In Fürstenberg sichern 15 Jahre musikalische Früherziehung den Bestand einer Musikkapelle, die sich in den vergangenen Jahren im gesamten Umkreis zu einem der größten Klangkörper eines Ortsteils entwickelte. Zwischen 70 und 90 aktive Mitglieder zählt die Musikkapelle, die im Jahr 2021 ihren 100. Geburtstag feiern kann. Diese Entwicklung stellt die Verantwortlichen auch aus logistischer Sicht immer wieder vor neue Herausforderungen.

Platznot bald gelöst

Für ein Problem zeichnet sich in Kürze eine Lösung ab. Die Platznot in ihrem aktuellen Probelokal unterhalb der Festhalle gehört demnächst der Vergangenheit an. Der Initiative ihres ehemaligen Ortsvorstehers Bernhard Schmid haben die Musiker den unmittelbar bevorstehenden Bau eines Vereinshauses zu verdanken, das auf einer Etage so eingerichtet wird, dass es dem Bedarf der Musikkapelle voll und ganz entspricht.

Dunja Dietrich (von links), Julia Straub und Simone Gut leiten seit Jahren die musikalische Früherziehung in Fürstenberg.
Dunja Dietrich (von links), Julia Straub und Simone Gut leiten seit Jahren die musikalische Früherziehung in Fürstenberg. | Bild: Rainer Bombardi

Einer der Profiteure dieser Entwicklung ist auch die musikalische Früherziehung, die sich eineinhalb Jahrzehnte nach ihrer Gründung zu einem festen Bestandteil im musikalischen Ausbildungssystem der Kapelle entwickelt hat. Von Anfang an als Leiterin dabei ist Gründerin Dunja Dietrich, die gemeinsam mit Simone Gut und Julia Straub den Grundstein für eine erfolgreiche Laufbahn als Musiker legt. Unmittelbar vor der Sommerpause verabschiedete sich das Leitungsteam von 15 Kindern, von denen sich nahezu alle zum Besuch der nächsten Stufe der musikalischen Grundausbildung entschieden haben. Acht weitere Kinder gehen ins zweite Jahr der musikalischen Früherziehung, für den es nur noch vier freie Plätze gibt. Im September startet bereits der nächste Anfängerkurs.

Dass es den drei Leiterinnen gelingt, die Kinder immer wieder aufs Neue zu begeistern, liegt auch an dem von ihnen gewählten Verhältnis zwischen den spielerischen Elementen, mit denen sie die musikalischen Fähigkeiten der Kinder fördern, der Geselligkeit und der Fähigkeit, den Spaß am Musikalischen nicht zu kurz kommen zu lassen.

Jüngsten Musiker sind vier Jahre alt

Die jüngsten Musiker sind zwischen vier und sieben Jahren alt. Von den Leiterinnen ist deshalb die Fähigkeit gefordert, die musikpädagogischen mit allgemein erzieherischen Zielen zu vereinen. In diesem Zusammenhang ist es für die Musikkapelle ein Glücksfall, dass die Leiterinnen im erzieherischen Bereich tätig sind. Wenn sie in den Unterrichtsstunden aus den Kindern kleine Rhythmusakrobaten oder Zaubermusiker machen oder sie Töne auf einem Seil des Glockenspiels wandern lassen, prägt schnell eine heitere Stimmung die Unterrichtsstunden.

Spielerisch wird die Begeisterung geweckt

Spielerisch weckt das Trio die Begeisterung für die Musik mit einem elementaren Musikspiel unter Einsatz der klassischen Orff‘schen Instrumente. Diese sind im Besitz der Musikkapelle, sodass jedes Kind mit der gleichen instrumentalen Ausstattung seine musikalische Karriere starten kann. Zu ihr gehören Klanghölzer, Schellenkranz. Handtrommel, Triangel, Holzblock aber auch während dem Unterricht selbst gebastelte Instrumente.

So sieht es aus, wenn die Großen üben: Die Musikkapelle Fürstenberg beim Proben.
So sieht es aus, wenn die Großen üben: Die Musikkapelle Fürstenberg beim Proben. | Bild: Rainer Bombardi

Kurse laufen zwei Jahre lang

Im zweiten Ausbildungsjahr bereichert die Einführung des Glockenspiels die Früherziehung. „Unsere Kurse bieten wir jahrgangsstufenübergreifend und kontinuierlich an. Sie dauern zwei Jahre und sind in Unterrichtseinheiten von 60 Minuten eingeteilt“ erläutert Leiterin Dunja Dietrich. „Wir schulen die Stimme, die Sprache und das Rhythmusgefühl, vermitteln musikalische Grundbegriffe und schulen das Gehör. Zudem bringen wir den Jüngsten erste Kontakte mit der Notenschrift und der Instrumentenkunde bei.“

Begeisterung der Kinder motiviert

Da eine alleinige Konzentration auf die musikalischen Elemente den Elan der Kinder bremsen könnte, kombinieren die Leiterinnen die Früherziehung mit Spielen zur Förderung des Gedächtnisses und der Konzentration. Zudem sollen sie dazu animiert werden, Fantasie zu entwickeln und ihr Selbstvertrauen zu stärken. „Die letzten 15 Jahre vergingen wie im Flug. Doch in all der Zeit ist es immer wieder ansteckend, die Begeisterung der Kinder bei den ersten Schritten auf musikalischem Terrain zu begleiten“, beschreibt Dietrich ihre Motivation für die Ausbildungsarbeit.