Die Fieberambulanz und Corona-Schwerpunktpraxis in St. Georgen geht am Donnerstag, 1. Oktober, in Betrieb. In den Räumen einer ehemaligen Frauenarztpraxis in der Gerwigstraße 25 wird künftig bei Patienten mit Symptomen einer Coronainfektion ein Rachenabstrich gemacht. Johannes Probst, Allgemeinmediziner und Vorsitzender des St. Georgener Ärztevereins, und Oliver Freischlader, Vize-Vorsitzender und ebenfalls einer der sechs Hausärzte, die die Fieberambulanz unter der Woche abwechselnd besetzen, erläutern das Prozedere.

Erster Schritt: Kontakt mit dem Hausarzt aufnehmen

Die wichtigste Information bezüglich der Fieberambulanz und Corona-Schwerpunktpraxis St. Georgen lautet: „Kein Zutritt ohne vorherige Anmeldung durch den jeweiligen Hausarzt“, macht Johannes Probst deutlich. Das bedeutet, dass nicht jeder Patient mit Erkältungssymptomen automatisch einen Termin in der Schwerpunktpraxis bekommt. Er muss zunächst telefonisch Kontakt zu seinem Hausarzt aufnehmen. „Weist der Patient Symptome wie Fieber und Störung oder Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns auf, wird er an die Schwerpunktpraxis verwiesen. Alle anderen Patienten, die diese Symptome nicht haben, werden hausärztlich weiterversorgt“, ergänzt Oliver Freischlader.

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Patienten, die vom Hausarzt eine Überweisung für die Corona-Schwerpunktpraxis haben, bekommen entweder für denselben oder für den darauffolgenden Tag einen Termin. Momentan ist vorgesehen, dass die Praxis zwei Stunden am Nachmittag pro Wochentag geöffnet ist und die Termine im Zehn-Minuten-Rhythmus erfolgen. Sollte sich zeigen, dass der Andrang größer ist, könne eine Erweiterung der Öffnungszeiten in Erwägung gezogen werden. Ebenso können sich Personen ohne Symptome, die entsprechend der Teststrategie des Landes Anspruch auf einen Test haben, nach vorheriger Terminvereinbarung in der Schwerpunktpraxis testen lassen.

Sechs Mediziner tun sich zusammen

Die Organisation einer eigenen Schwerpunktpraxis ist im Schwarzwald-Baar-Kreis einmalig, wie Probst und Freischlader betonen. „Alle sechs St. Georgener Hausärzte haben sich hier zusammengetan“, so Freischlader. Neben der Örtlichkeit, einer leer stehenden Arztpraxis, sehen die Mediziner auch ein Signal für die St. Georgener Bürger. „Die chronischen Patienten können weiterhin unbesorgt in die Sprechstunden zu ihrem Hausarzt kommen, weil ja die Risikofälle aus der Praxis draußen sind.“ Derzeit seien die Patienten praktisch in drei Gruppen eingeteilt: solche mit Covid-19-Symptomen, solche mit normalen Erkältungssymptomen, die in den Hausarztpraxen ebenfalls gesondert von den übrigen Patienten behandelt werden, und dann die Patienten mit übrigen Beschwerden.

Stadt übernimmt die Bürokratie

Die Stadt unterstützt die Schwerpunktpraxis ebenfalls. „Wir haben als Stadt die Räumlichkeiten angemietet und untervermietet und übernehmen die Bürokratie, damit sich die Ärzte ganz auf ihre Arbeit konzentrieren können“, so Bürgermeister Michael Rieger.

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