Der neue Ortschaftsrat konstituierte sich nach Verabschiedung der scheidenden Gremiumsmitglieder in Windeseile. Mit Christoph Riegger (20 Jahre), Gerd Großhardt (15 Jahre) und Wolfgang Albicker (zehn Jahre) verließen 45 Jahre ortspolitische Erfahrung das Gremium. Die Sitze der drei Ausscheider nahmen Stephan Happle, Christian Langenbacher und Simone Martin ein.

Eine klare Angelegenheit war auch die einstimmige Wiederwahl von Ortsvorsteher Hans-Peter Münzer. Neue stellvertretende Ortsvorsteherin ist Ingeborg Reitze, die das Amt vom scheidenden Christoph Riegger übernimmt. Reitzes bisherige Aufgabe als Schriftführerin übernimmt ab sofort der Ratsneuling Simone Martin.

Bereits vor der Vereidigung des neuen Gremiums lenkte Ortsvorsteher Münzer der Fokus auf die bevorstehenden ortspolitischen Herausforderungen. „Die vergangenen fünf Jahre verliefen wohl nicht in jedem Fall zu unserer Zufriedenheit. Doch gilt es jetzt den Blick nach vorne zu richten“, erinnerte er an die Schließung des 90 Jahre alten Kindergartens oder den Verlust eines eigenen Stadtrates.

Doch die zentrale Lage des Dorfes, dessen gute infrastrukturelle Anbindung und die Funktion als Schulstandort und Geschäftsstelle der Schellenberger-Grundschule führten zu einem Anstieg des Bevölkerungswachstums von 368 Einwohnern im Jahr 1991 auf aktuell 527 Einwohner.

In diesem Zusammenhang liegt die Forderung nach einem Neubaugebiet nahe, denn im Ort gibt es so gut wie keine Bauplätze mehr. Das Innenraummanagement und die Werbung zum Erhalt von Fördergeldern aus dem Entwicklungsprogramm ländlicher Raum seien in vollem Gange. Es gebe auch noch diverse Privatflächen und Leerstände, deren Verkauf oder Sanierung ohne Entgegenkommen der Eigentümer nicht möglich sei.

In der Vorprüfung befindet sich eine Baugebietserweiterung auf dem Auenberg. Deren Aufstellung kann erfolgen, sobald Ortschaftsrat und Stadtrat grünes Licht geben. „Es wird nicht einfach und erfordert Kompromisse, das Baugebiet auszuweisen. Doch es ist möglich“, verwies Bürgermeister Michael Kollmeier auf die Einwände, welche der Naturschutz vorgebracht hatte.

Die mit einem Anschluss ans Bahnnetz verbundene Reaktivierung der Station Hausen vor Wald, die bauliche Umsetzung einer Fluchttreppe am Bürgerhaus oder die flächendeckende Realisierung des Breitbandnetzes und eines funktionierenden Mobilfunknetzes sind weitere Projekte, die den Ortschaftsrat zukünftig beschäftigen. Aktuell gilt Hausen vor Wald in Bezug auf sein Mobilfunknetz in weiten Teilen als Diaspora. Das soll sich demnächst ändern.

Ortsvorsteher Münzer schlug als Bereicherung des infrastrukturellen Angebots die Errichtung von Mitfahrerbänkle vor, an denen die Bevölkerung außerhalb der regulären Fahrplanverbindungen durch ihre Präsenz mitteilen können, dass sie eine Mitfahrgelegenheit suchen. Die Einführung ist über das gesamte Stadtgebiet Hüfingen geplant, weshalb Kollmeier vorschlug, das Thema in den einzelnen kommunalpolitischen Gremien inklusive möglicher Standorte der neuen Mitfahrerbänkle zu diskutieren.