Jan Möhring, Izedin Hashem und Nevio Becker laufen zielstrebig zu den Geräten im Informatikraum. Die Realschüler schauen sich gebannt die Festplatte, den Kühler und den Lüfter an. Sie tauschen sich aus und diskutieren darüber. Informatik – das finden die drei spannend. Für Jan, Izedin und Nevio ist es der erste Karrieretag.

Eine große Chance

Die drei, die die Realschule in Stockach besuchen, sind sich bewusst, dass die Messe wie für viele andere Schüler eine große Chance bietet: Ausbildung, Studium oder doch erstmal Erfahrungen durch Praktika sammeln? Und wie sieht es mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr nach der Schule aus? Der Karrieretag am Berufsschulzentrum in Stockach gibt für all diese Fragen Aufschluss. „Ich bedanke mich bei den rund 100 Ausstellern. Wir sind gemeinsam dabei, die Jugendlichen in ihre Berufswelt zu begleiten“, sagt Claudia Heitzer, Schulleiterin des Berufsschulzentrums in Stockach, im Rahmen des 29. Karrieretags.

Robin Robitsch (links) im Gespräch mit  Clemens Widenhorn von der Volksbank.
Robin Robitsch (links) im Gespräch mit Clemens Widenhorn von der Volksbank. | Bild: Julian Widmann

Und warum Informatik? „Mathe ist mein Lieblingsfach“, erklärt der 14 Jahre alte Jan und ergänzt: „Aber ich könnte mir neben der Informatik genauso gut vorstellen, später als Architekt zu arbeiten, denn ich zeichne sehr gerne. Oder Elektronik, das finde ich auch cool.“ So ganz festlegen möchte er sich noch nicht. Aber eine grobe Vorstellung und verschiedene Optionen – die hat Jan schon im Kopf. Zunächst wolle er aber, wie er ausführt, nach dem Realschulabschluss auf ein technisches Gymnasium gehen. Und wie sieht es bei seinem Kumpel Izedin aus? Der 15-Jährige weiß genau: „Irgend etwas mit Computertechnik könnte ich mir später schon gut vorstellen.“

Viele Infos aus erster Hand

Robin Robitsch hat, was seine berufliche Zukunft angeht, andere Vorstellungen. Auch wenn er da noch „relativ offen“ ist, wie er selbst berichtet. „Ich finde es interessant, wenn man mit Kunden zu tun hat“, sagt er. Und daher hat der 15-Jährige am Stand der Volksbank Überlingen bei Clemens Widenhorn mal genauer nachgehakt. Der 21-jährige Widenhorn macht ein duales Studium bei der Volksbank und erzählt Robin von seinen persönlichen Erfahrung – und natürlich auch, wie das Studium so abläuft. Wie so viele Besucher wolle sich Robin „aber auch an mehreren Ständen“ informieren.

Auch der SÜDKURIER war wieder mit von der Partie: Anna-Maria Zuck (von links), Markus Ohnmacht, Felix Knoll, Jacqueline Kaiser und Tanja Leithe.
Auch der SÜDKURIER war wieder mit von der Partie: Anna-Maria Zuck (von links), Markus Ohnmacht, Felix Knoll, Jacqueline Kaiser und Tanja Leithe. | Bild: Julian Widmann

Denn dieses Ziel hat ein Großteil der Besucher: Ein umfassendes Bild bekommen. Und diese Möglichkeit haben die Schüler durch die rund 100 Aussteller bei der Messe schließlich auch. Der Karrieretag bietet den Schülern durch seine Vielfalt an Angeboten Orientierung. „Das macht ihn besonders“, weiß auch Schulleiterin Heitzer. Auch Flurina Lindlar, Jonna Deutsch und Norea Franke wollen sich Informationen aus erster Hand holen.

Ein Mädchen mit einer Devise

Die drei Mädchen im Alter von elf bis 13 werden von der 20 Jahre alten Cindy Mayer, die beim Pharmaunternehmen Takeda arbeitet, beraten. Mayer macht derzeit eine Ausbildung zur Industriekauffrau mit Zusatzqualifikation Fremdsprachen – Spanisch und Englisch. „Es macht mir total viel Spaß“, sagt sie. Und daher freut sich die 20-Jährige auch, die Fragen der interessierten Schüler zu beantworten. „Wir informieren uns heute über ganz viele verschiedene Berufe“, sagt die 13 Jahre alte Flurina. In „komplett unterschiedliche Bereiche mal reinschauen“. Das sei ihre Devise.

Gut besucht: Von 8 bis 15 Uhr hatten die Besucher am Freitag die Möglichkeit, sich an den Ständen mit Vertretern von Betrieben oder Hochschulen zu unterhalten.
Gut besucht: Von 8 bis 15 Uhr hatten die Besucher am Freitag die Möglichkeit, sich an den Ständen mit Vertretern von Betrieben oder Hochschulen zu unterhalten. | Bild: Julian Widmann

Der Karrieretag wurde seit dem letzten Jahr „noch nutzerfreundlicher gemacht“, wie Schulleiterin Claudia Heitzer erklärt. Die Schüler haben nämlich die Möglichkeit, sich bereits vor dem Karrieretag über die Aussteller zu informieren. Und dann könne man sich eine Favoritenliste erstellen, um genau zu wissen, über welche Betriebe beziehungsweise Hochschulen man sich am Tag der Messe informieren wolle. Eine reibungslose Gestaltung und die ständige Verbesserung der Messe liegen der Schulleiterin am Herzen: „Die Betriebe brauchen Azubis. Und die Schule braucht die Betriebe. Diese Interaktion ist notwendig.“

Nächstes Jahr der 30. Geburtstag

Auch der Stockacher Bürgermeister Rainer Stolz weiß um die Bedeutung des Karrieretags: „Es braucht diesen menschlichen Kontakt – diese Dynamik.“ Und daher blicken Schulleiterin Heitzer und auch die Juniorfirma (JUFI), die die Messe mit der Unterstützung des Lehrerteams organisiert, schon auf das kommende Jahr – der 30. Geburtstag der Veranstaltung am Berufsschulzentrum. Zurückblicken und planen werde man bereits nach Fasnacht – sowie analysieren, was noch verbessert werden muss. „Und für den runden Geburtstag wollen wir uns auch etwas Besonderes einfallen lassen“, so Claudia Heitzer.

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