Über den Wert und die Notwendigkeit der Schulsozialarbeit besteht kein Zweifel. Wer dafür finanziell aufkommen muss, ist dann schon die Frage. "Je generöser wir hier sind, um so deutlicher ist das Zeichen an das Land, dass es sich aus der Finanzierung zurückhalten kann", sagt Bürgermeister Bernhard Kaiser. Denn einst wurde die Schulsozialarbeit durch den Europäischen Sozialfonds kofinanziert, doch seit 2012 liegt die Aufgabe beim Landkreis. Dort wurde allerdings entschieden, dass jede Kommune bei sich selbst individuelle Lösungen sucht, anstatt die Schulsozialarbeit über die Kreisumlage zu finanzieren.

Mittlerweile haben auch viele Schulen in Donaueschingen einen Schulsozialarbeiter. Während die Realschule, die Eichendorffschule, die Erich-Kästner-Schule und das Fürstenberg-Gymnasium jeweils eine 50-Prozent-Stelle haben, wurde der Heinrich-Feurstein-Schule lediglich eine 25-Prozent-Stelle genehmigt. Die Begründung: An der Schule mit 80 Schülern und Sonderpädagogen wäre die Betreuung nicht mit den anderen Schulen vergleichbar und eine 50-Prozent-Stelle zu viel. Allerdings sehen sowohl die Eichendorffschule, als auch die Heinrich-Feurstein-Schule einen höheren Bedarf an Schulsozialarbeit: Die Eichendorffschule hätte gerne 75 Prozent und die Eichendorffschule die 50 Prozent, die sie schon im vergangenen Jahr gefordert hatte.

Ein Bedarf, den auch die Stadträte so sehen: "Ohne Schulsozialarbeit geht es heutzutage nicht mehr", sagt SPD-Stadtrat Peter Rögele, der als ehemaliger Lehrer der Eichendorffschule bestens mit dem Thema vertraut ist. An der Eichendorffschule sei die Schulsozialarbeit eingeführt worden, als die Schule noch als "Brennpunktschule" galt. Die vorhandenen 50 Prozent würden lediglich für die Werkrealschule verwendet, für die Grundschüler gebe es noch keine Schulsozialarbeit. Und die Aufstockung der Schulsozialarbeit an der Heinrich-Feurstein-Schule? "Mit 25 Prozent kann das nicht funktionieren, das weiß auch vor Ort jeder", so Rögele.

Und CDU-Fraktionssprecher Konrad Hall sieht die Stadt in der Pflicht: "Wenn wir aufs Land schimpfen, ist den Schulen nicht geholfen." Die Aufstockung der Schulsozialarbeit an den beiden Schulen sei wichtig, um die Qualität zu erhalten. Und auch die GUB-Fraktionssprecherin Claudia Weishaar, früher Schulleiterin, weiß, wie notwendig die Schulsozialarbeit sei und dass es dafür auch viel Zeit braucht: "Je enger man an den Schülern dran ist und je häufiger man sie sieht, um so mehr Erfolg hat man." Grünes Licht auch von den Grünen: "Wir können die Schüler und die Lehrer nicht hängen lassen", fordert Fraktionssprecher Michael Blaurock. Und FDP/FW-Fraktionssprecher Bertolt Wagner forderte ein selbstbewusstes Auftreten gegenüber dem Land.

Letztendlich bekommen beide Schulen ihre gewünschte Stellenerhöhung.

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