Die SPD im Wahlkreis Singen/Stockach stellt sich geschlossen hinter ihren Kandidaten für die Landtagswahl 2021, Hans-Peter Storz. Sie will dafür kämpfen, wieder mit einem Genossen aus der Region im Landtag vertreten zu sein. Der einzige Bewerber für die Kandidatur ist einstimmig von allen 23 SPD-Mitgliedern bei der Nominierungsveranstaltung gewählt worden. Auch der 23-jährige Tim Strobel, Vorsitzender der SPD in Engen, bekam als Zweitkandidat fast alle Stimmen.

Die Mitglieder wissen bei beiden Kandidaten, mit wem sie es zu tun haben: Hans-Peter Storz war von 2011 bis 2016 im Landtag und will daran anknüpfen. „Ich freue mich, dass Hans-Peter nochmal einsteigt. Er ist eine Persönlichkeit, die wahrgenommen wird. Er hat uns als Landtagsabgeordneter vertreten, war Ansprechpartner in der Region und hat die Menschen zusammengebracht“, sagte der Kreisvorsitzende Tobias Volz. Storz bedankte sich für die Wahl: „Meine Frau hat mich gefragt, warum ich mir das nochmal antun will. Ich habe geantwortet: Weil es mir Spaß macht.“ Es werde ein schwerer Wahlkampf unter Corona-Bedingungen, bei dem man neue Wege gehen müsse.

Der 60-jährige Storz machte in seiner Vorstellungsrede deutlich, warum die Menschen besonders in der Corona-Krise soziale Gerechtigkeit und soziale Sicherheit bräuchten. „Soziale Sicherheit hilft, die Folgen der Pandemie abzumildern“, sagte Storz. Die Mitarbeiter in Handel und Pflege hätten viel Zuspruch bekommen, doch wie sehe es mit gerechten Löhnen in diesen Branchen aus? Während die SPD auf Bundesebene für eine gute soziale Entwicklung stehe, sehe er bei der grün-schwarzen Landesregierung nur Stagnation. Es werde viel geredet, aber es passiere wenig, sagte Storz.

Hans-Peter Storz will sich für Kinderbetreuung und gute Bildungschancen für alle einsetzen. Er sieht den Schlüssel zu bezahlbarem Wohnraum in sozial ausgerichteten Bauträgern. Dazu brauche es Wohnbaugesellschaften der Kommunen und des Landes. Er will die Infrastruktur verbessern und sich für schnelles Internet überall einsetzen. Die Kommunen sollten mehr Handlungsspielräume durch allgemeine Zuweisungen bekommen. Storz sieht sich als Türöffner für die Kommunen im Wahlkreis. „Ich will als Interessenvertreter der Region zuhören und anpacken“, erklärte er.

Für den 23-jährigen Studenten Tim Strobel als Zweitkandidaten war es in Singen ebenfalls ein Heimspiel. Der Engener Stadtrat warb mit einer überzeugenden Rede für die Stimme der Mitglieder. Die Politik brauche Lokalmatadore, wie Storz, die vor Ort greifbar seien. Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon, ehemals AfD, sei „eine Schande für den Wahlkreis“ und habe „im Landtag nichts verloren“.

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Um Fairness ging es dem Kreisvorsitzenden Tobias Volz in einer Stellungnahme zur Bewerbung seines Stellvertreters Marian Schreier für das Amt des Oberbürgermeisters in Stuttgart. Die Kreis-SPD habe schon frühzeitig versucht, wegen der Bewerbung mit dem Landesvorstand in Kontakt zu treten. Alle Versuche seien ins Leere gelaufen. „Es war kein offenes Verfahren und das ist kein Ruhmesblatt für die SPD„, sagte er. Schreier sei ein kompetenter Bürgermeister von Tengen, genieße im Kreis hohes Ansehen und habe einen fairen Umgang verdient.

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