Nur wenige Monate blieb die Grillstelle am Bräunlinger Bolzplatz intakt. Als Mitarbeiter des Bauhofs am Montagmorgen dort vorbeikamen, entdeckten sie, was über das Wochenende passiert sein muss. Irgendjemand hat sich hier ausgetobt und dabei für einige Zerstörungen gesorgt.

Kein Verständnis für Zerstörung

„Ich kann das nicht verstehen“, sagt Alexander Misok vom Bräunlinger Stadtbauamt. Er habe keine Toleranz für so etwas. Der Bräunlinger Bolzplatz, gerade auf der anderen Straßenseite von der Sporthalle, wurde verwüstet. Eine der neu gepflanzten Flatterulmen wurde abgehackt und in der Grillstelle verbrannt. Sie sollte zukünftig für Schattenwurf an der Grillstelle sorgen. Zerstört auch das Gestell der hölzernen Anwuchshilfe. Mit im Feuer auch einige Bretter der hölzernen Ballwand neben den beiden massiven Toren. Sie soll verhindern, dass beim Fußballspiel zu viele Bälle im grünen Dickicht landen. Die Bretter wurden gewaltsam von der Wand gerissen. An der Grillstelle befinden sich zudem massive, etwa 90 Kilogramm schwere Steine, die verschoben wurden.

Das abgerissene und abgehackte Material ist angekokelt und teilweise komplett verbrannt.
Das abgerissene und abgehackte Material ist angekokelt und teilweise komplett verbrannt. | Bild: Simon, Guy

Anlage erst auf Vordermann gebracht

„Der materielle Schaden hält sich in Grenzen. Das sind wahrscheinlich so um die 300 Euro“, erklärt Misok. Aber in diesem Fall überwiegen andere Faktoren. Der Grillplatz wurde von den Bräunlinger Ministranten bei der vergangenen 72-Stunden-Aktion im Mai bearbeitet und ordentlich aufgehübscht. Bei der Aktion bleiben den Teilnehmern drei Tage Zeit, um ein Projekt in der Heimatstadt umzusetzen. Wohlgemerkt: sämtlicher Einsatz geschieht auf ehrenamtlicher Basis. Die Jugendlichen kümmern sich um Sponsoren, Arbeitsmaterialien und die notwendigen Informationen von Fachleuten selbst. Ein nicht unerheblicher Aufwand. „Und dann wird das einfach so zerstört. Das ist unnötig“, so Misok. „Wen macht so etwas glücklich?“

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Vandalismus bei Planungen immer Thema

Bei neuen Planungen werde mittlerweile immer hinsichtlich eines potenziellen Vandalismus geprüft: „Es wird dann immer geschaut, ob sich der Platz irgendwo befindet, wo es viel Licht gibt, oder dass die Stelle stärker frequentiert ist“, erklärt Misok. Im Fall des Bolzplatzes habe man etwa darauf geachtet, keine Holzbänke aufzustellen, auf keine hölzernen Sitzauflagen zu verwenden. „Wir müssen da immer überlegen, wie wir eine Brennholzgenerierung vermeiden. In dieser Hinsicht leide das Umfeld meist unter öffentlichen Grillstellen.

Auch ein Projekt der vergangenen 72-Stunden-Aktion: der Ballschutz neben dem Bolzplatz. Dort sind Bretter herausgerissen.
Auch ein Projekt der vergangenen 72-Stunden-Aktion: der Ballschutz neben dem Bolzplatz. Dort sind Bretter herausgerissen. | Bild: Simon, Guy

Negativbeispiele dafür finden sich am Kirnbergsee in Unterbränd. Dort darf zwar nicht gegrillt werden, es passiert dennoch. Und das Feuerholz werde vielfach aus den nahen Pflanzen geholt, vor allem die Neubepflanzungen wandern in die Flammen. Am See gebe es Stellen, „da haben wird schon dreimal nachpflanzen lassen“, sagt Misok.

Seit fünf Jahren nimmt es zu

Alexander Misok arbeitet schon seit rund 30 Jahren bei der Stadt Bräunlingen. Wie er sagt, gebe es seit etwa fünf Jahren wieder eine Zunahme von Vandalismus im Stadtgebiet, wie etwa der abgerissene Buchstabe am Stadthallen-Schriftzug. In den 1990er-Jahren habe es schon einmal eine Phase gegeben, in der sehr viel zerstört worden war: „Damals wurden sogar die Pfosten von Verkehrsschildern umgebogen“, so Misok.

Um bei der Grillstelle etwas Schatten zu haben, hat man Bäume angepflanzt. Diese Flatterulme, Baum des Jahres 2019, hat leider nur ein paar Monate überlebt. Sie wurde mit einem Beil malträtiert und abgehackt.
Um bei der Grillstelle etwas Schatten zu haben, hat man Bäume angepflanzt. Diese Flatterulme, Baum des Jahres 2019, hat leider nur ein paar Monate überlebt. Sie wurde mit einem Beil malträtiert und abgehackt. | Bild: Simon, Guy
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Bleibt zu hoffen, dass es nicht abermals so kommt. Jetzt ist der Bauhof erst mal damit beschäftigt, die Zerstörungen wieder in Ordnung zu bringen. Das wird eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. „Viele denken auch, das Zerstören eines Bäumchens sei ein Kavaliersdelikt. Das ist es nicht.“ Für eine neue Pflanze müsse man nun weitere Anfragen stellen, Angebote einholen und schließlich pflanzen.