„Eine Gesichtsmaske für die breite Bevölkerung“ – das war ihr Wunsch. Sie, das ist Barbara Burkhardt-Ganter, die im Freiburger Klinikum im Bereich der Notfallmedizin arbeitet. Für die Umsetzung ihrer Idee hat sie sich mit der Firma Stern 3D aus Niedereschach zusammengetan. Jungunternehmer Philipp Stern hat Wirtschaftsingenieurwesen studiert und leitet gemeinsam mit seinem Vater Lothar Stern die Firma Stern 3D. Stern und Burkhardt-Ganter kennen sich gut, setzen öfters gemeinsam Ideen um. So wie jetzt die Gesichtsmasken.

Die „Easy Maske“ der Stern 3D GmbH aus Niedereschach.
Die „Easy Maske“ der Stern 3D GmbH aus Niedereschach. | Bild: Otto Sieber

Die Maske aus dem 3D-Drucker

„Mit einem 3D-Drucker kann fast alles hergestellt werden“, sagt der 26-Jährige. Warum also nicht auch Gesichtsmasken? Seit etwa vier Wochen beschäftigt sich die Firma mit der Herstellung. „Seitdem bekannt wurde, dass es zu wenig davon gibt“, sagt Stern. Im Internet, erzählt Stern, seien viele Masken im Umlauf gewesen, die meisten davon sehr einfach produziert. „Wir wollten es richtig machen“, sagt er. Das Ergebnis ist die „Easy Maske“.

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Nachhaltig und langlebig

Das Besondere an der Gesichtsmaske: Sie besteht aus nachhaltigem Material. Der Grundwerkstoff basiert auf Rizinus-Öl, das aus der gleichnamigen Pflanze gewonnen wird. Ein weiterer Pluspunkt: „Die Maske ist kein Einmalprodukt“, erklärt Burkhardt-Ganter. Denn: Die Maske hat eine Vorrichtung, in die ein Filter eingesetzt werden kann. „Das können ganz simple Einlagen sein“, sagt Burkhardt-Ganter. Ein Kaffee-Filter oder ein Taschentuch beispielsweise.

Nach Gebrauch könnten diese, so Burkhardt-Ganter, entsorgt und wieder ein neuer Filter eingesetzt werden. Die Maske selbst könne mit Wasser und Seife oder Desinfektionsmittel gereinigt werden.

Keine zertifizierte Atemschutzmaske

Wichtig ist den beiden: Die Maske ist keine zertifizierte Atemschutzmaske, sondern vielmehr eine „Barriere, die Tröpfchen auffangen soll“, sagt Stern.

Bislang gibt es die Maske in drei Größen: für Männer, Frauen und Kinder. In unterschiedlichen Farben gibt es sie auch. Burkhardt-Ganter sieht in den Masken ein Zunkunftsmodell: „Irgendwann werden Masken zu unserem Leben gehören“, ist sie sich sicher. Deshalb werden die Masken jetzt auch mit Mustern hergestellt – neben dem praktischen Nutzen also auch ein modisches Accessoire: „Die Leute sollen es lieben, sie zu tragen“, sagt Burkhardt-Ganter. Sie selbst habe sich durch ihre Maske bunte Schnüre gezogen.

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Große Nachfrage

Die Nachfrage ist groß. 200 Bestellungen seien es heute Morgen gewesen, erzählt Burkhardt-Ganter – ein mittelständisches Unternehmen, das die Masken für die Mitarbeiter bestellt hat. Momentan könnten 400 Masken täglich hergestellt werden.

Eine Gesichtsmaske kostet 49 Euro. Das Material habe seinen Preis, sagt Burkhardt-Ganter. Die Maskenherstellung sei ein „teures Verfahren“. „Man möchte sich daran nicht bereichern“, sagt Burkhardt-Ganter. „Es ist mehr für den guten Zweck.“

Karl Rombach unterstützt Innovation

Auf die Gesichtsmasken der Firma Stern 3D ist auch Landtagsabgeordneter Karl Rombach aufmerksam geworden. In einer Pressemitteilung schreibt er: „Es ist beeindruckend zu sehen, wie Unternehmen aus den verschiedenen Branchen daran arbeiten, wie die Corona-Pandemie eingedämmt werden kann. Der Firma Stern 3D GmbH bin ich dankbar, dass sie innovative Wege geht. Die Maske ist ein einfaches und innovatives Mittel zur Vermeidung von Tröpfcheninfektion für die breite Bevölkerung.“ Rombach bittet beim Sozialministerium Baden-Württemberg darum, dass in der aktuellen Lage – das Pflegehaus in Niedereschach benötigt Schutzausrüstung – auch nicht zertifizierte Masken genutzt werden dürfen.

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