Entlassungen, Durchsuchungen und Ermittlungen: Bei der Sparkasse in Furtwangen sorgen finanzielle Unregelmäßigkeiten für große Unruhen. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft wollen die Vorfälle nun klären.

Ein solcher Fall kann das gute Ansehen eines Kreditinstituts in weitem Umkreis ins Wanken bringen. Wie Recherchen dieser Zeitung ergeben haben, sind bei der Sparkassen-Filiale in Furtwangen finanzielle Unregelmäßigkeiten aufgetreten, die weitereichende Konsequenzen haben.

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Viel Bargeld entdeckt

Informationen unserer Zeitung zufolge ist der Fall bereits vor zwei Monaten innerhalb der Sparkasse bekannt geworden. Im Zuge von internen Ermittlungen wurden offenbar größere Summen an Bargeld entdeckt, die – so heißt es aus mehreren Quellen – den Verdacht einer möglichen Unterschlagung zur Folge hatten.

Die Konsequenzen folgten indes zeitnah: Zwei leitende Mitarbeiter, darunter eine Frau, wurden fristlos vor die Tür gesetzt. Zeitgleich leitete die Kriminalpolizei in Villingen Ermittlungen ein – in diesem Zuge soll es auch zu verschiedenen Durchsuchungen gekommen sein.

Komplizierter Fall

Beim Polizeipräsidium Tuttlingen sprach man auf Anfrage von „umfangreichen Ermittlungen“ der Kriminalpolizei. Und auch die Staatsanwaltschaft in Konstanz sah sich trotz mehrmaliger Anfrage bislang noch nicht in der Lage, nähere Angaben zu den finanziellen Unregelmäßigkeiten und dem Verdacht der Unterschlagung zu machen. „Das ist ein überaus komplizierter Fall, und bislang gilt noch die Unschuldsvermutung“, erklärte Andreas Mathy, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft.

Die Ermittlungen würden noch laufen und sich eine Weile hinziehen. Im Zuge dieser Maßnahmen werden nach Angaben von Mathy derzeit Zeugen vernommen, „zum Teil handelt es sich aufgrund der betagten Beteiligten um richterliche Vernehmungen“.

Sorge um Schließfächer

Bei der Sparkasse haben die Unregelmäßigkeiten derweil für Unruhe gesorgt – denn auch in Furtwangen waren die plötzlichen Entlassungen der beiden Mitarbeiter schnell Stadtgespräch. Zum Teil meldeten sich besorgte Leser, die Sorge hatten, dass Habseligkeiten aus den Schließfächern der Filiale in Furtwangen abhandengekommen sein könnten.

Wir haben die Sparkasse Schwarzwald-Baar mit den pikanten Vorwürfen konfrontiert, die daraufhin eine Stellungnahme veröffentlichte. Dort wird bestätigt, dass „nach internen Ermittlungen“ in der Geschäftsstelle in Furtwangen Unregelmäßigkeiten festgestellt werden konnten. Angaben der Sparkasse zufolge würde sich dieser „im zusammengenommen mittleren sechsstelligen Bereich“ bewegen – und zwar zu Lasten von insgesamt neun Kunden.

Neun Kunden betroffen

Man habe, so wird in der Mitteilung berichtet, „sofort reagiert und zwei leitende Mitarbeiter fristlos entlassen“. Die Sparkasse erklärt weiter: „Darüber hinaus haben wir sofort Anzeige bei der Kriminalpolizei erstattet und die Staatsanwaltschaft informiert. Diese hat die Ermittlungen aufgenommen.“

In der Stellungnahme betont die Sparkasse Schwarzwald-Baar darüber hinaus, dass sie den „Sachverhalt lückenlos und transparent“ aufgeklärt habe und „eng mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten“ werde. Im Zuge der Aufarbeitung dieser Unregelmäßigkeiten habe man sich bereits mit sieben Kunden einigen können, „mit zwei weiteren stehen wir in intensivem Kontakt.“

Schäden werden ersetzt

Für das angesehene Kreditinstitut sei es eine Selbstverständlichkeit, dass man den Kunden die festgestellten Schäden „vollumfänglich ersetzen“ wird.

Weitere Angaben wolle man aufgrund der „laufenden Ermittlungen“ derzeit nicht machen.

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