Königsfeld Diskussion um Mobilfunk in den Königsfelder Ortsteilen

Ein neuer Mobilfunksender soll in Neuhausen oder Erdmannsweiler aufgestellt werden. Bürger sorgen sich um Lebensqualität in Teilorten.

Ein Schreiben der Deutschen Telekom könnte für Zündstoff in der Gemeinde sorgen. Denn das Unternehmen möchte einen neuen Mobilfunksender in Königsfeld aufstellen. Das Thema beschäftigte nun auch den Ortschaftsrat Neuhausen.

Es gebe berechtigtes ein Interesse der Bürger an einer ausreichenden Mobilfunkabdeckung, sagte Bürgermeister Fritz Link. "Jeder, der viel unterwegs ist, weiß, dass es nichts Schlimmeres gibt, als dass man unterbrochen wird, weil man in ein Funkloch kommt." Besonders im Fall eines Notfalls sei ein flächendeckendes Mobilfunknetz wichtig, da es immer weniger Telefonzellen gebe. Man könne sich dem technischen Fortschritt nicht voll entziehen.

Deutliche Kritik äußerte er aber an dem Vorgehen des Telekommunikationsunternehmens, das bereits mögliche Standorte Mitten im Ort in unmittelbarer Nähe der Grundschule ausgewiesen und bereits angekündigt hat, Mietverträge mit Grundstückseigentümern abschließen zu wollen. Die Gemeinde habe 30 Tage Zeit bekommen, um Alternativen vorzuschlagen, berichtete Link. "30 Tage, um einen Alternativstandort zu finden, ist irreal."Er habe deswegen eine Verlängerung der Frist bis mindestens Ende März 2018 eingefordert. Man werde als Gemeinde auf das Mitwirkerecht bei der Standortsuche bestehen.

Das Ziel sei es, in einen Dialog einzutreten, in den ein unabhängiger Sachverständiger und Bürger einbezogen sein sollen. "Niemand will einen Standort auf einem Kindergarten oder einer Schule", sagte Bürgermeister Link. Man müsse sich bei der Suche nach einem geeigneten Standort aber an die gesetzlichen Bedingungen halten und bei der Entscheidung nur solche Daten zugrunde legen, die wissenschaftlich fundiert sind. Als Sachverständigen werde man Thomas Gritsch von Tüv Süd hinzuziehen, der bereits bei einem früheren Verfahren beteiligt war. "Er hat bereits Ortskenntnis und er kennt die Situation", sagte Link. "Er muss nicht bei Null anfangen."

Noch im November sei ein erstes Gespräch mit der Telekom und de Sachverständigen geplant, berichtete Bürgermeister Link. "Zunächst müssen wir hören, was sie überhaupt wollen." Dann sollen auch die betroffenen Ortsverwaltungen und Bürger miteinbezogen werden. Mit Blick auf vergangene Verfahren machte er aber gleich deutlich, dass eine Beteiligung nicht bedeute, dass am Ende alle zufrieden sein werden. Er plädierte aber darum, das Thema sachlich anzugehen. "Es gibt keinen Grund, die Dinge wieder zu skandalisieren." Ausdrücklich warnte Bürgermeister Link aber Eigentümer aber davor, bereits Mietverträge abzuschließen und damit Fakten zu schaffen. "Jeder sollte wissen, dass er sich damit nicht solidarisch verhält", sagte er.

Der Ortschaftsrat zeigte sich mit dem vorgeschlagenen Vorgehen einverstanden. "Jetzt müssen wir erst mal abwarten", sagte Ortsvorsteherin Sabine Schuh. Dass das Vorhaben der Telekom nicht von ungefähr kommt, machte Ortschaftsrat Klaus Ketterer deutlich. Der Mobilfunk sei in den Ortsteilen teilweise sehr schlecht, meinte er. "Eine gewisse Notwendigkeit ist da."

Das Thema beschäftigt derweil auch die Bürgerschaft. Sie habe sich für Neuhausen als Wohnort entschieden, gerade weil es dort keinen Mobilfunkmast gegeben habe, sagte Ina Becker. Das habe gesundheitliche Gründe gehabt. "Für mich würde es bedeuten, dass ich umziehen muss", meinte sie. "Die Entscheidung hat eine Auswirkung auf die Einwohner", sagte Stephanie Richter vom Verein Diagnose Funk, die sich für einen Standort ausspricht, der Mensch und Umwelt nicht gefährdet.

Über die Entscheidung erneut Thomas Gritsch als Sachverständigen hinzuzuziehen, zeigte sie sich enttäuscht. Sie bestreite nicht dessen Objektivität und Unabhängigkeit. Doch beruhen die Entscheidungen des Sachverständigen hauptsächlich auf der Bundesimmissionsschutzverordnung, die nicht den aktuellen Forschungsstand berücksichtige, meinte Stephanie Richter. Sie kündigte deshalb an, die verfügbaren legalen Möglichkeiten nutzen zu wollen, um einen Mobilfunkmast an einer aus ihrer Sicht schädlichen Stelle zu verhindern.

Ein weiterer möglicher Standort liegt im Ortsteil Erdmannsweiler. Daher wird sich der dortige Ortschaftrat in seiner kommenden öffentlichen Sitzung am Montag, 27. November, um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus ebenfalls mit dem Thema befassen.

Folgen für Gesundheit

Die gesundheitlichen Folgen von Funkstrahlungen sind umstritten. Die Internationale Agentur für Krebsforschung stufte Handystrahlung 2004 beispielsweise als „möglicherweise krebserregend“ ein. Andere Institutionen sagen, dass keine Belege dafür existieren.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Außergewöhnliche Geschenkideen für Ihre Liebsten
Neu aus diesem Ressort
Königsfeld
Königsfeld
Königsfeld
Königsfeld
Königsfeld
Königsfeld
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren