Ein beliebtes Ziel für die Touristen in der Zähringerstadt ist die wilde Natur. Wanderer schnüren ihre Schuhe und steigen in die Gauchachschlucht hinab und folgen dort den zahlreichen ausgeschriebenen Pfaden. Wie immer, wenn es in die Natur geht, ist auf solchen Strecken allerdings Vorsicht geboten. Das wissen auch die Mitarbeiter des Bräunlinger Bauamtes. „Der Weg dort wird tatsächlich ganzjährig begangen. Wir haben dann auch für die Verkehrssicherheit Sorge zu tragen“, erklärt Alexander Misok vom Bauamt. 

Verkehrssicherheit vor allem bei den Brücken, über welche die Wanderer den Gang über die Gauchach bewältigen. Dazu gibt es verschiedene Stege. Wie hölzerne Monolithe strecken sie sich von Ufer zu Ufer. Ein Geländer mit Handlauf sorgt für Sicherheit auf den massiven Balken.

Das könnte Sie auch interessieren

Für sieben dieser insgesamt 21 Brücken ist die Stadt zuständig und teilt sich diese Verantwortung mit den Gemeinden Hüfingen und Löffingen, die sich ihrerseits um die anderen Übergänge kümmern.

Fast alle auf Vordermann

Die Stege sind mittlerweile nahezu komplett auf Vordermann gebracht. „Nächstes Jahr machen wir noch einen, dann sind alle wieder frisch“, erklärt Marcus Grigull vom Stadtbauamt. Da sie nun mal aus Holz seien, nage auch der Zahn der Zeit an ihnen. Je nachdem, wo sie sich befinden, sei das manchmal eben etwas stärker: „Wenn ein Stamm sich an einer sehr feuchten und schattigen Stelle befindet, dann hält er logischerweise nicht so lange“, sagt Misok. Etwa acht bis zehn Jahre sei die Halbwertszeit.

Ein Jahrzehnt im nassen und schattigen Bereich sorgt dafür, dass dieser Steg-Balken über die Gauchach ersetzt werden musste. Das geschah bereits im Frühjahr.
Ein Jahrzehnt im nassen und schattigen Bereich sorgt dafür, dass dieser Steg-Balken über die Gauchach ersetzt werden musste. Das geschah bereits im Frühjahr. | Bild: Simon, Guy

Eigentlich mit Helikopter

Geht einer kaputt, wie etwa im April, als ein Steg unmittelbar in der Nähe des Posthauses zwischen Döggingen und Unadingen zusammengebrochen ist, muss es schnell gehen. Gibt es schönes Wetter, dann kommen auch die Wanderer: „Das ist vor allem immer eine Herausforderung, was die Logistik betrifft“, sagt Misok. Wie gelangt ein tonnenschwerer Holzbalken hinab ins Gauchachtal? „Im Prinzip müssten wir das mit dem Helikopter machen“, sagt er.

Bei schönem Wetter kommen die Wanderer

Erledigt wird die Arbeit mit einem Forstschlepper. „Dafür ist es wichtig, dass wir trockenes Wetter habe. Wenn der Zeitpunkt passt, müssen wir das sofort erledigen“, erklärt Grigull. Daher habe man nun einen weiteren der Stege wieder gerichtet. Das habe man noch vor dem Winter erledigen wollen, damit die Wanderstrecke sofort wieder nutzbar ist, wenn die ersten Sonnenstrahlen scheinen. Mit ihnen kommen nämlich auch die Wanderer. „Wir wollten das unbedingt dieses Jahr noch hinkriegen. Wenn das Wetter passt, dann gehen die Leute sofort runter in die Schlucht. Dann zu reagieren, ist fast zu spät“, so Grigull.

Rund acht bis zwölf Jahre soll der neue Steg mit der Nummer 11 jetzt halten.
Rund acht bis zwölf Jahre soll der neue Steg mit der Nummer 11 jetzt halten. | Bild: Stadt Bräunlingen

Aber warum wird als Material Holz benutzt, und nicht etwas Beständigeres?

„Das Material ist natürlich Thema. Allerdings wäre eine Konstruktion aus Stahl oder Stahlbeton schlicht nicht finanzierbar. Und bei größeren Spannweiten sind da Ingenieurbauwerke notwendig. daher setzen wir auf Naturmaterial“, sagt Misok. „Es handelt sich hier zudem um ein Naturschutzgebiet und wir wollen hier eben mit natürlichen Produkten arbeiten“, ergänzt Grigull.

Etwa 6000 Euro

Benutzt wird dabei Douglasien-Holz, das sehr witterungsbeständig ist. Möglich wäre auch Robinie, die etwa 20 Jahre halten dürfte: „Das wäre allerdings mit mehr Aufwand und höheren Kosten verbunden“, sagt Misok. Der Douglasien-Stamm komme schlussendlich auf Kosten von etwa 6000 Euro.

Die zwei Tonnen schweren Balken mit längen um die zehn Meter seien stabil, dennoch wird der Bauhof Schilder anbringen, dass sie nur einzeln zu begehen sind. „Wanderer sind oftmals in Gruppen unterwegs und haben mehr Gepäck dabei, als normale Spaziergänger. Da ist es besser, wenn jeder einzeln den Weg über den Steg geht“, erklärt Grigull.

Die Strecke sei ein Premiumwanderweg. Entsprechend freue man sich, wenn sie zukünftig noch stärker begangen werde. Die Brücken sind bereit. Sämtliche Stege und Übergänge entlang des Flusses sind nummeriert, der zuletzt ausgetauschte besitzt die Nummer 11.