Digitalpakt hin oder her, ohne persönlichen Einsatz und Engagement vor Ort lässt sich das digitale Klassenzimmer kaum verwirklichen. Das war auch in der Dögginger Gauchachschule, die sich seit kurzem über zehn Tablet-PCs freut, nicht anders. Denn erst das Engagement der Lehrer und das Sponsoring großzügiger Gönner machten neben Geld aus dem kommunalen Schuletat diesen Schritt hin zum Einsatz moderner Lernmittel möglich.

Andere Schulen helfen

Außerdem trug die Computer-Erfahrung der Lehrerin Regina Zganjar zur zügigen Umsetzung bei. Sie ist nach wie vor federführende Fachfrau und erweitert ihr Wissen, das sie selbstverständlich laufend an ihre Kolleginnen weitergibt, in Fachkursen und Weiterbildungslehrgängen. Außerdem greift man gerne auf Beziehungen mit anderen Schulen mit mehr Erfahrung zurück, die immer gerne weiterhelfen.

Derzeit laufen die Vorbereitungen auf die Innensanierung der Gauchachschule, dennoch wird mit der Investition in neues Lernmaterial auch dem Unterricht gebührende Aufmerksamkeit geschenkt.
Derzeit laufen die Vorbereitungen auf die Innensanierung der Gauchachschule, dennoch wird mit der Investition in neues Lernmaterial auch dem Unterricht gebührende Aufmerksamkeit geschenkt. | Bild: Manfred Minzer

Schnell beruhigt werden konnten die Skeptiker unter den Eltern. "Diese Geräte ersetzen keineswegs die bisherigen Lernmittel, sie sind aber eine wertvolle Ergänzung", betont Rektorin Christine Bär. Denn es gibt kein neues Unterrichtsfach EDV, vielmehr werden die Tablets je nach Bedarf in allen Unterrichtsfächern eingesetzt. So haben die Schüler Zugriff auf fünf verschiedene Kindersuchprogramme.

In verschiedenen Apps finden sich Übungsprogramme in unterschiedlichen Fächern. "So ist beim Thema Elektrizität schnell mal ein Kohlekraftwerk oder eine andere Energiequelle optisch darstellbar, ohne sich zuvor viele Schautafeln besorgen zu müssen", schwärmt Christine Bär von den neuen Möglichkeiten. Sowohl in Gruppen- als auch in Einzelarbeit wird auf die modernen Informationsquellen zugegriffen.

Zugriff ist beschränkt

Es bestehe auch nicht die Gefahr, dass sich die Kinder im Internet verzetteln, da die Zugriffe über einen WLAN-Filter nur auf die speziell freigegebenen Programme möglich sind. Derzeit sind lediglich fünf schulrelevante Internet-Adressen abrufbar, die Liste kann aber von den Lehrerinnen je nach Bedarf punktuell erweitert werden.

Gewandte kleine Nutzer

"Die Aussicht, mit dem Computer arbeiten zu dürfen, ist Riesenmotivation für die Kinder", zeigt auch Regina Zjangar zusätzlichen Nutzen auf. "Hiermit fördern wir auch gleichzeitig die Medienkompetenz der Kinder, die ohnehin sehr gewandt an die Sache herangehen".

Das inzwischen bestens funktionsfähige WLAN-Netz ist ebenfalls das Werk privater Initiative, hatte doch ein Spezialist aus dem Bekanntenkreis der Schule das System rechtzeitig auf Vordermann gebracht. Hausmeister Martin Wetzel hat ebenfalls seine handwerklichen Fähigkeiten zur Optimierung beigesteuert und das PC-Regal mit einem fahrbaren Untersatz ausgestattet, sodass die Geräte mobil sind.

Ganz neue Einblicke

Viel Freude hat das Kollegium aber auch an einer neuen Dokumentenkamera gefunden. Dieses Gerät ersetzt die früher üblichen Overhead-Projektoren und erschließt die Möglichkeit, per Kamera jedes Dokument über einen Projektor großformatig an die Wand zu projizieren. "So haben wir im Unterricht eine tote Wespe im Detail betrachten können", erinnert sich Christine Bär an eine spezielle Unterrichtsstunde. Angeschafft wurde das Gerät mit Geld aus der Elternkasse, lobte die Rektorin das Engagement der Elternschaft.