Eine Stimme habe den Ausschlag gegeben. Bei der Einweihung der neuen Parkgarage am Herz-Jesu-Platz blickte Oberbürgermeister Bernd Häusler zurück auf ein Projekt, dessen Entstehungsprozess er als nicht einfach beschrieb.

„Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir Anfang 2014 im Wichernsaal der Lutherkirche gestartet sind.“ Man habe die Anwohner ins Boot holen, Bürgerbeteiligung ermöglichen wollen. Das Problem: Es gab genauso viele Befürworter einer Wohnbebauung wie Fürsprecher einer Grüngestaltung des Herz-Jesu-Platzes.

Sie stehen quasi über der neuen Garage: Bei sommerlichen Temperaturen lauschen die Besucher den einleitenden Worten von Oberbürgermeister Bernd Häusler.
Sie stehen quasi über der neuen Garage: Bei sommerlichen Temperaturen lauschen die Besucher den einleitenden Worten von Oberbürgermeister Bernd Häusler. | Bild: Tesche, Sabine

Mit der eingangs erwähnten ausschlaggebenden Stimme im Gemeinderat konnte schließlich das Projekt Wohnbebauung begonnen werden. „Es war ein spannender Prozess“, sagte Häusler am Freitagvormittag. Ein Prozess, der nun eine entscheidende Zwischenetappe erreicht hat. Denn auch wenn das Siedlungswerk noch an den auf dem Areal entstehenden Wohn- und Gewerbeflächen arbeitet, kann die Tiefgarage am Herz-Jesu-Platz bereits genutzt werden. 4,7 Millionen Euro hat sie gekostet.

Der Bau

Ursprünglich sei eine zweigeschoßige Parkgarage angedacht gewesen, berichtete Bernd Häusler. Aus Kostengründen habe man sich aber dagegen entschieden. „Ich weiß noch, wie wir damals mit gesenktem Haupt in den Gemeinderat mussten, um zu sagen: Wir schaffen es nicht zweigeschoßig“, erinnerte er sich. Stolz ist der OB trotzdem.

Weiße Säulen tragen das Gebäude, blaue und grüne Flächen markieren die Stellplätze: Die Garage leuchtet in hellen Farben. Hier zu sehen sind die Ladestationen für Elektroautos.
Weiße Säulen tragen das Gebäude, blaue und grüne Flächen markieren die Stellplätze: Die Garage leuchtet in hellen Farben. Hier zu sehen sind die Ladestationen für Elektroautos. | Bild: Tesche, Sabine

Zum Beispiel, weil man es geschafft habe, als öffentliche Einrichtung mit den Zuschussgebern Land und Bund sowie dem privaten Projektpartner Siedlungswerk erfolgreich zusammenzuarbeiten und den komplexen juristischen Herausforderungen eines solchen Großprojekts zu begegnen. Dessen Dimensionen veranschaulichte Joachim Dannecker, Ingenieur des Bauunternehmens Züblin: „Für die Tiefgarage war ein Aushub von 25.300 Kubikmetern nötig“, sagte er. „Anschließend wurden 1200 Tonnen Stahl verbaut.“

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Die Stellplätze

Entstanden sind 76 öffentliche Stellplätze, davon acht in Ausgangsnähe speziell für Frauen, sechs breitere Familien- und zwei Behindertenstellplätze. Hinzu kommen 39 Parkplätze, die für die Mitarbeiter und Mieter des Siedlungswerks reserviert sind.

Thüga-Geschäftsführer Markus Spitz erklärte bei der Einweihungsfeier, dass er davon ausgeht, dass neben Diesel- und Benzinautos bald auch Wasserstoff- und Erdgas-betriebene Fahrzeuge in der neuen Parkgarage abgestellt werden. „Für die Nutzer von Elektroautos stehen schon jetzt drei 22-Kilowatt-Ladesäulen bereit.“ Bezahlen könne man hier mit EC- oder Kreditkarte.

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Das Kunstwerk

Richtungsweisend soll auch das Kunstwerk „Weltraum“ sein, das der Karlsruher Künstler Lukas Schneeweiss am Außengebäude der Tiefgarage errichtet hat. Was Kunstmuseums-Leiter Christoph Bauer als tausende Sterne auf einer ultramarinblauen Oberfläche beschrieb, soll den Besuchern der Tiefgarage den Weg ins Freie leuchten.

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Das Kunstwerk bestehe aus acht jeweils 2,70 Meter hohen, mundgeblasene Flachglasscheiben. „Entstanden ist ein Ort zum Innehalten, zum Träumen“, zeigte sich Bauer erfreut. „Etwas, das Tiefgaragen üblicherweise nicht eigen ist.“

Der Platz

Auf dem Herz-Jesu-Platz entstehen derzeit noch drei Gebäude, in denen 17 Eigentumswohnungen, zehn geförderte und sechs freifinanzierte Mietwohnungen sowie sechs Gewerbeeinheiten untergebracht werden sollen. Die Einweihung soll bereits im kommenden Frühjahr stattfinden.