Überwiegen nun die rationalen oder die emotionalen Gründe, die für die Wiedereinführung des alten DS-Kennzeichens sprechen? Egal in welchem Bereich die Stadträte ihren Schwerpunkt gesetzt haben: 21 von ihnen – und somit die große Mehrheit – haben sich dafür ausgesprochen, dass ein neuer Versuch gestartet werden soll, dass das alte DS-Kennzeichen wieder eingeführt wird. Allerdings gab es auch eine Gegenstimme von Grünen-Stadtrat Uwe Kaminski, der "Fetisch Auto für völlig überbewertet hält" und deshalb die Sache nicht unterstützen möchten, und neun Enthaltungen.

 

  • OB Erik Pauly: Nicht ganz so begeistert zeigte sich der OB über den Antrag von FDP-Stadtrat Niko Reith: "Ich fühle mich durch den Gemeinderatsbeschluss im Jahr 2012 sowieso damit beauftragt und versuche, das auch in die Wege zu leiten", sagt Pauly. Sowohl der CDU-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Thorsten Frei, als auch er, würden versuchen "im Hintergrund" auf die Kreisräte einzuwirken. Er sei sich nicht sicher, ob ein Gemeinderatsbeschluss nun auch wirklich Rückenwind für diese Arbeit bedeute oder ob man sich so "eine blutige Nase" holen werde. Auch wenn er keine Entscheidung im Rat wollte, die Initiative selbst will er unterstützen: "Es gibt keinen rationalen Grund, der gegen ein DS-Kennzeichen spricht." Im Gegenteil: Es würde von großer Souveränität des Kreises zeugen, wenn das Wahlkennzeichen eingeführt werden könnte.
  • Konrad Hall (CDU): "Genau so hätten wir es auch gesagt", formulierte der CDU-Fraktionssprecher in Richtung des Stadtoberhauptes. Natürlich wäre es schön, wenn die Donaueschinger, die ein DS-Kennzeichen wollen, auch eines bekommen könnten. Deshalb sei es wichtig, die anderen Bürgermeister zu überzeugen und "im Hintergrund" zu arbeiten. "Die anderen verlieren ja nichts, wenn wir das DS-Kennzeichen bekommen."
  • Gottfried Vetter (SPD): "Wenn man die Sache sachlich betrachtet, dann wird ein Kfz-Kennzeichen überschätzt", sagt der SPD-Fraktionssprecher. Es sei ein bürokratisches Instrument, um die Fahrzeuge verwalten zu können. Auch die Bedeutung für das Marketing sollte nicht überbewertet werden. Aber: "Auf der emotionalen Ebene gibt es eine erhebliche Anzahl, die ihre Verbundenheit mit der Stadt gerne mit einem DS-Kennzeichen ausdrücken wollen."
  • Franz Wild (GUB): Der GUB-Stadtrat erinnerte sich an den Anfang der 1970er Jahre: "Die Kreisreform war für uns ein herber Schlag und allgemeine Depression hat sich breitgemacht." Nicht nur, dass man das geliebte DS-Kennzeichen verloren hatte. Es habe noch nicht einmal für ein SBK gereicht, sondern nun müsste man mit einem V für Villingen und noch schlimmer, einem S für Schwenningen herumfahren. "Wir sollten den Kreisräten ein klares Signal geben."
  • Michael Blaurock (Grüne): "Für mich ist ein Auto ein Gebrauchsteil. Ich sehe weder einen Werbeeffekt, noch ist es rational nachvollziehbar", sagt der Grünen-Fraktionssprecher. Aber es handle sich um sein "sehr, sehr emotionales Thema". Der Antrag von Niko Reith sei sinnvoll, da es so ein aktualisiertes Meinungsbild gebe, das dem OB und den Kreisräten eine Verhandlungsbasis gebe.
  • Roland Erndle (FDP): "Wichtig ist die Vorarbeit und ich glaube, dass es dann auch gelingt", sagt der FDP-Stadt- und Kreisrat. Und selbst wenn man sich eine "blutige Nase" hole: "Es gibt Schlimmeres."
  • OB Erik Pauly: "Ich fühle mich als OB und als Kreisrat aufgefordert und das, seit ich gewählt bin." Wichtig sei, keine Maßnahmen einzuleiten, die "nach hinten losgehen" würden.