Welche Rolle spielt der Tourismus für Singen?

Der Tourismus spielt in Singen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Er ist zwar nicht so sichtbar wie beispielsweise in Radolfzell oder Konstanz, wo natürlich der Bodensee und die Schifffahrt einen Hotspot bilden, aber 145.000 Übernachtungen in 2019 und eine Steigerung um rund 50 Prozent in den letzten zehn Jahren, das ist doch ein Wort.

Wie haben sich die Buchungszahlen aufgrund des Coronavirus verändert?

Leider können wir dazu noch keine belegbaren Zahlen vorweisen, da es in Singen kein Meldewesen für die Übernachtungen gibt. Nach ersten Veröffentlichungen des Statistischen Landesamtes gab es im gesamten Hegau bis Ende Mai ein Minus von etwa 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Welche Rückmeldung haben Sie von Vermietern und Hoteliers?

Von den Vermietern von Ferienwohnungen hören wir keine großen Probleme, da auch viele langfristig an Beschäftigte von Großbetrieben in Singen vermietet haben, die sich temporär hier aufhalten. Die Hotels hatten sicher das größere Problem, da touristische Vermietungen lange Zeit verboten waren und auch keine Geschäftsreisen stattfanden. Im Moment ist es eher schwierig, eine Übernachtungsmöglichkeit in Singen zu bekommen. Selbst Hotels sind erfreulicherweise nahezu ausgebucht.

Gibt es Betriebe, die schon schließen mussten?

Davon ist mir nichts bekannt.

Wie haben Sie den Tourismus umstrukturiert, dass er weitgehend normal laufen kann?

Wir haben den Vorteil, dass sich unser Tourismus in Singen und dem Hegau hauptsächlich im Freien abspielt. Den Aktivitäten, wie Wandern, Radfahren, Nordic Walking et cetera, konnte und kann man ja uneingeschränkt nachgehen. Die kulturellen Einrichtungen, wie Museen, haben sich mit hygienischen Maßnahmen auf die Wiedereröffnung vorbereitet. Riesige Probleme haben Veranstaltungshäuser, wie die Stadthalle oder die Gems, die auf Besucher angewiesen sind.

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Der Hegau bietet neben Kultur, Sehenswürdigkeiten und Freizeitbädern vor allem eine unvergleichlich schöne Natur. Ist erkennbar, dass die Menschen mehr Wander- und Radurlaub machen?

Ich zitiere hier Bürgermeister Hans-Peter Lehmann, Mühlhausen-Ehingen, der mir vor einem Monat erzählt hat, dass er noch nie so viele junge Leute auf Wander- und Radtouren im Hegau gesehen hätte. Auch ich habe das beobachtet. Und das finde ich toll, dass diese jungen Leute unseren schönen Hegau kennenlernen und zu schätzen wissen.

Jörg Unger ist selbst gerne in der Natur aktiv. Und auch im Hegau nutzen die Touristen die Erholungsmöglichkeiten in der Natur.
Jörg Unger ist selbst gerne in der Natur aktiv. Und auch im Hegau nutzen die Touristen die Erholungsmöglichkeiten in der Natur. | Bild: Privat

Der Hohentwiel, das Wahrzeichen von Singen, hat seit dem 18. Juli wieder geöffnet. Das lag Ihnen besonders am Herzen, oder?

Ja, natürlich! Der Singener Hausberg ist ein überaus wichtiges Reise- und Ausflugsziel. Rund 80.000 Besucher zählt der Hohentwiel in normalen Jahren. Die Besucher, die ohne Eintritt bis hoch zur Karlsbastion wandern, sind da nicht mit eingerechnet.

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