Ein kleines Fläschchen Shampoo, einen Kugelschreiber, Seife oder vielleicht einen Notizblock? Wer hat so etwas nicht schon mal aus einem Hotel mitgehen lassen? Hand aufs Herz. Laut der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung sind die am häufigsten gestohlenen Gegenstände Handtücher und Bademäntel, gefolgt von Kleiderbügeln, Stiften und Besteck. Obwohl es sich hierbei nur um vermeintlichen Kleinkram handelt, entsteht den Hotels dadurch ein finanzieller Schaden. Laut Hotelverband liege der sogar jährlich in Millionenhöhe.

Das Piano aus der Lobby

Die Hotelgäste machen das teilweise unabsichtlich, manche jedoch mit Intention. Und dann gibt es natürlich auch professionelle Diebe, die sich mit einem profitablen Beutezug bereichern wollen. Dabei kann es sogar extrem werden. In einem italienischen Hotel transportieren unbekannte Männer in Overalls das Piano aus der Lobby. Später stellt sich heraus: Das war nicht abgesprochen. Das Instrument tauchte nie mehr auf. Wie verhält es sich mit dem Problem auf der Baar? Ist es auch hier ein Thema? Was wird von hier häufig mitgenommen?

„Das Geld ist weg“

Grundsätzlich sei das immer ein Thema, das auch in jedem Hotel vorkomme, erklärt Alexander Aisenbrey, Geschäftsführer des Hotels Öschberghof. „Am meisten kommen Dinge weg, die wir branden“ Also jene, die mit Logo und Namen versehen sind. Das seien etwa Bleistifte, Bademäntel und Handtücher. „Wenn jetzt ein angebrochenes Duschgel mitgenommen wird, dann ist das keine schwerwiegende Sache, bei einem Kleiderbügel sieht das schon anders aus. Und ein Bademantel ist noch teurer.“ Durchschnittlich werden rund 1500 Handtücher mitgenommen. Sie haben pro Stück etwa einen Wert von acht Euro. „Das ist nicht lustig, das Geld ist weg“, so Aisenbrey.

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Kein Bewusstsein für den Schaden

Die Gäste werden dabei nicht als Diebe bezeichnet. Es sei vielmehr so, dass meist nicht gemerkt werde, welcher Schaden dadurch entstehe. „Die Schwelle, etwas als Selbstverständlichkeit zu sehen ist gesunken.“ Aisenbrey erlebt das seit 30 Jahren: „Vasen, Schalen, sogar ein Fernseher wurde mal rausgetragen.“ Vor dem Umbau hatte man im Öschberghof etwa 30 000 Übernachtungen im Jahr. Dabei verschwanden etwa 2000 Handtücher. Ein Regenschirm koste etwa 4,50 Euro, im Jahr verschwinden etwa 1000 Stück. „Das ist schon eine Summe. Was wir schaffen müssen, ist eine Preisliste. Das zu sehen ist: ein Bademantel kostet soundso viel. Damit zeigt man die Wertigkeit auf.“

Beim Frühstück wird mehr mitgenommen

In den Hotels der russischen BSR-Touristik in Donaueschingen seien Handtücher weniger ein Problem. Eher, dass beim Frühstück immer mehr Essen mitgenommen werde: „Die Leute packen sich mehr ein“, so ein Sprecher der Kette. Das Problem sei jedoch schwer zu bekämpfen: „Wir haben Plakate aufgehängt. Sie erklären, dass es nicht erlaubt ist, sich Essen vom Frühstück mitzunehmen.“ Der dadurch verursachte Schaden halte sich allerdings in Grenzen.

Wenn der Duschschlauch verschwindet

„Alles Mögliche“, sagt Francois Förster, Direktor des Hotels Linde in der Karlstraße. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es sich um Ausnahmen handelt.“ Es gebe etwa eine Periode, in der nichts passieren würde, dann komme es wieder häufiger vor. Los gehe es sicher wieder, wenn die Weihnachtsdekoration angebracht werde. „Uns wurde auch schon ein Duschschlauch geklaut, oder Teile einer Steckdose“, sagt Förster.

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Pfand und Rechnung

Bademäntel gebe es in der Linde mittlerweile nur noch auf Anfrage: „Wenn der Gast ihn nicht zurückgibt, dann schreiben wird das einfach in die Rechnung.“ Was auch oft verschwinde, seien Strom-Adaptoren für Gäste aus Ländern mit anderen Anschlüssen. „Das hat sich allerdings wesentlich gebessert, seit wir darauf ein Pfand haben. Ähnlich ist es mit den Wasserkochern“, erklärt der Hotelchef. Das Pfand funktioniere gut, könne aber natürlich nicht auf alles angewandt werden: „Mit Stühlen und Kopfkissen ist das schwierig.“

Abends ins Auto gepackt

Stühle seien übrigens auch schon verschwunden: „Der wurde vermutlich irgendwann abends ins Auto gepackt. Der Gast reiste am Morgen ab und dem Zimmermädchen ist das nicht sofort aufgefallen.“ Dass viele Dinge zu einer Selbstverständlichkeit werden, sieht Förster auch.

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