Auf den ersten Blick scheint das Baarstädchen ein idealer Alterswohnsitz. Doch reichen in Zukunft das Altenpflegeheim und die Seniorenwohnanlage „Wohnen im Städtle“? Bürgermeister Tobias Link ist überzeugt, dass dies mit Blick auf den demografischen und gesellschaftlichen Wandel mittelfristig nicht zu erreichen sein wird: „Wir benötigen verschiedene Pflegeformen: von der Vollzeitpflege bis zum niederschwelligen Angebot.“ Das Ziel einer breit gefächerten Altersbetreuung ist nicht neu. Schon vor 20 Jahren gehörte Löffingen zu den wenigen Orten, in denen eine Seniorenwohnanlage gebaut wurde, die das selbstständige Leben unterstützt und bei dergleichzeitig bei Bedarf auf die Infrastruktur des gegenüber liegenden Altenpflegeheims zurückgegriffen werden kann.

„Philosophie und Charakter des Hauses sollen erhalten bleiben“

Zweifelsfrei genießt das Löffinger Altenpflegheim mit der Philosophie „Nicht das Leben um Jahre verlängern, sondern die Jahre mit Leben erfüllen“ einen weit über die Heimatgrenzen hinaus bekannten Ruf, doch klar ist auch, dass die Betriebserlaubnis im Jahr 2030 offiziell endet. Das bedeute keineswegs die Schließung des Altenpflegeheims, betont Heimleiter Martin Satler. Allerdings seien dies Zeitmerkmale, die stetige Überlegungen erfordern, um dem demografischen und gesellschaftlichen Wandel gerecht zu werden.Die derzeit 50 Plätze sollten aus wirtschaftlicher Sicht und aufgrund der langen Warteliste erhöht werden, ohne dabei zu einem Großbetrieb zu werden, meint Link: „Die Philosophie und der Charakter des Hauses sollen erhalten bleiben.“

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Die derzeit 50 Plätze sollten aus wirtschaftlicher Sicht und aufgrund der langen Warteliste erhöht werden, ohne das Heim zu einem „Großbetrieb“ zu machen. „Die Philosophie und Charakter des Hauses sollen erhalten bleiben“, betont Link. Er sieht die Vorteile vor allem auch im Wohnumfeld, das individuellen Bedürfnissen großen Raum gebe.

Landesheimverordnung kann nicht 1:1 umgesetzt werden

Würde man im jetzigen Gebäude alle Doppelzimmer zu Einzelzimmer umfunktionieren, reduzierten sich die 50 Plätze um einiges. Im Rahmen der Möglichkeiten erfolgte die Umwandlung von Doppel- in Einzelzimmer bereits, so wurden teils auch Funktionsräume zu neuen Einzelzimmer umgestaltet. Doch kann die Forderung der Landesheimverordnung nicht 1:1 umgesetzt werden. „Wir haben drei Ehepaare im Heim. Sollen wir diese trennen?“, fragt Heimleiter Martin Satler. Auch Paaren muss man in Zukunft das gemeinsame Zusammenleben ermöglichen.

Räumliche Nähe wäre ideal

Das jetzige Gebäude wird für die Zukunft zu klein sein, ein Neubau wäre die Lösung. Doch wohin? Sinnvoll wäre, wie jetzt, die räumliche Nähe zwischen Altenpflegeheim und Seniorenwohnanlage.

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Zwar hat die Gemeinde schon vor geraumer Zeit in diesem Gebiet schon ein Grundstück gekauft, doch dies dürfte bei den mittelfristigen Plänen, Link denkt in 15-Jahres-Schritten, wohl nicht ausreichen.Sicher ist, dass Löffingen sich zu einem zeitgemäßen Alterswohnort mit vielen verschiedenen Pflegeformen mit passender Infrastruktur entwickeln möchte; von der Vollzeitpflege eines Altenpflegheims bis hin zur Tagespflege oder zur Senioren-WG.

Passendes Angebot für alle Löffinger

„Wir möchten vor allem allen Löffingern im Alter ein passendes Angebot der Unterstützung ermöglichen“, so das Ziel von Bürgermeister Tobias Link. Das Thema werde Gemeinderat und Verwaltung noch längere Zeit beschäftigen.

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Man könnte sich vorstellen, dass im jetzigen Gebäude des Altenpflegheims unterschwellige Pflegeangebote untergebracht werden könnten wie die schon lange geforderte Tagespflege. Dieses zusätzliche Betreuungsangebot für ältere Menschen entlasten gleichzeitig pflegende Angehörige. Eine betreute Senioren-Wohngruppe wäre ebenfalls eine zusätzliche Möglichkeit. Die Erweiterung des Altenpflegeheims würde den Krankenhausfonds rund zwölf Millionen Euro kosten.

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