Wenn in Donaueschingen richtig viel Schnee liegt, das weiß der Leiter der Technischen Dienste (TD), Armin Börnert, dann gehen die Beschwerden entnervter und ungeduldiger Anwohner rapide zurück.

Anders, wenn die ersten Flocken fallen und Anlass geben, Schneeschieber und Besen in Betrieb zu nehmen. Jede geschobene Bahn erhöhen offenbar das Frustpotenzial und die Sorge, die eigene Straße könnte dieses Jahr ganz hinten stehen im Räumplan der Stadt. „Je geringer die Schneedecke, desto mehr Anrufe haben wir“, gibt Börnert seine Erfahrung wieder.

Anders, wenn der Schnee mindestens knöchelhof liegt. Ob andernfalls entnervte Bürger einfach zu sehr mit der weißen Pracht, um zum Telefon zu greifen. Börnert weiß es nicht. Möglicherweise schafft eine große Menge Neuschnee aufs Mal auch ein Gemeinschaftsgefühl der Anwohner, zu dem ein Ausscheren in Form von Nörgeln nicht passen würde.

Er hätte gerne mal wieder einen schneereichen Winter, räumt der Winterdienstler ein. Weißräum-Winter statt Salzstreu-Winter. Für die Stadtkasse wären beide Lösungen in etwa gleich teuer. Für den Verschleiß von Straßen und Räumgerät hat eine dünne Schneedecke durchaus Nachteile. Beide nehmen Schaden. Bleibt die äußere Anmutung: Wenn auch jetzt im November noch keine Schneeberge an den Straßenrand geschoben werden, schwärmt der Winterdienst morgens ab 4 Uhr aus, um im Bedarfsfall mit einem Salz-Solegemisch zu streuen. Erst sind die drei Strecken des Stadtbusses dran, dann die Orts-Einfallstraßen, hernach Brücken und verkehrsreiche sowie wichtige Straßen im Stadtgebiet.

Die Reihenfolge kratzt an des Bürgers Deutungshoheit. Beispiel Humboldt-Straße. Die Anfahrtstrecke für Busse, Lehrer und Elterntaxis ist wichtig, aber „da bekommen wir über den ganzen Tag nicht die erforderlichen Nutzerzahlen hin“, verweist Börnert. Dennoch räumen und streuen die TD natürlich auch in den Wohngebieten. Daseinsvorsorge nennt das Börnert. Seine Männer machen das so schnell es eben geht. Mit und ohne das Grummeln aus dem Publikum.