Langsam füllen sich die Listen. Svenia Wittenberg, Aaron Heinemann und Jonas Schorpp wollen das Thema Klimaentscheid in den Donaueschinger Gemeinderat bringen. Um eine Abstimmung zu erwirken, sammeln sie derzeit in der Stadt Unterschriften. Etwa die Hälfte der benötigten Namen haben sie nun zusammen.

Das Ziel: Die Stadt Donaueschingen soll ein Planungsbüro beauftragen, das einen Klimaaktionsplan erstellt. Dieser soll mögliche Szenarien zum Klimaschutz und konkrete Schritte aufzeigen, wie die Kommune das Ziel der Klimaneutralität bis 2032 erreichen kann.

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Gebraucht werden Unterschriften von sieben Prozent der wahlberechtigten Donaueschinger. Es müssen also etwa 1500 Personen unterschreiben. Die Klimagruppe will allerdings 2000 Unterschriften sammeln, weil sie einen gewissen Prozentsatz fehlerhafte Unterschriften einkalkuliert.

Aktivisten sind mit dem Fortschritt zufrieden

Die Listen trudeln nur nach und nach bei den drei Initiatoren ein, daher fällt es ihnen schwer, den Fortschritt einzuschätzen. „Wir gehen davon aus, dass jetzt Halbzeit ist“, schätzt Jonas Schorpp.

Ungefähr ein Dutzend Leute gehören zum Kernteam rund um Svenia Wittenberg, Aaron Heinemann und Jonas Schorpp, etwa 30 weitere Personen sammeln außerdem Unterschriften für den Klimaentscheid. Mit dem bisherigen Fortschritt sind die drei Initiatoren zufrieden. „Dann kann es entweder einen Bürgerentscheid geben, oder – wovon wir eher ausgehen – der Gemeinderat nimmt unseren Vorschlag an“, sagt Jonas Schorpp.

Aaron Heinemann (von links), Svenia Wittenberg und Jonas Schorpp sind Teil der Gruppe, die einen Klimaentscheid in Donaueschingen auf ...
Aaron Heinemann (von links), Svenia Wittenberg und Jonas Schorpp sind Teil der Gruppe, die einen Klimaentscheid in Donaueschingen auf den Weg bringen will. Unterstützung bekommen sie dafür von der deutschlandweit agierenden Initiative German Zero. | Bild: Katharina Höcker

Diese Einschätzung kommt nicht von ungefähr, bereits im Vorfeld haben sich die Mitglieder der Klimaentscheid-Gruppe mit den Fraktionssprechern ausgetauscht. „Insgesamt fand ich das Feedback des Gemeinderats sehr positiv“, sagt Aaron Heinemann. „Wir hatten eher mit mehr Zurückhaltung gerechnet“, ergänzt Jonas Schorpp.

Effekt fürs Klima ist ungewiss

Grundsätzlich gilt jedoch, dass die Unterschriftensammlung den Rat nur verpflichtet, ein Planungsbüro zu beauftragen, nicht, alle vom Planungsbüro aufgezeigten Vorschläge auch umzusetzen. Das sei laut Jonas Schorpp rechtlich nicht möglich.

Die Unterschriften werden in Form von Listen gesammelt. Es dürfen sich nur Menschen mit Wohnsitz in Donaueschingen beteiligen.
Die Unterschriften werden in Form von Listen gesammelt. Es dürfen sich nur Menschen mit Wohnsitz in Donaueschingen beteiligen. | Bild: Katharina Höcker

Die Gruppe sammelt in unregelmäßigen Abständen an Markttagen in der Innenstadt und über ihre Internetseite und die sozialen Medien. Die Vorstellung, dass sich vor allem junge Menschen für das Thema interessieren, habe sich jedoch nicht bestätigt. „Wir haben auch viele ältere Leute getroffen, die begeistert sind von dem, was wir machen“, sagt Svenia Wittenberg.

Bis zum Sommer sollen noch Unterschriften gesammelt werden. Im Juli, so schätzen die Organisatoren, haben sie alle 2000 Personen zusammen. Dann planen Svenia Wittenberg, Aaron Heinemann und Jonas Schorpp das Thema Klimaentscheid im Gemeinderat vorzustellen.