Besondere Namen und deren Ursprung können in der Recherche zu einer spannenden Sache werden. Sie wollten endlich einmal den Ort kennenlernen, der ihren Namen trägt, sagten sich Silke und Joachim Bohlinger aus Pforzheim. Nun kamen sie in den Hegau zu Besuch.

Bei einem Familientreffen im Saarland waren zuvor der Nachname und der Ort im Süden der Republik ein Gesprächsthema gewesen. Im Herbst 2011 hatte der damals 26-jährige Geschichtsstudent Heiko Bohlinger aus Lebach bei Saarbrücken Freunde am Bodensee besucht – und auch den Ort Bohlingen.

Möglicherweise verließen Vorfahren im 17. Jahrhundert den Hegau

„Mein Großvater hatte in Erzählungen die Einwanderung unserer Vorfahren im 17. Jahrhundert ins damalige Saargebiet angedeutet. Das deckt die historischen Rahmenbedingungen, denn nach dem Dreißigjährigen Krieg wanderten viele Familien aus dem süddeutschen Raum ins Saargebiet ein um sich eine Existenz aufzubauen“, erzählte Heiko Bohlinger aus seinen Erkundungen.

Es gab den Brauch, Familiennamen nach der Herkunft zu bilden

Zudem breitete sich zu jener Zeit die Gewohnheit aus, die Bewohner nach deren Herkunft zu benennen, wenn sie zugezogen waren. Weil auch der Vater von Joachim Bohlinger aus Lebach-Thalexweiler stammte, wollten er und seine Frau das Dorf Bohlingen endlich persönlich einmal kennenlernen. „Wir sind ganz unbedarft hergekommen und durften hier eine überwältigende Gastfreundschaft erleben“, sagte Silke Bohlinger.

Der Gastronom Andreas Zimmermann vom Hotel Zapa, bei dem das Ehepaar wohnte, hatte Tipps für die Vor-Ort-Recherche gegeben, auch gab es von der Gemeinde ein Bohlinger Geschichtsbuch als Geschenk. So standen in drei Tagen Erkundungen in der Bohlinger Schlucht, auf dem Galgenberg mit Blattform, in der Kirche, am Runden Turm, in Radolfzell, Reichenau und sogar beim historischen Sichelhenke-Mähen auf dem Programm.

„Wir sind begeistert von dem Dorf und der Gastronomie und möchten mit den Familien unserer drei Kinder gerne wiederkommen“, sagte Joachim Bohlinger.