Zum ersten kommunalen Schnelltest in der Steißlinger Seeblickhalle kamen am Donnerstag rund 100 Testwillige, von denen nicht einer positiv war. Die ehrenamtlichen Helfer und das Verwaltungsteam fieberten der Premiere entgegen. Zwar hatten sich die Mitglieder der Verwaltung bei anderen Kommunen, die bereits Schnelltests durchführten, informiert. Auch wurden die Helfer alle für ihren Einsatz geschult sowie ein passendes Hygienekonzept erstellt. Trotzdem blieb eine gewisse Unsicherheit. Alle Anwesenden hielten sich an Hygiene- und Abstandsregeln und viele werden nächste Woche wiederkommen. „Sie wollen zudem Werbung für die Schnelltests machen“, habe man ihm mitgeteilt, erklärte Hauptamtsleiter Roland Schmeh.

Drei Teststraßen wurden in der Seeblickhalle aufgebaut. Der Test selbst ging schnell. Nach 15 Minuten gab es dann das Ergebnis. Bild: Susanne Schön
Drei Teststraßen wurden in der Seeblickhalle aufgebaut. Der Test selbst ging schnell. Nach 15 Minuten gab es dann das Ergebnis.

Sowohl Tester als auch Getestete waren zufrieden. Auch ohne Anmeldung kam es zu keinen langen Schlangen. Die Testwilligen wurden an drei Teststraßen betreut. Dort ging es nach der Anmeldung zum Test und danach für 15 Minuten in den Wartebereich. Den meisten war bewusst, dass der Test nur ein aktuelles Abbild ist. Sonja Herz hatte sich dafür entschieden, zum Test zu gehen, um beruhigt ihre 97-jährige Oma besuchen zu können. „Es gibt etwas mehr Sicherheit“, freut sie sich über das negative Testergebnis. „Dickes Lob an die Gemeinde. Gute Aktion heute. Es hat alles reibungslos geklappt“, postete sie zudem in den sozialen Medien. Die Testbescheinigung waren vor allem für Lehrer, Erzieherinnen, Polizeibedienstete oder Grenzgänger, die Testung vorweisen müssen, wichtig.

Kraftakt des Ehrenamts

„Es war ein Kraftakt des Ehrenamts“, bedankte sich Bürgermeister Benjamin Mors bei allen, die spontan und unkompliziert mitgeholfen haben, das Testzentrum innerhalb weniger Tage auf die Beine zustellen. Sei es, dass sie bereit zur Fortbildung und Mithilfe waren oder bei der Beschaffung der speziellen Schutzausrüstung halfen. Etwas Erfahrung hatte man auch schon durch die Testungen, die die Kommune seit Februar an der Schule für das Schulteam sowie für alle Erzieherinnen des Storchennests und des Kinderhauses St. Elisabeth organisiert.

Unternehmer will Testzentrum im Gewerbegebiet

Was fehlt, sei ein Testzentrum im Gewerbegebiet findet Thomas Tetzner. Der Unternehmer fühlt sich alleine gelassen. „Ich denke, wir alle sollten mit Kräften an der Verhinderung einer weiteren Ausbreitung des Virus arbeiten. Für mich sieht das allerdings anders aus.“ Er hat Tests für seine Mitarbeiter organisiert. Dafür wünscht er sich Unterstützung bei Aufwand und Kosten. „Ich als Unternehmer bin sehr daran interessiert, weiter arbeiten zu können, Mitarbeiter zu schützen und Infektionsketten zu durchbrechen. Aber ist das allein meine Aufgabe? Ich hatte sehr auf Unterstützung seitens der Gemeinde gehofft und war überzeugt, dass meine schnelle Einführung einer Teststrategie großen Anklang und damit bei anderen Betrieben Nachahmer finden würde.“