Der Ausbau der Bundesstraße 27 bei Donaueschingen geht immer näher dem Ziel entgegen. Als entscheidendes Datum nennt Projektleiter Hartmut Trenz vom Regierungspräsidium Freiburg den 8. November, dann soll die feierliche Verkehrsfreigabe erfolgen.

Allgemeines zum Projekt

Hartmut Trenz erinnert sich noch genau an den Juni 2016, als der Spatenstich an der B27 erfolgte. Seitdem hat sich für den zweibahnigen Ausbau zwischen Donaueschingen und Hüfingen einiges getan: Zuerst sei der Knotenpunkt Allmendshofen angegangen worden, um an diesem Unfallschwerpunkt mehr Sicherheit zu schaffen. „Die gesamte Maßnahme ist 4,2 Kilometer lang“, weiß der Bauingenieur. „Erste Baumaßnahme war eine Brücke. Als diese stand, wurde der Erd- und Straßenbau zunächst provisorisch an die alte B27 angeschlossen.“ 2018 folgte der Startschuss für die Schaffung der Bahnbrücke, später wurde mit dem Bau der Donaubrücke begonnen.

Bauingenieur Hartmut Trenz vom Regierungspräsidium Freiburg, der in der Außenstelle Donaueschingen arbeitet, ist Projektleiter des B27-Ausbaus bei Donaueschingen. Im Hintergrund sind vielerlei Pläne zu sehen, die in seinem Bürocontainer in direkter Nähe ausgehängt sind.
Bauingenieur Hartmut Trenz vom Regierungspräsidium Freiburg, der in der Außenstelle Donaueschingen arbeitet, ist Projektleiter des B27-Ausbaus bei Donaueschingen. Im Hintergrund sind vielerlei Pläne zu sehen, die in seinem Bürocontainer in direkter Nähe ausgehängt sind. | Bild: Singler, Julian

Tierwohl wird mitgedacht

Und genau an diesen beiden Brücken haben die Planer neben ihrer Hauptaufgabe auch das Tierwohl im Blick. „Auf der Donaubrücke und der Bahnbrücke wurde ein Fledermausirritationsschutz geschaffen. Wenn Tiere das Bauwerk kreuzen, sind sie ansonsten einer Verletzung oder Tötung durch den Schwerverkehr ausgesetzt“, berichtet Trenz.

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Ohnehin beschäftige sich Straßenbau mittlerweile sehr viel mit Umweltschutz, das habe deutlich mehr Bedeutung als früher. „Zurecht kommt eine gewisse Dynamik rein“, findet der Projektleiter. Man lege bei Umwelteingriffen wie Straßenbauten viel mehr Wert auf Ausgleiche, Trenz spricht von zusätzlicher Bepflanzung und der Herstellung von Rückzugsräumen außerhalb der eigentlichen Baumaßnahme an der B27.

Zurück zu den Fakten

Im März hatte der Ausbau des nördlichen Abschnittes begonnen – laut Hartmut Trenz massentechnisch deutlich größer als jener im Süden. Das liegt ihm zufolge an zahlreichen Schüttungen. „Ziel war, mit diesem Abschnitt am 15. Oktober fertig zu sein, das haben wir nicht ganz geschafft“, sagt der 62-Jährige. Das Frühjahr sei sehr verregnet, außergewöhnlich nass gewesen. „Speziell, wenn man größere Erdbaumaßnahmen beginnt, ist man völlig auf das Wetter angewiesen. Da hatten wir Pech.“ Seit Donnerstag, 14. Oktober, wird nun die letzte Asphaltschicht eingebaut. Diese Deckschicht ist vier Zentimeter stark, Montagabend sollen die Asphaltarbeiten komplett abgeschlossen sein.

Walze in Aktion auf der B27.
Walze in Aktion auf der B27. | Bild: Singler, Julian

Und dann kommen dem Bauingenieur zufolge für ungefähr zwei Tage die Fahrbahnmarkierer, die Schutzplankenbauer bräuchten dagegen drei Wochen. Sind auch diese Arbeiten erledigt, soll der Verkehrsfreigabe am 8. November nichts mehr entgegenstehen. Im Anschluss müssen noch in den Nebenachsen die Wirtschaftswege zur Gänze hergestellt werden, informiert Trenz. Diese sind deshalb weiterhin erst mal nicht befahrbar, sollen jedoch im Laufe des Herbstes fertiggestellt werden, genauso ein Radweg über die Bahnbrücke.

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Noch nicht das Ende

Zwar sollen die meisten Restarbeiten, die nach der Verkehrsfreigabe Anfang November noch anstehen, dieses Jahr abgehakt werden, doch die Begrünung und Bepflanzung werde noch etwas länger dauern. „Im Südabschnitt soll das noch 2021 passieren, im Nordabschnitt wohl im Herbst 2022“, sagt Hartmut Trenz.

Betroffen von Materialmangel?

Indes seien Lieferschwierigkeiten bei Materialien zurzeit immer ein Thema, sagt der Projektleiter. „Aber dadurch, dass wir speziell die materialintensiven Dinge bereits im Laufe des Jahres gemacht hatten, hat uns das nicht ganz so schlimm getroffen.“ Von Vorteil sei dabei, dass die ausführende Firma Strabag europaweit operiere und dementsprechend über ein gut gefülltes Lager verfüge.

Glänzend neu präsentiert sich der frisch aufgesetzte Asphalt auf der Fahrbahn.
Glänzend neu präsentiert sich der frisch aufgesetzte Asphalt auf der Fahrbahn. | Bild: Singler, Julian

Wie sieht es mit Umleitungen und Sperrungen aus?

Bis zur Verkehrsfreigabe fließt der Verkehr laut Auskunft Trenz‘ weiterhin so wie momentan, „vielleicht müssen wir noch einmal eingreifen, um die Schutzplankenarbeiten an der Ostseite realisieren zu können“. Hierfür würde man dort eine Spur wegnehmen, aber dies auf der anderen Seite ausgleichen. Seine klare Botschaft lautet: „Der Verkehr kann immer fließen.“

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Ab und an sei das Treiben auf der Bundesstraßen-Baustelle aber schon sehr herausfordernd, gibt der Bauingenieur zu. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens müsse in Absprache mit Landratsämtern, Verkehrsbehörde und Polizei reagiert werden. „Die Verkehrssicherungsunternehmen, die für uns arbeiten, sind Profis, die machen das quasi jeden Tag“, sagt Hartmut Trenz. Er meint damit Maßnahmen, wie aus Sicherheitsgründen die Geschwindigkeit zu drosseln. Schließlich müssten die Arbeiter geschützt werden.