Am 9. Dezember 2020 ging der Neue Zentrale Omnibusbahnhof nach zweijähriger Bauzeit in Betrieb. Durch den Neubau ist ein moderner überdachter Busbahnhof mit elf barrierefreien Bussteigen auf einer Länge von rund 163 Metern entstanden. Die Investition von insgesamt 7,1 Millionen verdeutlicht, dass sich die Lokalpolitik die Umorientierung beim Verkehr einiges kosten lässt, dazu kommen noch einmal 1,4 Millionen für die Überdachung und rund 370¦00 Euro für das digitale Informationssystem. Das Geld floss dabei nicht nur in den Neubau des ZBO sondern auch in die neue Verkehrsführung mit je einem Kreisverkehr an beiden Enden.

Die Industriebau Haller GmbH sorgte in der Bauzeit auch noch für eine große Überraschung. Das Dach des Busbahnhofs sollte eigentlich begrünt werden, die Singener Gemeinderäte scheuten allerdings die Mehrkosten. Wie sich dann nach Berechnung des Haller-Geschäftsführers Jürgen Gabele herausstellte, verringerte das grüne Dach die Kosten sogar um rund 40¦000 Euro und um die Pflege kümmert sich das Unternehmen auch noch. „Für uns ist das Ganze nicht nur ein Auftrag, sondern ein Prestige-Objekt. Wir zeigen mit dem Singener Busbahnhof unser gesamtes Leistungsspektrum“, freut sich Jürgen Gabele beim Richtfest. Die gesamte Konstruktion ist ein Unikat nicht zuletzt wegen der Statik mit den „Zahnstochern“ als Träger und Alucobond zur Verkleidung. Auch das war eine bewusste Entscheidung und zeigt den Bezug zur Singener Industrie.

So kann die Mobilitätswende gelingen: Kurze Wege vom Bahnhof zum ZBO, ein übersichtliches Leitsystem und das Ganze natürlich barrierefrei. Jetzt endlich hat das Suchen nach dem passenden Bus ein Ende. „Den Fährgästen wurde in der Bauzeit einiges abverlangt. Es war nicht immer einfach, deshalb möchte ich mich bedanken für das Verständnis unserer Fahrgäste. Umso mehr freue ich mich, dass wir nun so einen schönen Zentralen Omnibusbahnhof in Singen haben,“ sagt Marzena Debski von den Singener Stadtwerken.

Allein die Stadtbusse fahren rund 200 Mal am Tag den ZBO an und transportieren in einem normalen Jahr ohne Corona rund 1,5 Millionen Fahrgäste. Im vergangenen Jahr waren es bedingt durch die Pandemie rund 20 Prozent weniger. Bei der Berechnung fehlen noch die Regionalbusse, die ja auch den Omnibusbahnhof in Singen nutzen. Hier legen aber derzeit noch keine Zahlen vor. Das zeigt aber auch, welche zentrale Rolle der ZBO im Personennahverkehr spielt.

Michael Spreitzer, zuständig für den Straßenbau in Singen, ist mit dem Ergebnis des neuen Bahnhofsvorplatzes sehr zufrieden. Die Punktladung der Inbetriebnahme befreit auch die Autofahrer vor weiteren Umleitungen und Behinderungen und sorgt dadurch auch für Entspannung in der Singener Innenstadt. Michael Spreitzer freut sich über die positive Resonanz der Busbegleiter. Auch die Fahrgäste loben den neuen Omnibusbahnhof und schätzen die Überdachung, die Sitzmöglichkeiten sowie das digitale Leitsystem.