Wer im Bereich Schellenberg wohnt, sollte sich in nächster Zeit nicht wundern, wenn das Leitungswasser nach Chlor riecht. Dahinter stecke eine rein vorsorgliche Maßnahme, teilt die Stadtverwaltung mit.

„Aufgrund von Auffälligkeiten an einer einzelnen Messstelle im Trinkwasser des Versorgungsgebiets Schellenberg führt der Eigenbetrieb Wasserwerk der Stadt Donaueschingen in Absprache mit dem Gesundheitsamt des Schwarzwald- Baar-Kreises in diesem Bereich eine verstärkte Chlorung des Trinkwassers durch“, heißt es im Behördendeutsch in der Mitteilung.

Der Hochbehälter am Schellenberg liefert das Wasser für den Versorgungsbereich „südliche Hochzone der Kernstadt.“
Der Hochbehälter am Schellenberg liefert das Wasser für den Versorgungsbereich „südliche Hochzone der Kernstadt.“ | Bild: Wursthorn, Jens

Das Versorgungsgebiet Schellenberg sei die „südliche Hochzone der Kernstadt“ und umfasse grob das Gebiet zwischen der Rehaklinik Sonnhalde und der Eichendorffstraße.

„Bei der verstärkten Chlorung handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Das Trinkwasser ist nach wie vor hygienisch einwandfrei und hält alle strengen gesetzlichen Anforderungen ein“, macht die Stadtverwaltung deutlich. Das Leitungswasser könne „weiterhin problemlos für alle Anwendungen und den menschlichen Genuss verwandt werden“.

Nummer sicher

Erinnerungen an die Situation in Wolterdingen im September werden wach: „Wir gehen bei so einer Sache immer auf Nummer sicher“, erklärt Kai Baudis, Leiter der Donaueschinger Wasserwerke, das Vorgehen in solch einem Fall. Man sei zwar mit der Chlorung nach oben gegangen, bleibe aber weiter unter dem Grenzwert. „Im Netz wird das auch schnell weniger“, so Baudis weiter.

Wasserwerke-Leiter Kai Baudis im September. Damals war Wolterdingens Wassernetz betroffen.
Wasserwerke-Leiter Kai Baudis im September. Damals war Wolterdingens Wassernetz betroffen. | Bild: Simon, Guy

So erkläre sich auch, dass Donaueschinger, die näher am Schellenberg-Hochbehälter hinter der Rehaklinik Sonnhalde leben, das Chlor stärker wahrnehmen als weiter unten in der Stadt. Gestern habe man beprobt und wolle Anfang kommender Woche wieder reduzieren. „Eine geringe Schutzchlorung wird jedoch beibehalten“, so Baudis. Dann allerdings mit der Hälfte der Chlorung.

Ohne Chlorung sei „das Netz heutzutage nicht mehr machbar“, ergänzt Baudis. Ein Fall wie in Wolterdingen im September hätte noch vor 15 Jahren vermutlich erhebliche Probleme bereitet und Schwierigkeiten gemacht, das überhaupt nachzuweisen.

Eine Stelle mit Keimen

Im Bereich Schellenberg habe man an fünf Stellen eine Probe genommen, vier Ergebnisse seien unbedenklich, eine Stelle habe coliforme Keime aufgewiesen. „Die Stelle ist an einem Hausanschluss. Und wir vermuten auch stark, dass es damit zu tun hat.“ Der Anschluss sei alt und überdimensioniert: „Wie so oft kommt es vermutlich aus dem Netz.“

Den Hochbehälter habe man entsprechend geprüft, hier sei nichts festzustellen gewesen. Der Hausanschluss ist aktuell außer Betrieb und eine neue Beprobung läuft“, so der Wasserwerke-Chef. „Ich denke, es müsste dann wieder unbedenklich sein.

Zuvor hatte es in Wolterdingen Probleme mit Verunreinigungen des Leitungswassers mit Kolibakterien und coliformen Keimen gegeben. Wochenlang musste dort das Trinkwasser aus Hygienegründen sicherheitshalber abgekocht werden – konkret vom 28. September bis 13. Oktober.