Fast 50 Jahre gibt es ihn schon, den Angelverein Bad Dürrheim, mit dem zugehörigen Angelgewässer, dem Salinensee. Seit man 2013 mit dem Angelverein Sunthausen fusionierte, kam der Sunthausener See mit dazu. Ebenso dazu gehören Teilabschnitte der Kötach und der Stillen Musel.

Neben dem Salinensee ist eines der Reviere des Angelvereins Bad Dürrheim der Sunthausener See.
Neben dem Salinensee ist eines der Reviere des Angelvereins Bad Dürrheim der Sunthausener See.

50 Mitglieder angeln in diesen fischreichen Gewässern und mehr dürfen es auch nicht werden. Da das Angeln in den letzten Jahren wieder populärer geworden ist, besteht inzwischen auch eine kleine Warteliste für neue Interessenten.

Angler betreiben ihr Hobby aus Leidenschaft und lieben den Aufenthalt in der Natur. „Wenn ich nach einem Regen so ganz alleine am Gewässer darauf warte, dass ein Fisch anbeißt, genieße ich die Stille und den aufsteigenden Nebel, beobachte das Wild am Waldrand, die Libellen die mich umschwirren und vieles mehr“, schwärmt Albrecht Schlenker, seines Zeichens amtierender Vorstand des Vereins.

Der Vorsitzende des Angelsportvereins Bad Dürrheim, Albrecht Schlenker, beim präparieren seiner Angel.
Der Vorsitzende des Angelsportvereins Bad Dürrheim, Albrecht Schlenker, beim präparieren seiner Angel. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Bereits im Alter von 12 Jahren wurde Schlenker vom Angler-Virus infiziert. Als Kind angelt man natürlich unter Aufsicht der Erwachsenen. Seine beiden Söhne hätten schon mit vier Jahren angefangen und die Fischereiprüfung bereits im Alter von zehn Jahren abgelegt. Diese müssen alle Angler vorweisen, die in Deutschland legal angeln wollen. Zusätzlich braucht man dann noch einen Jahresfischereischein, um in den entsprechend ausgewiesenen Gewässern seine Angelrute auswerfen zu dürfen. Das sind dann entweder die Gewässer des eigenen Vereins, oder die anderer Vereine, wo man entsprechende temporäre Genehmigungen oder Tagesscheine erwerben kann, so lange dort noch Angelkontingente frei sind. Selbstredend nimmt Schlenker auch schon seine Enkel mit zum Angeln.

Albrecht Schlenker wirft nicht nur am Sunthausener See seine Angel aus. Er angelt seit fast 50 Jahren.
Albrecht Schlenker wirft nicht nur am Sunthausener See seine Angel aus. Er angelt seit fast 50 Jahren. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Im Sunthausener See gibt es viele verschiedene Fischarten, die man angeln kann, darunter Rotaugen, Schleien, Barsche, Döbel, Barsel, bis hin zu Zander und Hecht. Welchen Fisch man wann und wie am besten angeln kann, das gehört zum Wissen um dieses Hobby und zur Erfahrung, welche passionierte Angler im Laufe der Jahre aufbauen. Jeder Fisch bevorzugt andere Köder, von Mais über Würmer bis zu kleinen Köderfischen. Auch wie der Köder präsentiert wird und an welchen Stellen sich die Fische bevorzugt aufhalten, wissen die erfahrenen Angler aus ihren langjährigen Beobachtungen.

Im Sortierkasten finden sich Utensilien wie Köder, Haken, Gewichte, Werkzeuge und mehr.
Im Sortierkasten finden sich Utensilien wie Köder, Haken, Gewichte, Werkzeuge und mehr. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Beim Thema Ausrüstung geht alles: Von der einfachen Bambus-Rute bis zum Hightech-Carbon-Equipment, inklusive High-Speed-Seilrolle und elektronischer Biss-Anzeige mit Bluetooth Übertragung zum Smartphone. Die Grenzen setzt auch hier nur der Geldbeutel. Wie gesagt, kann man aber nach wie vor mit einfachsten Mitteln angeln. Zumal es den meisten auch mehr um den Spaß an der Sache geht und nicht darum, möglichst schnell, möglichst viele Fische aus dem Wasser zu holen. Das ist sogar unerwünscht.

Angelverein Bad Dürrheim. Mit Mais kann man unter anderem auch Karpfen fangen.
Angelverein Bad Dürrheim. Mit Mais kann man unter anderem auch Karpfen fangen. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Wer Angeln geht sollte auch etwas Zeit mit bringen, in zehn Minuten ist das nicht erledigt. Es sind eher so zwei bis drei Stunden, oder mehr, die man am Gewässer verbringt und meistens eher auch alleine. Erstaunlicherweise lieben viele Kinder dieses Hobby und wenn sie diesem Reiz erstmal verfallen sind, bleiben sie diesem Hobby meist auch ein Leben lang treu.

Um den Fischbestand in ihren Gewässern aufzubauen und die gewünschte Artenvielfalt zu garantieren, werden vom Verein in unregelmäßigen Abständen die entsprechenden Jungfische eingebracht. Durch die zunehmenden und länger andauernden Erwärmungsphasen vermehren sich aber einige Arten inzwischen so gut, dass das immer seltener erforderlich ist. Die gute Wasserqualität und das reichhaltig vorhandene Nahrungsangebot tun ein übriges dazu.

Angelverein Bad Dürrheim. Albrechts Schlenker, Vorstand des Angelvereins Bad Dürrheim.
Angelverein Bad Dürrheim. Albrechts Schlenker, Vorstand des Angelvereins Bad Dürrheim. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Naturgemäß wird in der kalten Jahreszeit eher weniger geangelt und zwischen Januar und Februar sogar komplett darauf verzichtet, um den Fischbeständen die erforderliche Ruhe zu gönnen.

Gemäß dem Motto „der frühe Vogel fängt den Wurm“, wird vorzugsweise in den frühen Morgenstunden geangelt. Kurz nach Sonnenaufgang, wenn die Nebel langsam von den Gewässern aufsteigen. Wenn es tagsüber zu warm ist, wollen die Fische nicht beißen. Abends ist es dann wieder besser und Angeln dient vielen Berufstätigen als entspannender Ausgleich.

Und einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder des Vereins zum großen „Königsangeln“. Dann wird es sportlich. Schließlich geht es darum, wer an diesem Tag im Wettbewerb mit seinen Vereinskollegen den größten Fisch aus dem See zieht. 2010 machte ein Karpfen mit dem stolzen Gewicht von 18 Kilogramm das Rennen.

Obwohl die Vereinsmitglieder ihre bevorzugten Angelplätze rund um den See haben, gibt es keine Probleme zwischen Campern, Badegästen oder den Modellskippern am Sunthausener See. Alle kommen bestens miteinander aus.

Ganz im Gegenteil: Die Campingplatzbetreiber schätzen und unterstützen die Angler, sie vermitteln gelegentlich auch angelbegeisterte Gäste, die dann gegen eine kleine Gebühr tageweise am See angeln dürfen, vorausgesetzt natürlich, sie können den geforderten Fischereischein vorweisen.

In der Brigach leiden die Fische:

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