Mit einem beherzten Sprung hopst Frodo ins Wasser. Nach wenigen Schwimmzügen hat er das Objekt seiner Begierde, sein Spielzeug, gerettet und zieht es ans Ufer. „Brav gemacht“, lobt Kira Woschny. Frodo schüttelt sich zufrieden das Wasser aus dem Fell. Frodo ist der erste Wasserrettungshund des DLRG-Bezirks Schwarzwald-Baar in Ausbildung. Später soll er einmal helfen, zusammen mit einem Wasserretter in Not geratene Schwimmer zu retten. Am Klosterweiher wird er hierfür von Mitgliedern der St. Georgener Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) trainiert.

Video: Sprich, Roland

Frodo ist ein Landseer, eng verwandt mit dem Neufundländer. Die Rasse eignet sich hervorragend für die Ausbildung zum Wasserrettungshund. Wenn er ausgewachsen gut 60 Kilogramm auf die Waage bringt, hat er genügend Masse und Kraft, um mühelos zwei Menschen durchs Wasser zu ziehen und ans sichere Ufer zu bringen. Momentan ist der Hund mit seinem langen, schwarz-weißen Fell aber noch ein Teenager. „Er ist gerade ein Jahr alt geworden“, sagt Besitzerin Angela Racke über Frodo, der zunächst einmal ein ganz normaler Familienhund ist. Landseer sind von Natur aus gerne im Wasser. „Die Rasse wurde ursprünglich gezüchtet, um Fischern auf See zu helfen, die Netze aus dem Wasser aufs Boot zu ziehen“, erklärt Angela Racke. Und da die ganze Familie Racke sehr engagiert in der DLRG ist, war es eine logische Konsequenz, dass das neue Familienmitglied ebenfalls in der Wasserrettung eingesetzt werden soll.

Die Rettung von in Not geratenen Schwimmern mit Hunden gehört nicht zur Standardaufgabe der DLRG. In Italien dagegen gehören die vierbeinigen Helfer zum Alltagsbild bei den Wasserrettern. „An den italienischen Badestränden, etwa am Gardasee, sieht man die Hunde häufig“, sagt Angela Racke. Deshalb soll Frodo nach italienischem Standard ausgebildet werden.

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Wie Angela Racke erklärt, wird der Hund nie alleine einen Menschen aus dem Wasser retten und an Land bringen. Vielmehr sieht die Aufgabe vor, dass der Hund gemeinsam mit einem Rettungsschwimmer zu dem in Not geratenen Schwimmer schwimmt. „Und dann erst einmal in einigen Metern Entfernung wartet“, sagt Angela Racke. Denn einerseits können die Schwimmer Angst davor bekommen, wenn plötzlich ein großer Hundekopf vor ihnen auftaucht. Zum anderen können in Panik geratene Schwimmer auch den Retter in Gefahr bringen, in dem sie sich an ihm festkrallen. Hat der Rettungsschwimmer den Verunglückten im sicheren Rettungsgriff, zieht der Hund dann beide Personen zurück an Land.

Im Wasser ist Frodo in seinem Element.
Im Wasser ist Frodo in seinem Element. | Bild: Sprich, Roland

Noch wird der Hund spielerisch an seine zukünftige Aufgabe herangeführt. „Ins Wasser springen und zu seinem Spielzeug schwimmen“, erläutert Angela Racke die erste Übungseinheit, die Frodo zusammen mit Kira Woschny trainiert. Und zurück hängen sich schon mal zwei Personen an Frodos Geschirr, die er dann mühelos zurück ans Ufer bringt. Für den Hund kein Problem, er hat Schwimmhäute zwischen den Zehen.

Derzeit dürfen die Wasserretter mit Frodo am Klosterweiher trainieren. Dort herrscht im Freibadbereich eigentlich strenges Hundebadeverbot. „Aber wir haben freundlicherweise die Genehmigung von der Stadt bekommen“, freut sich Racke. Frodos Einsatzgebiet soll später einmal den Klosterweiher und den Kirnbergsee bei Bräunlingen umfassen. Außerhalb der Badesaison gibt es dann Trockentraining. Denn neben seinem Job als Wasseretter muss Frodo auch den ganz normalen Hundealltag und Gehorsam lernen. „Wir gehen mit ihm auf den Hundeplatz, wo für ihn die Begleithundeprüfung ansteht“, so die Besitzerin.