Die Kriminalpolizeidirektion Rottweil hat die Ermittlungen zur Ursache des Großbrandes übernommen, bei dem die 95 Jahre alte Singener Scheffelhalle völlig zerstört wurde. Dies berichtet Polizeisprecherin Tatjana Deggelmann. Die Kriminaldirektion Rottweil habe die Ermittlungsgruppe „Insel“ gebildet. „Brandermittler und Sachverständige haben die Brandruine begutachtet und nach Spuren gesucht. Dabei mussten sie wegen der akuten Einsturzgefahr der teilweise noch stehenden Außenmauern äußerst vorsichtig vorgehen“, so die Polizeisprecherin. Der Schaden am völlig zerstörten Gebäude liege nach ersten Schätzungen im unteren siebenstelligen Bereich.

Das Bild zeigt die Scheffelhalle in Singen in Vollbrand.
Das Bild zeigt die Scheffelhalle in Singen in Vollbrand. | Bild: Feuerwehr Singen

„Am Samstagmorgen sollen die restlichen Astbestteile seitwärts der Brandruine entfernt werden“, wie Christian Kezic, Leiter der Abteilung Gebäudemanagement der Stadt Singen, auf Nachfrage erklärt. „Die einsturzgefährdeten Außenwände müssen vorsichtshalber zeitnah umgelegt werden, bevor Personen zu Schaden kommen, wenn sie verbotenerweise die Absperrung durchbrechen“, so Kezic. „Im Innern der ausgebrannten Scheffelhalle müssen auch noch Restfaserbindemittel entfernt werden. Sobald die Polizei die Brandruine freigibt, werden wir mit den Abrissarbeiten beginnen“, so Kezic.

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Am Zaun, der die Bauruine absichert, hängen derzeit immer mehr Utensilien, wie Narrensymbole, Häs, bunte Bändel und Schriftzüge. Außerdem stehen vor dem Zaun angezündete Kerzen. Dies alles soll dokumentieren, wie sehr die Singener um die abgebrannte Scheffelhalle trauern.

Mitarbeiter einer Aacher Spezialfirma suchen nach Schadstoffteilen an Nachbargrundstücken, die der Brand der Scheffelhalle freigesetzt hatte.
Mitarbeiter einer Aacher Spezialfirma suchen nach Schadstoffteilen an Nachbargrundstücken, die der Brand der Scheffelhalle freigesetzt hatte. | Bild: Bittlingmaier, Albert

„Die Scheffelhalle wurde mitten aus unserem Leben gerissen. Das ist fast vergleichbar mit dem plötzlichen Tod eines engen Bekannten oder Verwandten“, beschreibt Dirk Oehle, Gemeinderatssprecher der Fraktion Neue Linie die Stimmung vieler Singener. Mitarbeiter einer Aacher Spezialfirma waren mehrere Tage damit beschäftigt, durch den Brand entwichene Schadstoffteile an angrenzenden Straßen, Grundstücken und Häusern aufzusammeln.

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„Die Stadt Singen hat den Brandschaden der Gebäudeversicherung gemeldet. Näheres können wir dazu noch nicht sagen. Auch nicht zu möglichen Schäden in der Nachbarschaft“, erklärt Achim Eickhoff, Pressesprecher der Stadt Singen. Wie der SÜDKURIER in Erfahrung bringen konnte, sollen durch die enorme Hitze etliche Fahrzeuge einer Autovermietung-Zweigstelle erheblich beschädigt worden sein. Sie waren in direkter Nähe des Brandortes am Parkplatz der Scheffelhalle abgestellt, weil am Gebäude des Vermietungsunternehmens, das sich einige hundert Meter weiter entfernt befindet, eine Stellfläche vorübergehend entfallen war. Das vom SÜDKURIER zu den Schaden befragte Unternehmen gab bisher noch keine Rückmeldung.

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