Die Narren in Blumberg und den Teilorten erfahren in Corona-Zeiten Zuspruch und Unterstützung aus der Bevölkerung und der Geschäftswelt. Dazu zählen viele Aktionen und kleine Aufmunterungen. Ganz aktuell ist nun eine Ausstellung mit Narrenfiguren in der Blumberger Kernstadt.

Die Biesenbachhexen, die Randenwölfe oder die Riedwächter (von links) spiegeln das gute Miteinander aller Blumberger Narrenzünfte wider.
Die Biesenbachhexen, die Randenwölfe oder die Riedwächter (von links) spiegeln das gute Miteinander aller Blumberger Narrenzünfte wider.

Geborene Ideen sofort in die Tat umsetzten, ist eine der Stärken von Nicole Knöpfle und ihrem motivierten Team. Nach der gelungenen Weihnachtsmesse ist seit Mitte Januar in den lang gestreckten Räumlichkeiten des Cafe Knöpfle in der Tevesstraße ein Querschnitt der Blumberger Fastnacht samt den Ortsteilen zu bewundern. 19 Zünfte nutzen die Chance, ihre teils historischen Figuren oder noch nicht ganz so alten Fastnachtsfiguren dort in Reih und Glied auszustellen.

Die Blumberger Burghexen haben besonders die Kinderfreundlichkeit auf ihre Narrenfahne geschrieben.
Die Blumberger Burghexen haben besonders die Kinderfreundlichkeit auf ihre Narrenfahne geschrieben.

Insgesamt präsentieren sich 22 meist lebensgroße Hästräger. „Die Resonanz war sofort groß und die Vereine zogen vorbildlich mit“, freut sich Nicole Knöpfle über das närrische Echo. Wenn man die Räumlichkeiten betritt, springt der Funke der Narretei sofort über, die verschiedenen Kostüme strahlen viel Freude aber auch Mystik aus. Man fühlt sich fast wie bei einem Fasnachtsumzug, da kommen närrische Gefühle mit viel Nostalgie auf.

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Ob vom Hofnarr der Blumberger Narrengesellschaft, dem schrägen Notenquäler des Gaszugs Randen oder dem Blindschießer aus dem Tal verkörpern alle ausgestellten Protagonisten pure Freude am Leben.

Bei den Riedwächtern verstecken sich ausschließlich Frauen unter der Maske.
Bei den Riedwächtern verstecken sich ausschließlich Frauen unter der Maske.

Auf vielen Infoschriften ist auch einiges über die Entstehungsgeschichten und Philosophie der teilnehmenden Zünfte zu erfahren. Dass der Ursprung der Pfetzerzunft Zollhaus auf die Mautgebühren am damaligen Pfetzerhüsli bis ins Jahr 1650 zurück geht oder dass die Riedwächter mit einem Köhler vom Stoberg ihren Ursprung haben, bringt einem die Vita der unterschiedlichen Vereine um einiges näher.

Bei den Obertalemer Blindschießer führt der Fehlschuss auf eine lange Geschichte hin.
Bei den Obertalemer Blindschießer führt der Fehlschuss auf eine lange Geschichte hin.

Die aufwendigen Kostüme einmal in aller Ruhe betrachten zu können, ist ein weiterer Vorteil dieser kleinen, aber feinen Fastnachtsmesse. Beim näher Hinschauen entdeckt man viele Sonderheiten, die einem sonst im närrischen Treiben kaum auffallen. So besteht das Häs der Schneckenzunft Epfenhofen aus mehr als 6000 Fleckli. Bei den Randenwölfen aus Nordhalden darf der Fuchsschwanz, der in der alemannischen Fastnacht ein tiefgründiges Symbol verkörpert, nicht fehlen.

Die Guggenmusik „Gaszug Randen“ sind von 2019 – 2023 als Wikinger unterwegs. Alle fünf Jahre werden die Motive der Kostüme gewechselt.
Die Guggenmusik „Gaszug Randen“ sind von 2019 – 2023 als Wikinger unterwegs. Alle fünf Jahre werden die Motive der Kostüme gewechselt.

Noch bis Aschermittwoch ist die Ausstellung zu bewundern. Verbunden mit einem Einkauf machten das Warten vor dem Kundenservice so richtig Spaß. Unter Knöpfle, der Bäcker ist diese närrische Galerie auch im Facebook zu bewundern. Untermalt mit närrischen Klängen, die vom Blumberger Musiktalent Savio Byrczak, der in Hamburg Musical studiert, extra kombiniert wurde, wird die Präsentation mit Noten erfüllt.

Unterstützung für das neue Narrenmuseum

Die Bäckerei Knöpfle will auch das geplante Narrenmuseum der Narrenvereinigung Bodensee/Hegau unterstützen. Für jeden verkauften Berliner werden ab 1. Februar für das Dach ein Betrag gespendet. Für die Narren wird so Fastnacht in diesem Jahr auf eine ganz andere Art und Weise gelebt.