Dem Tag eine Struktur geben. Normalität leben und die gewohnten Alltagsabläufe in einer Zeit beibehalten, in der eigentlich nichts mehr alltäglich ist. Das versuchen in diesen Tagen die Erzieherinnen der katholischen Kindertagesstätte St. Josef zusammen mit den ihnen anvertrauten Kindern umzusetzen. Maximal drei Jungen und Mädchen besuchen die Einrichtung täglich. Die Kita öffnet um 7.30 Uhr und schließt um 16.30 Uhr. Allerdings wird das Zeitfenster meist nicht ganz ausgenutzt, in der Regel holt ein Elternteil seinen Nachwuchs bis gegen 15 Uhr ab.

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Die Erzieherinnen Stefanie Schmidt und Sandra Kohn leiten die Notgruppe. Neben ihnen ist in diesen Tagen nur noch die Leiterin der Einrichtung vor Ort, Ulrika Lielek-Sauter. Die übrigen 14 Kolleginnen befinden sich im Homeoffice. Sie können natürlich nicht von Zuhause aus ihrer Erziehungsarbeit am Kind nachkommen, wohl aber künftige Projekte planen oder an der Weiterentwicklung des pädagogischen Leitbilds der Kindertagesstätte mitwirken. Lielek-Sauter steht mit ihren Mitarbeiterinnen via E-Mail in ständigem Kontakt, sie verteilt Aufgaben und gibt Informationen weiter.

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Es gibt Tage, da besucht nur ein Kind die Kita. Das müssen doch eigentlich paradiesische Bedingungen sein, zwei Pädagoginnen kommen auf ein Kind. Was für ein Betreuungsschlüssel. Stefanie Schmidt lacht. Einerseits sei es natürlich „traumhaft“, seine ganze Konzentration und Aufmerksamkeit einem Kind widmen zu können. Aber: „Wir vermissen die anderen Kinder.“ Da geht es den Erziehungskräften nicht anders als dem einen Kind, das sie betreuen und das seine Spielkameraden vermisst.

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Die Tagesroutine startet mit dem Freispiel. Sprich: Das Kind darf selbst entscheiden, was es machen will. Es kann malen, puzzeln oder sich einem Tischspiel widmen. Wenn es mag, darf es sich auch in die Bau- oder Puppenecke zurückziehen. Zwischen 9 und 9.30 Uhr wird dann gemeinsam gefrühstückt, worauf bis zum Mittagessen um 12 Uhr wieder gespielt wird. Nachmittags geht‘s bei gutem Wetter meist raus. In der Außenanlage von St. Josef locken Sandkasten, Schaukel und ein Klettergerüst.

Was machen eigentlich Eltern, die keinen Anspruch auf eine Notfallbetreuung haben und die finanziell nicht auf Rosen gebettet sind? Sie fürchten um ihr Einkommen. „Wir müssen entweder jetzt oder später im Jahr noch unbezahlten Urlaub nehmen, um die Betreuungslücken zu schließen. „Für wie lange wir uns das leisten können, wissen wir aktuell gar nicht“, erzählt dem SÜDKURIER eine Leserin, die nicht namentlich genannt werden will.