Groß ist die Entrüstung in der Gemeinde über den zwischen Brigachtal und Tannheim geplanten Standortübungsplatz für das Donaueschinger Jäger-Bataillon 292. So stemmt sich Brigachtals Bürgermeister Michael Schmitt samt dem Gemeinderat vehement gegen einen solchen Übungsplatz im Gebiet Weißwald (Brigachtal) und Ochsenberg (Tannheim) mit einer Fläche von fast 400 Hektar.

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Auch von anderer Seite, etwa von der Gemeinde Tannheim und der Tannheimer Nachsorgeklinik, hagelte es im Vorfeld Kritik an den Plänen der Bundeswehr. In den jüngsten Gemeinderatsitzungen hatten sich auch immer wieder besorgte Bürger zu Wort gemeldet und sich gegen einen Standort in Brigachtal positioniert und um entsprechendes Handeln seitens der Gemeinde gebeten. Bereits in der öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 28. Juli hatte der Gemeinderat einstimmig abgelehnt.

Schäden durch Panzerfahrzeuge

Nun hat Bürgermeister Schmitt in einem offenen Brief an das Regierungspräsidium Freiburg, der dem SÜDKURIER vorliegt, noch einmal die Gründe für die ablehnende Haltung der Gemeinde Brigachtal im Detail dargelegt. Dort drückt der Schultes sein Unverständnis aus, dass trotz bestehender Standorte die Nutzung angeblich von Nöten sei. „Vor dem Hintergrund der herausragenden Bedeutung in Umwelt- und Artenschutz kann einer Zerstückelung des Gebiets nicht zugestimmt werden“, so Schmitt. In seiner Begründung heißt es weiter, dass durch Ketten- und Panzerfahrzeuge zudem eine weitere, nicht standorttreue Beanspruchung zu erwarten sei. Somit seien noch weitreichendere Beeinträchtigungen für die Gemeinde Brigachtal zu befürchten, als zunächst dargestellt.

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Auch aus verkehrstechnischer Perspektive sei das Vorhaben kritisch zu beurteilen, da Verkehrsstauungen oder gar Sperrung von Straßen und Wegen programmiert seien, ganz zu schweigen von einer Entwertung von Grundstücken und Häusern insbesondere in den Ortsteilen Klengen, Überauchen und im Weiler Beckhofen. „Ebenso wird die Entwicklung der Kommune für neue Gewerbe- und Wohngebiete eingeschränkt“, sorgt sich der Bürgermeister. Schmitt weist nochmals ausdrücklich darauf hin, dass das Gebiet komplett im „Naturschutzgroßprojekt Baar„ liege und somit besonders schutzwürdig sei. Schmitt fordert nun die Entscheider auf, dass die betroffenen Kommunen und Interessenverbände im Beteiligungsverfahren zwingend gehört werden müssen und beispielsweise Informationsveranstaltungen oder Bürgerbefragungen stattfinden müssten,