verkehrt, darf aber hinterfragt werden. „Das haben Sie in der Hand“, motivierte Martina Weiss zum aktiven Handeln.

Raum für Lebenslust

Sie machte ihrer Zuhörer darauf aufmerksam, dass jedes Negativ auch ein positives Pendant habe und sich mit Gelassenheit viel Lebensfrust ersparen lassen. Lebendig und motivierend trug Martina Weiss ihre Argumente humorvoll vor und verdeutlichte, dass sich vieles bei genauem Betrachten als halb so schlimm und durchaus zu bewältigen erweise. In ihren blumig ausgeschmückten Beispielen konnten sich die Vortragsbesucher wieder finden und eigene Verhaltenstunnel entlarven. Gottvertrauen, Selbstvertrauen und gute menschliche Beziehungen gäben Raum für Lebenslust.

„Nicht für alles verantwortlich“

„Sie haben den Schlüssel zur Lebenslust in ihrer Hand“, ermutigte sie ihr Publikum. Wer jeden Morgen mit seinen Sorgen aufstehe, dem bleibe wenig Raum für positive Momente. Was nicht aktuell bewältigt werden muss, so ein Tipp von Martina Weiss, könne in einem imaginären Tresor warten und müsse nicht ständig im Bewusstsein präsent sein. Menschliche Beziehungen und Freundschaften, die nicht gut tun, dürfen beendet werden, bestärkte sie und ergänzte: „Sie sind nicht für alles und jeden verantwortlich“. Im Anschluss an den Vortrag gab es viel Raum zum Austausch und zum Nachfragen bei der Referentin.

Bürger für Bürger 

Der Bürgerverein wurde 1989 gegründet und arbeitet ehrenamtlich seit 30 Jahren bei sozialen Notlagen von Einzelpersonen oder Familien. Die Fälle werden absolut vertraulich durch persönlichen Einsatz oder finanzielle Unterstützung behandelt. Mitgliedsbeiträge und Spenden statten den Verein finanziell aus.