Die Absetzung des Tengener Bürgermeisters ist den Narrenräten des alteingesessenen Vereins Kamelia Tengen auch im kleinen Format gelungen. Nachdem zuvor bereits an der Randenhalle ein 25-Meter hoher Narrenbaum errichtet worden war, stellten die Narren einen kleinen, bunt geschmückten Baum vor dem Rathaus auf.

Die traditionelle Abholung des Baums aus dem Wald mit Publikum sowie die große Fahrt durch die Stadt mussten aufgrund von Corona ausfallen.

Freude auch über kleine Feiern

Alle freuten sich jedoch, dass im Gegensatz zum vorigen Jahr überhaupt das Feiern erlaubt war. Die Vereinsmitglieder gingen dabei sehr verantwortungsvoll mit den Corona-Regeln um, was der Bürgermeister später lobte. Nachdem das Stadtoberhaupt, alarmiert durch die Glocke des Narren-Polizisten, ans Fenster seines Amtszimmers getreten war, hielt Präsident Michael Grambau sogleich die Rede zur Enthebung des Bürgermeister auf närrische Art.

Das könnte Sie auch interessieren

Allerdings gab Marian Schreier die Macht über sein Amt nicht leichtfertig ab und hatte gute Argumente parat. Letztlich überzeugten die Narren ihn und so erkämpfte sich Michael Grambauer mithilfe aller Mitglieder den Rathaus-Schlüssel. Diese Errungenschaft wurde durch die neun anwesenden Narrenräte lautstark gefeiert.

Umtrunk zur Versöhnung

Danach bot Marian Schreier der Gruppe noch einen kleinen Umtrunk zur närrischen Versöhnung an. Die gute Laune war sichtlich spürbar, und der herrliche Sonnenschein tat sein übriges. Der Bürgermeister äußerte sich dankbar, „dass die Fasnacht und das Brauchtum durch die kleinen Aktionen wenigstens etwas sichtbar bleiben“.

Er fügte hinzu: „Auch wenn uns allen heute wegen des Angriffs Russlands auf die Ukraine nicht nach großen Feiern zumute ist.“ Die kleine Welt im Hegau konnte heute das große Weltgeschehen dennoch für einige Stunden hinter sich lassen. Und so hofften auch alle, dass im nächsten Jahr wieder in die altbekannte Narrenzeit gestartet werden kann.