Es war nur eine Frage der Zeit: Nun hat auch Donaueschingen zwei bestätigte Corona-Fälle. Die beiden Donaueschinger sollen sich allerdings bei zwei unterschiedlichen Quellen angesteckt haben. Einer hatte laut dem Landratsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises Kontakt zu einem Infizierten in Mulhouse Elsass, der andere hat sich auf einer Skifreizeit in Österreich infiziert. „Auf ärztlichen Rat bleiben die erkrankten Personen zu Hause“, teilt das Landratsamt mit. Das Gesundheitsamt stünde mit beiden Erkrankten in Verbindung. Die Kontaktpersonen würden ermittelt und ebenfalls häuslich isoliert. Dieser Personenkreis wird bei auftretenden Symptomen wie Niesen, Husten und Fieber umgehend nach Benachrichtigung des Gesundheitsamtes getestet.

OB Pauly geht von einem weiteren Anstieg aus

„Es war klar, dass Donaueschingen nicht verschont bleiben wird. Es war nur eine Frage der Zeit, bis wir hier den ersten Fall haben. Ich appelliere an die Bürger, jetzt nicht in Panik auszubrechen“, sagt Oberbürgermeister Erik Pauly. Bei zwei Fällen werde es nicht bleiben, das würden Statistiken zeigen und die wären eben auch in Donaueschingen gültig. „Die Infektion wird nicht an Donaueschingen vorbeigehen, genauso wie sie das nicht am Kreis, an Baden-Württemberg oder an Deutschland nicht tut.“ Es werde noch einen weiteren Anstieg geben. „Und damit müssen wir eine Zeit lang umgehen“, sagt das Stadtoberhaupt.

„Wir reagieren aufmerksam und professionell, aber nicht überzogen.“
Erik Pauly zur Situation im Rathaus

Täglich werde die Situation im Rathaus neu beurteilt, was in zwei Wochen ist, könne keiner sagen. „Verwaltungsintern sind wir seit Wochen mit den Vorbereitungen beschäftigt“, erklärt Pauly. Täglich würden auch neue Mitteilungen aus den zuständigen Behörden des Kreises, des Landes und des Bundes eintreffen. Diese würden alle gesichtet und daraus die Ableitungen für Donaueschingen getroffen. „Wir reagieren aufmerksam und professionell, aber nicht überzogen.“

Vereine erhalten Post aus dem Rathaus

Nachdem die Stadt am Mittwoch bereits eigene Veranstaltungen, wie die Stadtgeschichten oder den Bürgerempfang abgesagt hat, gehen nun auch vermehrt Anrufe im Rathaus ein. „Viele Vereine und Bürger wollen wissen, ob sie ihre Veranstaltungen durchführen sollen“, sagt Pauly. Deshalb wurden gestern im Rathaus entsprechende Informationen aufbereitet und Vereine und andere Personengruppen, die von Veranstaltungen betroffen sind, erhalten Post, die ihnen Informationsgrundlagen für ihre Entscheidungen bieten sollen. „Es geht darum, die Möglichkeiten der Ausbreitung zu minimieren“, sagt Pauly.

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Auswirkungen auf die Arbeit im Rathaus haben die beiden Corona-Fälle aber nicht. „Wir sind nicht dabei, den Betrieb auf ein Nötigstes zu reduzieren, wobei ich nicht ausschließen möchte, dass dieser Fall doch noch eintreten könnte.“ Aktuell wird auf Informationen gesetzt, die Möglichkeit von Home-office werde grundsätzlich versucht, den Mitarbeitern einzurichten – unabhängig vom Corona-Virus. Und auch die Kommunalpolitik werde nicht ausgesetzt. Nach aktuellem Stand treffen sich die Stadträte am Wochenende nämlich zu ihrer Klausurtagung.

Hände waschen anstatt sie zu schütteln

Für jeden Einzelnen gelten die gleichen Maßnahmen wie bei einer Grippewelle. „Wenn jemand schnieft und hustet, geht man doch automatisch auf Abstand, weil man nicht krank werden möchte“, so der OB. Das gelte auch für Corona: Hände nicht schütteln, dafür regelmäßig waschen und Abstand halten. „Das sind Maßnahmen, mit denen man die Ansteckung deutlich vermindern kann.“

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So stellt sich das Klinikum in Donaueschingen auf

Zentrale Ambulanz: Am kleineren Standort Donaueschingen des Schwarzwald-Baar-Klinikums sind rund 500 Mitarbeiter beschäftigt. Die zentrale Corona-Ambulanz für eventuelle Verdachtsfälle befindet sich jedoch am Klinikstandort in Villingen-Schwenningen. Sie wird von niedergelassenden Ärzten besetzt.

Hinweis am Eingang: Von Donaueschingen aus werden Menschen, die befürchten, am Coronavirus erkrankt zu sein, an die Corona-Ambulanz in VS verwiesen. Im Eingangsbereich der Klinik ist ein großer Aufsteller platziert, der auf die Möglichkeiten der Corona-Sprechstunde in der Doppelstadt hinweist.

Isolierzimmer: Sogenannte Isolierzimmer gebe es an beiden Standorten des Klinikums, sagte Klinik-Pressesprecherin Sandra Adams auf Anfrage. Deren Einrichtung unterliege der Gesamtstrategie des Klinikums.

Hilfreiche Nummern: Wer befürchtet, ein Verdachtsfall sein zu können, sollte nicht auf gut Glück Arzt oder Klinikum aufsuchen, sondern zunächst zum Telefon greifen. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist unter der Nummer 116 117 zu erreichen. Die Telefonhotline des Gesundheitsamtes wird unter 0 77 21/9 13 71 90 zum ersten Anlaufstelle. Sie ist auch am Wochenende von 8 bis 16 Uhr geschaltet.

Internet-Hinweise: Ständig aktuelle und wissenschaftlich fundierte Informationen lassen sich auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts abrufen. Die Adresse lautet www.rki.de. (wur)