Es ist der erste etwas ruhige Tag nach dem Ansturm, dem gerne das Etikett „Hamsterkäufe„ angehängt wird. Anja Pfaff, stellvertretende Leiterin der Lidl-Filiale spricht am Dienstag darüber, dass es zum Beispiel wieder Spagetti gibt. Mehl gibt es momentan nicht, aber auch mit dem Toilettenpapier hapert es noch. Am vergangenen Donnerstag habe der unheimliche Ausverkauf angefangen.

Die Lidl-Filiale an der Villinger Straße
Die Lidl-Filiale an der Villinger Straße | Bild: Wursthorn, Jens

„Da luden die Menschen ganze Kartons einzelner Artikel in ihren Wagen“, so Pfaff. Vielleicht habe da auch eine Rolle gespielt, dass das Gehalt frisch auf dem Konto lag. Nicht zu haben sind momentan die kleinen Desinfektionsfläschchen an der Kasse. Zum Glück sei man vor dem Ansturm bei Wasser und Konserven gut ausgerüstet gewesen.

Die Drogeriemarkt Müller in Donaueschingen
Die Drogeriemarkt Müller in Donaueschingen | Bild: Wursthorn, Jens

„Am Samstag ging es los“, sagt Bianca Konegen. Die Leiterin des Drogeriemarktes Müller bringt die Mangelartikel schnell zusammen, die gegenwärtig fehlen. Ganz vorne stehen Desinfektionsmittel. Wo sie normalerweise in den Regalen stehen, weist ein großes gelbes Schild auf den Umstand hin, dass diese ausverkauft und nicht lieferbar sind.

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Aber auch Küchentücher, Seife, Konserven und Mehl waren in den vergangenen Tagen über die Maßen begehrt. Und vom Mundschutz möchte Konegen fast nicht mehr reden. Die sind gleichfalls nicht zu haben: Was mitunter Ängste erzeugt. „Am Samstag habe ich einen Kunden kennengelernt, der sich einen Mundschutz aus Küchentüchern gebastelt hat“.

Die Donaueschinger Penny-Filiale an der Güterstraße
Die Donaueschinger Penny-Filiale an der Güterstraße | Bild: Wursthorn, Jens

Nicht namentlich genannt werden wollte eine Mitarbeiterin des Penny-Marktes. „Bei uns gibt es keinen Versorgungsengpass“, sagte sie. Kontinuierlich werde der Bestand wieder aufgefüllt. Bei raren Artikeln versuche man, den Bestand zu erhöhen. Das bestätigte auch ein Sprecher der Rewe-Group, zu der die Penny-Märkte gehören. „Wir haben bundesweit eine verstärkte Nachfrage nach langhaltbaren Lebensmitteln, Nährmitteln, Konserven, Drogerie. Es gibt keine Engpässe in der Warenversorgung“, sagt Andreas Krämer. Die Frequenz der Belieferung der Märkte sei erhöht beziehungsweise angepasst worden. „Wir sind gut auf die Situation eingestellt“, so der Pressesprecher abschließend.

Das E-Center von Edeka an der Hagelrainstraße in Donaueschingen
Das E-Center von Edeka an der Hagelrainstraße in Donaueschingen | Bild: Wursthorn, Jens

Andere Märkte wollten vor Ort keine Auskünfte geben. Das E-Center an der Hagelrainstraße verwies an die Edeka-Unternehmenskommunikation in Offenburg. „Wir stellen fest, dass es derzeit im Bereich Grundnahrungsmittel eine erhöhte Nachfrage gibt. Eine ausreichende Warenversorgung unserer Märkte ist aktuell auch weiterhin sichergestellt. Versorgungsengpässe haben wir im Moment lediglich im Bereich Desinfektionsmittel„, sagt Florian Heitzmann.

Die Aldi-Filiale an der Hagelrainstraße in Donaueschingen
Die Aldi-Filiale an der Hagelrainstraße in Donaueschingen | Bild: Wursthorn, Jens

Auf einzelne Filialen geht auch Aldi Süd nicht ein. In einzelnen Filialen gebe es aktuell eine höhere Nachfrage nach länger haltbaren Produkten wie beispielsweise Konserven, sagt Pressesprecherin Anamaria Inden. Die Versorgungslage in unserem Verkaufsgebiet gut. Alle Bestände werden im Rahmen der üblichen Anlieferungen wieder aufgefüllt. Um die Versorgungssicherheit weiter zu gewährleisten, stehe Aldi Süd im engen Austausch mit Lieferanten und Logistikpartnern.

Keine Antwort kam am Dienstag aus der Norma-Pressestelle.

Norma hat seinen Standort in Donaueschingen gegenüber dem Bahnhof.
Norma hat seinen Standort in Donaueschingen gegenüber dem Bahnhof. | Bild: Wursthorn, Jens


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